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Die US-Wirtschaft steht nicht so gut da, wie man vielleicht denkt

VonJai HamidJai Hamid
Lesezeit: 5 Minuten
  • Die US-Staatsverschuldung ist auf 35,27 Billionen Dollar in die Höhe geschnellt, wobei jeder Amerikaner mittlerweile für etwa 105.000 Dollar davon verantwortlich ist.
  • Die Schuldenquote liegt bei 121,57 % und damit weit über dem empfohlenen Wert, was bedeutet, dass die Wirtschaft stark unter Druck steht.
  • Die Zinszahlungen für die Staatsverschuldung werden bis zum Jahresende voraussichtlich 870 Milliarden Dollar erreichen und damit Mittel von Infrastruktur- und Sozialprogrammen abziehen.
  • Im Falle einer Rezession werden der Welthandel, die Rohstoffpreise und die Beschäftigung weltweit massiv beeinträchtigt, was schwerwiegende langfristige Folgen für alle nach sich ziehen wird.

Die Staatsverschuldung Amerikas steigt schneller als je zuvor, und jeder, der glaubt, die Wirtschaft stehe auf soliden Füßen, muss genauer hinschauen, denn die Zahlen erzählen eine ganz andere Geschichte.

Die US-Staatsverschuldung hat aktuell 35,27 Billionen Dollar überschritten und sich damit in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt. Vereinfacht gesagt, trägt jeder Amerikaner derzeit rund 105.000 Dollar dieser Schulden.

Kein Wunder, dass Ökonomen Alarm schlagen, denn die Rezessionsgefahr rückt immer näher. Die große Frage ist nun: Wie lange dauert es noch, bis alles zusammenbricht?

Die Schuldenquote (Schulden im Verhältnis zum BIP) ist ein weiteres deutliches Anzeichen für die angespannte Lage. Im zweiten Quartal lag diese Quote bei 121,57 % und damit weit über dem empfohlenen sicheren Bereich von 77 %.

Die Zinszahlungen für die Staatsschulden werden voraussichtlich von 659 Milliarden Dollar im Jahr 2023 auf 870 Milliarden Dollar bis Ende 2024 in die Höhe schnellen. Dieses Geld wird aus öffentlichen Investitionen wie Infrastruktur und Gesundheitswesen abgezweigt.

Schuldenwachstum und ein politisches Desaster

Die Verschuldung begann nach der Finanzkrise von 2008 exponentiell zu wachsen, insbesondere nach der COVID-19-Pandemie.

Jedes bedeutende wirtschaftliche Ereignis der letzten zwei Jahrzehnte hat die Verschuldung weiter in die Höhe getrieben, und wenn sich nichts ändert, zeigen Prognosen, dass die US-Verschuldung bis 2054 166 % des BIP erreichen könnte. Eine völlig untragbare Zahl.

Sowohl Demokraten als auch Republikaner haben ihren Teil dazu beigetragen, dass dieses Chaos außer Kontrolle geraten ist.

Mit ihren kostspieligen Ausgabenprogrammen und Steuersenkungen haben beide Parteien das Problem verschärft und es nur aufgeschoben, ohne echte Lösungen anzubieten. Und das ist noch nicht alles. 

Das defides Bundes belief sich 2023 auf 1,7 Billionen Dollar, Prognosen zufolge könnte es 2024 auf 1,9 Billionen Dollar ansteigen. Es ist ein Teufelskreis.

Kampf zwischen Wirtschaftswachstum und Inflation

Trotz der steigenden Verschuldung konnte die US-Wirtschaft im letzten Jahrzehnt irgendwie stetig wachsen. Aber seien wir ehrlich: Dieses Wachstum ruht nicht auf einem soliden Fundament. Es ist, als würde man einen Wolkenkratzer auf Treibsand bauen. 

Angesichts der grassierenden Inflation könnte jegliches künftige Wirtschaftswachstum leicht zunichtegemacht werden. Steigt die Inflation weiter an, wird die Regierung die Zinsen anheben müssen, um die Lage zu beruhigen.

