Die Nachfrage nach Hypotheken in den USA hat laut dem Verband der Hypothekenbanken (MBA) am Mittwoch den niedrigsten Stand seit Mai erreicht. Das Gesamtvolumen der Hypothekenanträge sank letzte Woche um 3,8 Prozent, obwohl sich die Zinssätze kaum veränderten.
Das größte Problem sind nicht die Kreditkosten, sondern die wirtschaftliche . Genau das veranlasst die Menschen, größere finanzielle Entscheidungen zu vermeiden.
Der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Festzinsdarlehen mit einem Darlehensbetrag von maximal 806.500 US-Dollar sank leicht von 6,84 % auf 6,83 %. Auch die Bearbeitungsgebühr, die die Bereitstellungskosten beinhaltet, ging für Käufer mit einer Anzahlung von 20 % etwas zurück, von 0,62 auf 0,60. Dies reichte jedoch nicht aus, um Käufer anzulocken. Die Nachfrage ist weiterhin rückläufig.
Anträge auf Immobilienkäufe und Hypothekenumschuldungen gehen trotz stabiler Zinssätze zurück
Joel Kan, stellvertretender Chefökonom unddentder Mortgage Bankers Association, sagte: „Die Hypothekenanträge sind auf den niedrigsten Stand seit Mai gefallen, wobei sowohl Kauf- als auch Refinanzierungsaktivitäten im Laufe der Woche zurückgingen. Es herrscht weiterhin große Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes, was die Entscheidungen potenzieller Hauskäufer belastet.“
Die Anträge auf Hauskäufe gingen im Vergleich zur Vorwoche um 6 % zurück. Sie lagen zwar 17 % über dem Wert des Vorjahreszeitraums, doch Kan wies darauf hin, dass das Volumen weiterhin so gering sei, dass der Jahresvergleich verzerrt sei.
Er fügte hinzu: „Die Anträge auf konventionelle, FHA- und VA-Kaufkredite sind trotz des verlangsamten Anstiegs der Hauspreise und des steigenden Angebots an zum Verkauf stehenden Immobilien in vielen Regionen zurückgegangen.“ Das bedeutet, dass Käufer nicht wegen zu hoher Immobilienpreise zurückschrecken, sondern weil die Zukunftsaussichten zu unsicher sind.
Auch bei Refinanzierungen sieht es nicht viel besser aus. Die Anträge auf Refinanzierung gingen in der vergangenen Woche um 1 % zurück. Im Vergleich zur gleichen Woche im Jahr 2024 stiegen die Refinanzierungen zwar um 30 %, das Aktivitätsniveau liegt aber weiterhin nahe einem historischen Tiefstand.
Dies ist die dritte Woche in Folge mit rückläufigem Refinanzierungsvolumen. Die Hypothekenzinsen waren vor einem Jahr im Wesentlichen gleich, nur einen Basispunkt niedriger, sodass es derzeit keinen wirklichen Anreiz für eine Refinanzierungswelle gibt.
Die Zinsen sanken zwar Anfang der Woche leicht, doch größere Änderungen könnten noch folgen. Die nächste wichtige Entscheidung trifft die US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch.
Fed-Chef Jerome Powell werden mit Spannung erwartet. Am Freitag wird dann der monatliche Arbeitsmarktbericht der Regierung veröffentlicht. Diese Daten könnten die weitere Entwicklung des Hypothekenmarktes maßgeblich beeinflussen. Bis dahin warten die Kreditnehmer ab, und die Zahlen belegen dies.

