Präsident Donald Trump will Zinssenkungen, und zwar sofort. dent Federal Reserve scheint jedoch wenig bereit, nachzugeben.
Die Anleger setzen darauf, dass die Fed die Zinssätze bei ihrer geldpolitischen Entscheidung am Mittwoch unverändert bei 4,25-4,5% belassen wird, nachdem sie im vergangenen Jahr drei Zinssenkungen vorgenommen hatte.
Fed-Chef Jerome Powell wird sich kurz nach der Sitzung der Geldpolitik der Presse stellen. Alle Augen sind darauf gerichtet, ob er auf Trumps öffentliche Forderungen nach Zinssenkungen eingeht oder nicht. Dies verschärft die seit Langem bestehenden Spannungen zwischen demdent und Powell, dem Trump wiederholt mit seiner Entlassung gedroht hat.
Powell hat jedoch entschieden erklärt, dass er seine Amtszeit beenden wird, und bekräftigt, dass derdent keine Befugnis hat, ihn zu entlassen. Laut US-Verfassung hat er damit Recht.
Trump fordert außerdem niedrigere Ölpreise, was die Inflation noch verschärfen könnte. Investoren beobachten die Lage genau, aber Powell wird sich wohl kaum zu Trumps Thema äußern.
Die aktuelle Zinspolitik der Fed wird durch Wirtschaftsdaten gestützt. Laut Berichten vom 23. Januar hat sich die Inflation verlangsamt, und das Beschäftigungswachstum bleibttron. Powells Team hatte bereits im Dezember erklärt, dass es die Zinssenkungen vorerst aussetzen würde.
Die Unabhängigkeit der Fed war schon immer der Schlüssel zu ihrer Glaubwürdigkeit, daher könnte jede wahrgenommene Manipulation seitens des Weißen Hauses schwerwiegende Folgen für die gesamte Weltwirtschaft haben.
Trumps Wirtschaftspolitik verkompliziert die Lage zusätzlich
Während Trump die US-Notenbank unter Druck setzt, stiften seine Handelspolitiken zusätzlich Chaos. Die USA nutzen Zölle seit acht Jahren als wichtiges wirtschaftspolitisches Instrument, beginnend mit Trumps erster Amtszeit. Die Zölle auf China wurden unter Trump erhöht und später vondent Joe Biden ausgeweitet.
China dominiert derzeit fünf der zehn am schnellsten wachsenden Handelskorridore. Die USA hingegen wurden in wichtigen Handelsgesprächen weitgehend außen vor gelassen.
Unterdessen bleibt die US-Wirtschafttron. Der Anteil Amerikas am globalen BIP ist auf 25 % gestiegen, und seine Finanzmärkte dominieren und machen fast 70 % der globalen Aktienindizes aus.
Die globalen Handelsgespräche gerieten nach der Finanzkrise von 2008 ins Stocken, kleinere bilaterale und regionale Abkommen florierten jedoch weiterhin. Nach seinem Amtsantritt gab Trump die wichtigen Handelsverhandlungen mit der Europäischen Union und Asien auf.
Als Trumps zweite Amtszeit am 20. Januar begann, beeilten sich die Handelspartner, Abkommen abzuschließen, um sich vor weiteren Zöllen zu schützen.