Und wenn das passiert, werden die Kreditkosten für die Regierung in die Höhe schnellen und den Schuldenberg noch weiter vergrößern.

Inflation ist nicht nur ein Problem der Regierungen. Sie ist auch ein Albtraum für die Verbraucher. Höhere Zinsen bedeuten weniger Geld für die Menschen zum Ausgeben.

Hinzu kommen geopolitische Spannungen und eine schwächere Nachfrage nach US-Exporten, wodurch sich die Aussichten deutlich verschlechtern. Noch schlimmer ist die politische Blockade in Washington.

Beide Seiten des politischen Spektrums scheinen zu sehr mit ihren Streitereien beschäftigt zu sein, um die realen wirtschaftlichen Gefahren anzugehen, die bald allen um die Ohren fliegen könnten.

Rezession: Klopf, klopf?

Die Zeichen stehen eindeutig auf eine Rezession, und Ökonomen tracseit zwei Jahren zahlreiche Warnsignale. Und sollte es tatsächlich dazu kommen, werden die USA nicht die einzige Volkswirtschaft sein, die darunter leidet. 

Wenn eine Rezession eintritt, schrumpft die Wirtschaft. Das BIP sinkt, Menschen verlieren ihre Arbeitsplätze und die Verbraucher hören auf zu konsumieren.

Während der großen Rezession von 2007 bis 2009 sank das BIP um 4,3 %, und eine ähnliche Entwicklung ist durchaus möglich. Die Wirtschaftstätigkeit bricht ein, insbesondere in Branchen wie dem verarbeitenden Gewerbe und dem Immobiliensektor.

Umsatz und Gewinn sinken, und Unternehmen versuchen verzweifelt, Kosten zu senken. Dies führt häufig zu Entlassungen, was die Situation nur noch verschlimmert.

Verschärfte Kreditbedingungen bedeuten, dass Unternehmen nicht mehr so ​​leicht Kredite erhalten, wodurch noch mehr Firmen an den Rand des Konkurses geraten.

Historisch gesehen steigt die Arbeitslosigkeit in Rezessionen sprunghaft an. Während der Großen Rezession schnellte die Arbeitslosenquote auf 10 % hoch.

Arbeitnehmer, die in Rezessionen ihren Arbeitsplatz verlieren, müssen oft mit längeren Phasen der Arbeitslosigkeit rechnen, und wenn sie wieder eine Arbeit finden, sind ihre Löhne in der Regel niedriger.

Untersuchungen zeigen, dass Arbeitnehmer, die während der Großen Rezession ihren Arbeitsplatz verloren, lebenslange Einkommensverluste von 19 % hinnehmen mussten, was über 25 Jahre etwa 112.100 US-Dollar entspricht. 

Auch die Lohnstagnation ist ein großes Problem. Selbst wenn es Arbeitnehmern gelingt, neue Arbeitsplätze zu finden, können ihre Einkünfte deutlich niedriger sein als zuvor.

Nach der Großen Rezession verdienten diejenigen, die wieder eingestellt wurden, zwei Jahre nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes 17 % weniger.

Für Millionen von Menschen ist das eine bittere Pille, aber die harte Realität einer Rezession ist, dass es nicht nur um Arbeitsplatzverlust geht. Es geht um den Verlust der finanziellen Stabilität für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.

Die Reaktion der Regierung: Zu wenig, zu spät?

Wenn die Wirtschaftslage sich verschlechtert, greift die Regierung üblicherweise auf Konjunkturprogramme zurück, um die Wirtschaft anzukurbeln. Sie pumpt Geld in angeschlagene Branchen und senkt die Steuern, um die Konsumausgaben anzuregen. 

Aber seien wir ehrlich, diese Maßnahmen sind meist zu wenig und kommen zu spät. Bis die Regierung reagiert, ist der Schaden oft schon angerichtet.

Die US-Notenbank könnte auch die Zinsen senken, um Kredite und Investitionen anzukurbeln. In früheren Rezessionen hat sie sogar auf quantitative Lockerung zurückgegriffen und den Markt mit billigem Geld geflutet, um die Wirtschaft zu stützen.

