Die Anwälte von Do Kwon, dem Mitbegründer von Terra, und Chang-joon haben beantragt und gefordert, ihre Mandanten unter Hausarrest zu stellen und ihnen regelmäßige Meldepflichten bei den Behörden aufzuerlegen. Die Staatsanwaltschaft hat den vorgeschlagenen Kautionsbedingungen widersprochen. Die montenegrinischen Behörden führen die Ermittlungen gegen Do Kwon und seinen ehemaligen Mitarbeiter Han Chang-joon fort, die im März am Flughafen Podgorica wegen des Verdachts der Verwendung gefälschter Pässe festgenommen wurden.
Kwon und Chang-joon haben die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Während die Behörden der USA und Südkoreas die Auslieferung Kwons beantragt haben, wird er voraussichtlich zunächst in Montenegro vor Gericht gestellt. Der Strafprozess soll am 16. Juni beginnen.
Der Zusammenbruch von Terra und die Entkopplung des Stablecoins TerraUSD (UST) vom US-Dollar gehörten zu den frühen Ereignissen, die zum großen Kryptomarkteinbruch im Jahr 2022 beitrugen. Berichten zufolge haben die südkoreanischen Behörden im Zuge des laufenden Strafverfahrens Vermögenswerte von Kwon im Wert von rund 176 Millionen US-Dollar eingefroren
Kwon über den Zusammenbruch von Terra
Terra ist ein Blockchain-Protokoll, das für die Unterstützung verschiedener dezentraler Anwendungen und Stablecoins entwickelt wurde. Das Projekt erlangte in der Kryptoindustrie große Aufmerksamkeit und erreichte in der Spitze eine Marktkapitalisierung von über 12 Milliarden US-Dollar. Der Zusammenbruch des Terra-Ökosystems führte jedoch zu erheblichen Verlusten für Investoren und Nutzer.
Kwon hat bereits seine Verantwortung für das Scheitern von Terra und Missmanagement sowie eine Überdehnung des Projekts als mitwirkende Faktoren genannt. Er erklärte außerdem, er wolle das Projekt wiederaufbauen und das Vertrauen von Nutzern und Investoren zurückgewinnen.
Die Gerichtsverfahren gegen Kwon und Chang-joon verdeutlichen die potenziellen Risiken und Herausforderungen für Akteure der Kryptoindustrie. Mit dem anhaltenden Wachstum und der Weiterentwicklung der Branche ist mit einer verstärkten regulatorischen und rechtlichen Kontrolle zu rechnen. Die Marktteilnehmer müssen sich in einem komplexen und sich rasant verändernden Umfeld zurechtfinden, in dem Fehltritte oder Fehlverhalten rechtliche und finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen können.
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