Die EZB wird morgen die Zinsen senken, aber es ist noch unklar, was als Nächstes kommt

- Die EZB wird morgen ihren Leitzins auf 2% senken, ein Schritt, der von den Märkten bereits vollständig eingepreist ist.
- Die Inflation sank im Mai auf 1,9 %, doch das Wachstum der Eurozone bleibt im ersten Quartal 2025 mit 0,3 % schwach.
- Analysten rechnen mit weiteren Zinssenkungen im Laufe des Jahres 2025, die EZB will sich aber noch nicht auf einen konkreten Plan festlegen.
Die EZB senkt morgen die Zinsen, Punkt. Händler gehen bereits davon aus, dass die Entscheidung gefallen ist; eine Zinssenkung um 25 Basispunkte ist mit 99%iger Wahrscheinlichkeit eingepreist.
Damit sinkt der Zinssatz für Einlagenfazilitäten auf 2 %, genau die Hälfte des Wertes von Mitte 2023, als die Inflation außer Kontrolle geriet und die EZB unter Druck stand. Die Zahl ist eingepreist, aber die eigentliche Frage lautet nun: Wie geht es weiter?
Laut CNBC erfolgt die Zinssenkung, nachdem die Inflation in der Eurozone im Mai auf 1,9 % gesunken ist und damit das EZB-Ziel von 2 % fast erreicht hat. Das Wirtschaftswachstum bleibt jedoch schwach. Das BIP der Eurozone wuchs im ersten Quartal 2025, der aktuellsten Schätzung zufolge, lediglich um 0,3 %. Das ist enttäuschend. Auch die weltweite Lage in der Eurozone trägt nicht zur Verbesserung bei.
Das Weiße Haus unter Donald Trump hat die Zölle wieder in die globale Debatte gebracht. Sollten die USA eine weitere Runde von Handelssanktionen verhängen, ist mit Vergeltungsmaßnahmen der EU zu rechnen. Hinzu kommen Deutschlands umfassende Haushaltskonsolidierung und die Aufrüstungsausgaben der EU – die wirtschaftlichen Aussichten stehen also auf wackeligen Beinen.
Die EZB zeichnet keinen klaren Weg über morgen hinaus
Niemand erwartet von der EZB, dass sie den weiteren Verlauf der Geldpolitik klar darlegt. Der Markt wünscht sich Orientierung. Der EZB-Rat gibt keine – auch nicht in dieser Woche. Einige Analysten rechnen bereits im Juli mit einer weiteren Zinssenkung. Jack Allen-Reynolds, stellvertretender Chefökonom für die Eurozone, erklärte, die jüngsten Inflationszahlen ebneten den Weg für einen baldigen nächsten Schritt.
Die Ökonomen von Barclays setzen jedoch auf ein langsameres Tempo. Sie gehen davon aus, dass die EZB keine konkreten Versprechen abgeben wird. „Wir glauben, dass die EZB sich hinsichtlich ihres geldpolitischen Kurses weiterhin unverbindlich verhalten und von Sitzung zu Sitzung flexibel agieren wird, um ihre Geldpolitik flexibel und entscheidungsfreudig zu gestalten.“ Das heißt im Klartext: „Erwarten Sie keinen konkreten Fahrplan.“
Ihr Basisszenario? Die Zinsen im Sommer konstant halten und sie dann bis zum Jahresende noch zweimal senken – im September und Dezember jeweils um 25 Basispunkte. Dadurch würde der Zinssatz deutlich unter 2 % fallen, allerdings erst nach einer längeren Pause.
Diese Ansicht wird durch weitere Analysen gestützt. BofA Global Research erklärte diese Woche in einer Mitteilung: „Der EZB gehen die Gründe aus, den Leitzins nicht unter 2 % zu senken.“ Man rechnet zwar mit weiteren Zinssenkungen, bezweifelt aber, dass es morgen diesbezügliche Hinweise geben wird. „Wir gehen davon aus, dass die Tür für eine Senkung unter 2 % offensteht, ein eindeutiges Signal ist jedoch unwahrscheinlich. Die Unsicherheit bezüglich der Zölle gibt dem EZB-Rat genügend Spielraum, sich nicht im Voraus auf weitere Zinssenkungen festzulegen.“
Die neuen Prognosen der EZB-Mitarbeiter werden ebenfalls am selben Tag wie die Zinsentscheidung veröffentlicht. Diese beinhalten die neuesten Erwartungen hinsichtlich Inflation und Wirtschaftswachstum. Die OECD hat bereits ihre eigenen Zahlen vorgelegt – 1 % Wachstum und 2,2 % Inflation für die Eurozone im Jahr 2025.
Zinssenkungen werden sich unterschiedlich auf Kredite und Ersparnisse auswirken
Für Verbraucher ist nicht nur die Zinssenkung der EZB entscheidend, sondern auch, wie sich diese auf Kredite und Einlagen auswirkt. Bas van Geffen, Senior Macro Strategist bei RaboResearch, erklärte: „Der Zinssatz für kurzfristige Einlagen orientiert sich in der Regel eng am Einlagenzinssatz.“ Das bedeutet: Senkt die EZB die Zinsen morgen um 0,25 Prozentpunkte, könnten Banken die Zinsen für Sparkonten schnell reduzieren.
Es gibt zwar eine Verzögerung, aber sie ist kurz. „Eine Woche nach der EZB-Sitzung tritt der Leitzins in Kraft. Wenn die EZB also am Donnerstag den Einlagensatz senkt, erhalten die Banken 0,25 Prozentpunkte weniger Zinsen auf ihre Einlagen bei der Zentralbank. Dies könnte sie veranlassen, auch die Zinsen für Sparkonten zu senken“, erklärte Bas.
Doch bei langfristigen Produkten – wie beispielsweise einer zehnjährigen Hypothek mit festem Zinssatz – ist nicht mit derselben Reaktion zu rechnen. Diese Zinssätze basieren auf Erwartungen, nicht nur auf der heutigen Schlagzeile. „Der Markt hat schon lange erwartet, dass die EZB die Zinsen diese Woche senken wird“, sagte Bas.
Diese Erwartung ist bereits in den langfristigen Zinssätzen eingepreist. Erwarten Sie also keine plötzliche Änderung morgen. „Das bedeutet auch, dass sich diese langfristigen Zinssätze nach der geldpolitischen Entscheidung dieser Woche nicht zwangsläufig ändern werden“, fügte Bas hinzu.
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