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Trumps Handelskrieg treibt Indien und China einander näher

VonJai HamidJai Hamid
3 Minuten Lesezeit
  • Trumps Handelskrieg treibt Indien und China dazu, engere wirtschaftliche Beziehungen anzustreben.
  • Indische und chinesische Beamte trafen sich in Peking, um über die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel und Lieferketten zu beraten.
  • Trumps Drohung mit Sekundärzöllen auf russisches Öl könnte die BRICS-Staaten weiter vereinen.

Donald Trumps Handelspolitik bewirkt genau das Gegenteil von dem, was er erreichen wollte. Anstatt China zu isolieren, liefert sie Peking und Neu-Delhi nun einen Grund zur Zusammenarbeit.

Laut Bloomberg zwingen die Spannungen zwischen den USA und den beiden größten Volkswirtschaften Asiens Indien und China dazu, jahrelanges Misstrauen zu überwinden und gemeinsam wirtschaftliche Optionen zu erkunden.

Diese Woche bediente sich der chinesischedent Han Zheng einer sehr bewussten Metapher. Er sprach von einem „Drachen-Elefanten-Tango“ – ein Plädoyer für engere Beziehungen zwischen China und Indien.

China und Indien, die 2020 blutige Grenzkämpfe austrugen und seit Jahrzehnten wegen Themen wie Kaschmir und Einfluss im globalen Süden im Konflikt stehen, werden erneut zum Dialog gedrängt. Und Trump ist der Grund dafür.

Modi und Xi nehmen Gespräche auf, während Seltene Erden und russisches Öl den Handel verkomplizieren

Seit ihrer Entstehung als moderne Staaten in den späten 1940er Jahren wechselten sich Indien und China in ihrem Verhältnis ab: mal waren sie angespannte Nachbarn, mal erbitterte Feinde. Premierminister Narendra Modi unddent Xi Jinping sind sich nach wie vor uneins über Pekings Unterstützung für Pakistan, und beide wollen als Stimme des globalen Südens wahrgenommen werden. Doch wenn es um Produktion und Export geht, stehen beide Seiten unter Druck.

Modi hat Chinas Aufstieg mit einer Mischung aus Vorsicht und Frustration beobachtet. China baute seine Fabriken durch die Kombination von billigen Arbeitskräften und importierten Technologien aus und überschwemmte anschließend die Weltmärkte. Indien, das noch immer darum kämpft, ein globales Produktionszentrum zu werden, versucht herauszufinden, wie es aufholen kann.

Modis wichtigster Wirtschaftsberater argumentierte 2023, Indien solle mehr chinesische Investitionen anziehen, um seine Fabriken auszubauen und Waren in die USA zu verkaufen. Indische Ökonomen haben sogar öffentlich erklärt, China sei möglicherweise Indiens „natürlicher Partner“

Xi weiß, dass Indiens Bevölkerungszahl und Marktgröße eine wichtige Rolle spielen. Peking will mehr Autos, Solarmodule undtronverkaufen, und die Nachfrage in Indien ist vorhanden. China will aber auch sicherstellen, dass Indien ihnen nicht das antut, was es den USA angetan hat: die Produktion dominieren und Konkurrenten verdrängen.

Es gibt deutliche Spannungen. Am 14. Juli traf der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar in Peking mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi zusammen. Jaishankar forderte Wang auf, „einschränkende Handelsmaßnahmen und Blockaden“ zu vermeiden – eine Anspielung auf Pekings neue Kontrollen für den Export seltener Erden.

Wang antwortete mit der Forderung nach mehr „Kommunikation und Koordination“, um die Lieferketten zu stabilisieren. Am nächsten Tag traf Jaishankar mit Xi persönlich zusammen – ein seltenes Treffen, das Chinas Prioritäten deutlich machte.

Trump nimmt russische Ölgeschäfte ins Visier und rückt die BRICS-Staaten näher zusammen

Gleichzeitig verschärft Trump die Lage erneut. Seine neueste Drohung? „Sekundärzölle“ auf jedes Land, das Öl aus Russland bezieht. Indien und China stehen ganz oben auf dieser Liste. Seit Russlands Invasion in der Ukraine 2022 kaufen beide Länder russisches Rohöl zu reduzierten Preisen und weigern sich,dent Wladimir Putin zu kritisieren. Sie sind zudem weiterhin aktive BRICS-Mitglieder.

Trumps Drohung war vage, doch Handelsexperten warnen, dass sie Washington schaden könnte. Sollte sie umgesetzt werden, könnten die BRICS-Staaten zu einer noch engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit gezwungen werden, nur um sich vor dem Druck der USA zu schützen. Und wenn das passiert, könnten China und Indien – trotz ihrer Differenzen – einen gemeinsamen Nenner finden, um nicht von Trumps Politik in die Enge getrieben zu werden.

Es gibt bereits Spannungen darüber, was als „Made in India“ gilt. Die USA fordern, dass mindestens 60 % der Wertschöpfung eines Produkts lokal erfolgen, bevor es dieses Label erhält. Indien hält 35 % für ausreichend. Dieser Prozentsatz ist wichtig, denn je höher er ist, desto stärker wird China aus Indiens Lieferketten verdrängt. Dennoch ist Indien weiterhin auf chinesische Maschinen und Teile angewiesen, um seine Exportziele zu erreichen.

Auch China braucht Indien. Es kämpft mit sinkender Inlandsnachfrage und benötigt neue Märkte. Indiens 1,4 Milliarden Einwohner bieten die Chance, Überproduktion abzubauen, nicht nur in dertronund Automobilindustrie, sondern in ganzen Industriezweigen. Dass beide Seiten trotz der schwierigen Vergangenheit nun im Gespräch sind, zeigt, wie groß der Druck ist, unter dem sie stehen.

Es ist nicht so, dass sie einander plötzlich vertrauen. Das tun sie nicht. Aber es herrscht kein tiefer Hass zwischen ihnen wie zwischen China und Japan. Sie haben zwar eine gemeinsame Geschichte, aber keine Feindschaft, die einem Atomkrieg gleichkäme. Das macht Wirtschaftsgespräche möglich, auch wenn sie etwas unbeholfen sind.

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