Die Digital-Asset-Branche befindet sich derzeit in einer besorgniserregenden Phase, die weltweit für Turbulenzen gesorgt hat. Anleger haben in einem marktweiten Crash Hunderttausende Dollar verloren. Der Preisverfall, unter anderem bei Grayscale, war nicht nur auf dem Kryptomarkt, sondern auch an den Aktienmärkten und in anderen Finanzsektoren zu beobachten. Mehrere Gründe haben zu dieser Krise beigetragen.
Dennoch ist zu beobachten, dass der weltweit größte Kryptofonds, Grayscale Bitcoin Trust (GBTC), im Einklang mit dem gesamten Kryptosektor an Wert verloren hat. Aktuell wird er mit einem deutlichen Abschlag gegenüber Bitcoingehandelt. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist das Vorhaben von Greyscale Investment LLC, den Kryptofonds in einen börsengehandelten Fonds (ETF) umzuwandeln.
GBTC fällt um über 40 %
Der Grayscale Bitcoin Trust hat eine Marktkapitalisierung von rund 18,3 Milliarden US-Dollar. Allerdings hat der Fonds allein in diesem Jahr über 40 % an Wert verloren. Obwohl Kryptowährungen derzeit einen starken Abwärtstrend erleben, liegt deren Wertverlust bei etwa 34 %. Im Vergleich dazu sinkt GBTC also noch deutlich schneller. Der Fondskurs lag rund 31 % unter dem Tiefststand der Bitcoin . Analysen zeigen, dass dies der höchste jemals für einen Grayscale-Fonds ermittelte Abschlag ist.
Der Grayscale Bitcoin Trust wird wie eine normale Aktie gehandelt. Er ermöglicht Anlegern, am Bitcoin-Markt teilzuhaben, ohne Bitcoin tatsächlich zu kaufen oder zu investieren. Grayscale erhebt eine jährliche Gebühr von etwa 2 % und übernimmt im Gegenzug die Verwahrung. Käufer erhalten Anteile am Bitcoin-Fonds.
Der deutlich reduzierte Preis bietet Anlegern daher eine attraktive Gelegenheit, Bitcoin Anteile unter dem Marktwert zu erwerben. Allerdings gibt es einen Haken: Anleger müssen einer sechsmonatigen Sperrfrist zustimmen. Die derzeitigen Anteilseigner des Fonds erleiden aufgrund des Kursverfalls Verluste.
Grayscale drängt die SEC zur GBTC-Umstellung
Experten vermuten, dass der Wertverlust des GBTC-Fonds darauf zurückzuführen ist, dass Grayscale umwandeln . Das Unternehmen hat sich mit der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) getroffen, um die Genehmigung für diesen Antrag zu erhalten. Dadurch soll der GBTC-Fonds in einen physisch besicherten ETF umgewandelt werden.
Die US-amerikanischen Regulierungsbehörden haben das Spot- Bitcoin -ETF-Modell jedoch noch nicht genehmigt. Sie argumentieren, dass die Volatilität und Preismanipulation von Bitcoin den Handel beeinträchtigen könnten. Im Gegensatz dazu genehmigt die SEC mehrere Bitcoin -Futures-ETFs. Grayscale hat sich mit einem Schreiben an die SEC gewandt und argumentiert, dass die Zulassung eines Spot Bitcoin -ETFs erfolgen sollte. Das Unternehmen verwies dabei auf andere Genehmigungen, die die Regulierungsbehörde bereits erteilt hat.
Berichten zufolge trafen sich Vertreter von Grayscale persönlich mit der SEC, um die Angelegenheit zu erörtern und die Behörde umzustimmen. Das Unternehmen beschwerte sich über ein diskriminierendes Vorgehen der SEC. Die Angelegenheit wird jedoch noch geprüft, und die SEC muss bis zum 6. Juli eine Entscheidung treffen.
Fällt die Entscheidung zugunsten von Grayscale aus, kann das Unternehmen seinen aktuellen Abschlag auf null zurücksetzen. Grayscale ist überzeugt, dass dies der einzige Weg ist, den erheblichen Abschlag, der den Bitcoin-Fonds belastet hat, zu beheben. Durch diese Umstellung werden fast 8 Milliarden US-Dollar an Wert für den Fonds freigesetzt.
Der CEO von Grayscale, Michael Sonnenshein, hat angedeutet, dass das Unternehmen möglicherweise rechtliche Schritte einleiten wird, sollte die Aufsichtsbehörde nicht zu ihren Gunsten entscheiden. Dies zeigt, dass Grayscale entschlossen ist, seinen Fonds in einen ETF umzuwandeln, da das Unternehmen keinen anderen Ausweg aus seinen aktuellen Schwierigkeiten sieht. Es sieht so aus, als könnte sich der Streit noch eine Weile hinziehen und beide Parteien auf die Probe stellen.
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