Rezessionen haben auch sehr reale soziale Folgen. Die Vermögensungleichheit verschärft sich. Die Reichen erholen sich in der Regel schneller, da sie über Vermögen und Investitionen verfügen, die die Auswirkungen abfedern.

Die Armen? Nicht so sehr. Rezessionen verschärfen die Kluft zwischen Arm und Reich und lassen Millionen von Menschen ums Überleben kämpfen. Aber das ist noch nicht alles. 

Rezessionen belasten die Psyche der Menschen. Der Stress durch Arbeitsplatzverlust, finanzielle Unsicherheit und eine ungewisse Zukunft führt zu höheren Raten von Depressionen und Angstzuständen.

Langzeitarbeitslosigkeit kann für Menschen verheerend sein und zu einer Spirale psychischer Probleme führen, aus der es schwer ist, wieder herauszukommen.

Globale Folgen einer Rezession in den USA

Die USA sind die größte Volkswirtschaft der Welt, und wenn sie ins Straucheln gerät, kommt der Welthandel nahezu zum Erliegen. 

Länder, die stark von Exporten in die USA abhängig sind, werden die Auswirkungen spüren, insbesondere Nationen wie Mexiko und Kanada. In der letzten globalen Rezession sanken die Handelsvolumina um über 15 %, da die Unsicherheit zunahm. 

Auch die Rohstoffpreise sinken in Rezessionen. Öl, Metalle – alles verliert an Wert. Während der Finanzkrise 2008 stürzten die Ölpreise von über 140 US-Dollar pro Barrel auf unter 40 US-Dollar ab. 

Das ist ein massiver Einbruch, der Länder wie Russland und Saudi-Arabien, die vom Rohstoffexport abhängig sind, mit in den Abgrund gerissen hat. Kommen dann noch Unterbrechungen der Lieferketten hinzu, herrscht globales Chaos.

Zudem reagieren Aktienmärkte empfindlich auf Unsicherheit, und Rezessionen bringen davon reichlich mit sich. Der S&P 500 ist in der Vergangenheit während US-Rezessionen im Median um 24 % gefallen.

Globale Investoren ziehen sich tendenziell aus risikoreichen Anlagen zurück, was die Volatilität in Schwellenländern weiter erhöht. Diese Panik kann zu einer massiven Kapitalflucht aus Entwicklungsländern führen und deren Wirtschaft zusätzlich schwächen.

Auch der globale Bankensektor ist nicht sicher. Eine Rezession in den USA kann sich schnell über die Grenzen ausbreiten und zu Liquiditätsproblemen führen, da die Banken angesichts sinkender Vermögenswerte versuchen, sich zu stabilisieren.

Wenn US-amerikanische Kreditnehmer mit ihren Krediten in Verzug geraten, wird es nicht lange dauern, bis dieser Schock die Banken weltweit trifft.

Politische Reaktionen und strukturelle Veränderungen

Regierungen weltweit werden fieberhaft versuchen, die Folgen einer Rezession in den USA abzufedern. Konjunkturprogramme wie der American Recovery and Reinvestment Act (ARRA) werden dabei zur Standardlösung.

Die Zentralbanken senken die Zinssätze, um die Kreditaufnahme anzukurbeln. Doch diese Maßnahmen gehen oft nicht auf die eigentlichen Ursachen der Krise ein. 

Langfristige Veränderungen sind notwendig. Regulierungsreformen, wie sie nach der Finanzkrise von 2008 durchgeführt wurden, sind erforderlich, um die Wirtschaft zu stabilisieren. 

Die Länder könnten auch ihre Handelspolitik überdenken und sich möglicherweise in Richtung Protektionismus bewegen, um sich vor den Folgen zu schützen.

Nein. Der US-Wirtschaft geht es nicht so gut, wie man vielleicht denkt. Und wenn sie zusammenbricht, wird die ganze Welt darunter leiden.

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