- Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten wächst schneller als die Europas, wobei darüber diskutiert wird, ob man für den Vergleich Marktkurse oder Kaufkraftparität verwenden soll.
- Das reale BIP-Wachstum in nationalen Währungen zeigt, dass das US-BIP über zwei Jahrzehnte schneller gewachsen ist als das der EU.
- Die USA führen seit 2003 beim Wachstum der Wirtschaftsleistung pro Kopf und übertreffen damit die wichtigsten europäischen Volkswirtschaften.
Der wirtschaftliche Wettstreit zwischen den USA und Europa war schon immer mehr als nur eine Frage von Zahlen in einer Tabelle. Es ist wie ein Schachspiel mit hohem Einsatz, bei dem jeder Zug genauestens analysiert wird. Doch in letzter Zeit scheinen die USA die Oberhand gewonnen zu haben. Bei genauerer Betrachtung der Feinheiten dieses wirtschaftlichen Vorsprungs wird deutlich, dass mehr dahintersteckt, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Der Vergleich von Volkswirtschaften, insbesondere von Giganten wie den USA und Europa, ist ebenso komplex wie umstritten. Es wird heftig darüber debattiert, ob für einen fairen Vergleich Marktwechselkurse oder Kaufkraftparität (KKP) herangezogen werden sollten. Einerseits beziffern Marktwechselkurse die Wirtschaftsleistung der EU im Jahr 2023 auf 68 % der US-amerikanischen, ein Rückgang gegenüber der Parität im Jahr 2007. Andererseits zeigt die KKP, dass die EU-Wirtschaftsleistung nur 6 % hinter der der USA liegt, ebenfalls ein Rückgang gegenüber 2007.
Jenseits des BIP: Ein genauerer Blick auf die Wirtschaftsleistung
Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf, das oft als besserer Indikator für die wirtschaftliche Lage gilt, zeichnet ein anderes Bild. Zwar ist die Pro-Kopf-Produktion der EU im Vergleich zu den USA seit zwei Jahrzehnten rückläufig, doch fällt das Bild in Kaufkraftparität weniger düster aus. Dennoch erfassen diese Kennzahlen die wirtschaftliche Vitalität nicht vollständig.
Ein einfacherer, aber dennoch aufschlussreicher Ansatz ist der Vergleich des realen BIP-Wachstums in nationalen Währungen. Diese Methode kürt keine „reichere“ Region, sondern zeigt vielmehr, wer schneller wächst. Gemessen an diesem Maßstab hat das US-BIP das der EU in den letzten zwanzig Jahren deutlich übertroffen. Beim Pro-Kopf-Einkommen ist der Abstand jedoch deutlich geringer, da das Bevölkerungswachstum in der EU im Vergleich zur rasant wachsenden US-Bevölkerung stagniert.
Die Situation wird komplexer, wenn man das Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens seit 2003 genauer betrachtet. Die USA führen mit einem Wachstum von 26 % und stellen damit die Eurozone und Großbritannien in den Schatten. Sie übertreffen sogar große europäische Volkswirtschaften wie Frankreich, Spanien und Italien. Verstärkt wird diese Diskrepanz durch das stagnierende Wachstum Italiens und die Schwierigkeiten Griechenlands, sich von der Finanzkrise zu erholen.
Unterschiedliche Wachstumsmuster in Europa und den USA.
Europas Wirtschaftslandschaft präsentiert sich als Flickenteppich mit unterschiedlichen Wachstumsraten. Während Länder wie Polen, Bulgarien, Rumänien und die baltischen Staaten ihr BIP pro Kopf mehr als verdoppelt haben, weisen auch mitteleuropäische Länder wie Kroatien, Tschechien und Slowenien beeindruckende Wachstumszahlen auf. Im Gegensatz dazu ergibt sich innerhalb der USA ein ähnliches, aber doch einzigartiges Bild. Bundesstaaten wie North Dakota, Washington und Utah haben sich hervorragend entwickelt und größere Volkswirtschaften wie Kalifornien und New York übertroffen.
Der Vorsprung der USA gegenüber der EU ist nicht allein auf Zahlen zurückzuführen. Faktoren wie die jüngste Energiekrise, die Europa härter traf, und der Status der USA als Energieexporteur spielen eine entscheidende Rolle. Die europäische Staatsschuldenkrise und die umfangreichen Konjunkturprogramme der USA verstärken diesen Vorteil zusätzlich. Europas Wachstumspotenzial bleibt jedoch durch diese anhaltenden Faktoren unter Druck, während der Aufholeffekt ärmerer Länder bald stagnieren könnte.
Ein gutes Beispiel dafür ist Deutschland, das einst als „kranker Mann Europas“ galt. Nach der Erholung von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten Anfang der 2000er-Jahre entwickelte sich Deutschland vor der Pandemie zu einem dertronEU-Länder. Aktuelle Trends und Prognosen des IWF deuten jedoch darauf hin, dass es in den kommenden Jahren hinter den USA zurückfallen könnte.
Im Wesentlichen ist der Vorsprung der US-Wirtschaft gegenüber Europa zwar deutlich, doch handelt es sich dabei um ein komplexes Geflecht aus unterschiedlichen Wirtschaftspolitiken, demografischen Veränderungen und externen Schocks. Während wir diese Trends analysieren, geht das wirtschaftliche Schachspiel weiter, in dem jede Region versucht, ihre Position im globalen Wirtschaftsgeschehen zu stärken.
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