Die Inflation in den USA lässt nicht nach. Das US-Arbeitsministerium (Bureau of Labor Statistics, BLS) bestätigte , dass die Preise im Dezember erneut gestiegen sind und die jährliche Inflationsrate damit auf 2,9 % getrieben wurde. Das liegt weit über dem von der US-Notenbank (Fed) angestrebten Zielwert von 2 %.
Ein monatlicher Anstieg von 0,4 % trug maßgeblich zu diesem sprunghaften Anstieg bei, vor allem aufgrund der Energiekosten. Ökonomen hatten mit einem monatlichen Anstieg von 0,3 % gerechnet, daher fiel dieser Wert deutlich stärker aus als in den meisten Prognosen erwartet.
Die Benzinpreise explodierten im Dezember um 4,4 % und trugen damit zu fast 40 % des gesamten Inflationsanstiegs bei. Die Energiekosten insgesamt stiegen um 2,6 %. Gleichzeitig legten die Lebensmittelpreise um 0,3 % zu. Im Jahresvergleich stiegen die Lebensmittelpreise um 2,5 %, während die Energiepreise um 0,5 % sanken.
Die Wohnkosten, der größte Kostenfaktor im Verbraucherpreisindex, stiegen im Dezember um 0,3 % und im Jahresvergleich um 4,6 % – der geringste jährliche Anstieg seit Januar 2022. Dennoch bleibt das Thema Wohnen ein großes Problem.
Obwohl diese Zahlen besser sind als die 3,3 % des Vorjahres, zeichnen sie weiterhin ein Bild hartnäckiger Inflation. Die Kerninflation, die Lebensmittel- und Energiekosten ausklammert, stieg im letzten Monat um 0,2 %. Die jährliche Kerninflation lag bei 3,2 %, nach 3,3 % im November. Dieser leichte Rückgang ist für die US-Notenbank (Fed) jedoch kaum Grund zur Entwarnung.
Energie, Unterkunft und Löhne stehen im Mittelpunkt
Im Dezember dominierten die Energiepreise. Nicht nur Benzin verteuerte sich – auch die Preise für gebrauchte Pkw und Lkw stiegen um 1,2 %, während Neuwagen um 0,5 % zulegten. Transportdienstleistungen legten im Dezember um 0,5 % und im Jahresvergleich um 7,3 % zu. Eier? Die sind nach wie vor Gold wert. Ihre Preise schnellten im Dezember um 3,2 % in die Höhe und erreichten damit einen unglaublichen Anstieg von 36,8 % im Jahresvergleich.
Auch die Kfz-Versicherung ist ein heimtückischer Kostenfaktor. Die Prämien stiegen im Dezember um 0,4 % und haben sich seit dem letzten Jahr um 11,3 % erhöht. Inflationsbereinigt sanken die Löhne im Dezember um 0,1 %. Laut einem separaten Bericht des BLS (Bureau of Labor Statistics) betrug das reale Lohnwachstum der Arbeitnehmer im Jahresvergleich lediglich 1 %.
Das Beschäftigungswachstum ist weiterhintron– im Dezember kamen 256.000 Stellen hinzu und übertraf damit die Prognosen deutlich. Das ist zwar eine gute Nachricht für den Arbeitsmarkt, könnte aber die Inflation anhalten lassen. Die US-Notenbank (Fed) muss möglicherweise weitere Zinserhöhungen in Erwägung ziehen, falls sich die Lage nicht beruhigt.
Es wird erwartet, dass die Zentralbank ihre aktuelle Geldpolitik bei ihrer Sitzung am 28. und 29. Januar beibehält. Die Terminmärkte deuten weiterhin auf zwei Zinssenkungen in diesem Jahr hin, jeweils um 0,25 Prozentpunkte, doch in Stein gemeißelt ist noch nichts.
Bitcoin steht vor einem turbulenten Jahr
Nach Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex stiegen die Aktienkurse, wobei der Technologiesektor einen Schub erhielt. Tesla legte um 3,2 % zu, Nvidia um 1,7 %, und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank um 10 Basispunkte auf 4,686 %.
Bitcoin verzeichnete zwar auch einen bescheidenen Anstieg von 0,8 %, doch die Tatsache, dass die Inflation extrem hoch ist, ist schlecht für Bitcoin, denn das bedeutet, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr möglicherweise gar nicht senken wird.
Die Renditen von US-Staatsanleihen fielen nach den Verbraucherpreisdaten deutlich, die Rendite zehnjähriger Anleihen sank um 10 Basispunkte. Wachstumswerte legten zwar stark zu, doch solange die Inflation weiterhin über dem Zielwert der Fed liegt, dürfte Bitcoin kaum glänzen. Das ist mit Sicherheit nicht der Bullenmarkt, den wir uns erhofft hatten.

