Handelskonflikte, G20-Nervosität und US-Wirtschaftsdaten sorgen für eine angespannte Atmosphäre in der Berichtswoche der Wall Street

- Die US-Banken eröffnen die Berichtswoche, Goldman warnt vor Margendruck durch Zölle.
- Das Gewinnwachstum des S&P 500 dürfte sich auf 4 % verlangsamen, nach 12 % im letzten Quartal.
- Die USA boykottieren das G20-Finanztreffen in Durban und verschärfen damit die Spannungen mit Südafrika.
Die Wall Street geht mit stark steigendem Druck in die Berichtswoche. Nach monatelangen Rekordhochs in den USA und Europa deuten die Entwicklungen nun auf Instabilität hin. Die amerikanischen Bankenriesen legen als Erste ihre Zahlen vor – und der Zeitpunkt könnte nicht ungünstiger sein.
Der Hintergrund? Handelsstreitigkeiten, neue Zölle, politisches Chaos beim G20-Gipfel und ein US-Wirtschaftskalender, der einem Minenfeld gleicht.
Laut CNBC-Korrespondentin Jenni Reid beginnt alles am Dienstag, wenn JPMorgan, Goldman Sachs, Bank of America, Citi und Morgan Stanley innerhalb von zwei Tagen ihre Ergebnisse veröffentlichen. Investoren beobachten gespannt, inwieweit sich Trumps Handelspolitik bereits auswirkt.
Analysten von Goldman Sachs erklärten, US-Unternehmen hätten mit steigenden Kosten durch Zölle zu kämpfen, hätten die Preise aber nur geringfügig angehoben. Dies führe zu Gewinneinbußen. „Die Margenaussichten sind widersprüchlich“, schriebund verwies auf die schwachen Reaktionen der Unternehmen angesichts höherer Importkosten.
US-Banken rüsten sich für eine Abschwächung, während Europa große Gewinne verzeichnet
Die Auswirkungen des Drucks sind bereits in den Zahlen spürbar. Goldman prognostiziert für den S&P 500 in diesem Quartal einen Rückgang des Gewinnwachstums je Aktie auf lediglich 4 % im Vergleich zum Vorjahr. Das ist ein deutlicher Einbruch gegenüber dem Wachstum von 12 % im ersten Quartal. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Kosten steigen, die Umsätze wachsen nicht schnell genug, und die Unternehmen stecken in der Zwickmühle.
Während sich amerikanische Unternehmen auf schlechte Nachrichten einstellen, überraschen europäische Banken. Jenni Reid berichtete, dass sie gerade ihr bestes Halbjahresergebnis seit 1997 erzielt haben. Die Gewinne resultierten aus einem starken Anstieg im Investmentbanking und einer Reihe von Fusionen und Übernahmen.
US-Unternehmen hoffen möglicherweise, dieses Erfolgsrezept zu kopieren, doch Gewissheit gibt es nicht. Investoren werden die Handelserlöse und die Auftragslage genau im Auge behalten, wenn diese Banken diese Woche ihre Bücher öffnen.
Die diese Woche veröffentlichten Unternehmensergebnisse werden viel über die Entwicklung der US-Wirtschaft aussagen. Die Wall Street erwartet mehr als nur gute Zahlen. Sie will Anzeichen dafür, dass die Unternehmen auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet sind: Inflation, höhere Zölle, Konsumzurückhaltung und eine schwächere globale Nachfrage. Die CEOs werden in den Telefonkonferenzen zu den Quartalsergebnissen eingehend befragt werden, und ihre Antworten könnten die Märkte schnell bewegen.
Die USA lassen den G20-Gipfel aus, da die globale Politik die Märkte verkompliziert
Während in New York die Bankberichte veröffentlicht werden, spitzt sich die globale Politik in Durban zu. Die Finanzminister und Zentralbankchefs der G20 treffen sich diese Woche in Südafrika, doch die USA fehlen. Scott Bessent, Trumps Finanzminister, nimmt gar nicht an dem Treffen teil.
Reuters berichtet, dass er stattdessen nach Japan reist, was eine große Lücke in der US-Beteiligung hinterlässt, und das zu einer Zeit, in der das Vertrauen zwischen den Nationen ohnehin schon stark beansprucht ist.
Das Treffen findet nur wenige Monate nach einem öffentlichen Fiasko im Weißen Haus statt. Im Mai traf sich der südafrikanischedent Cyril Ramaphosa in Washington mit Trump, begleitet von Elon Musk. Das Treffen endete im Eklat, als Trump falsche Behauptungen über einen angeblichen „Völkermord an Weißen“ in Südafrika aufstellte.
Seitdem hat sich nichts verbessert. Die USA haben Südafrika nun mit einem 30-prozentigen Zoll belegt und es damit zum einzigen Land in Subsahara-Afrika gemacht, das von der jüngsten Runde der Handelssanktionen betroffen ist.
Es wird erwartet, dass die Spannungen im Vorfeld des größeren G20-Gipfels im November in Gauteng anhalten werden. Trump hat seine Teilnahme noch nicht bestätigt. Auch der letzte diplomatische Versuch, als Ramaphosa Südafrikas bekannteste Golfer ins Weiße Haus einlud, konnte die angespannte Stimmung nicht verbessern.
Die Märkte mögen dieses Chaos nicht. Anleger versuchen zu verstehen, wer als Nächstes betroffen sein wird, welche Abkommen geplatzt sind und ob die globalen Handelsgespräche überhaupt noch von Bedeutung sind. Diese Woche wird diese Fragen nicht beantworten. Sie wird aber neue aufwerfen.
Der US-Wirtschaftskalender ist derweil dicht gedrängt mit Daten. Am Montag werden die Marktreaktionen auf die neuen Zölle gegen Mexiko und die EU erwartet. Am Dienstag werden die Inflationszahlen für Juni anhand des Verbraucherpreisindex veröffentlicht. Am Mittwoch folgt der Erzeugerpreisindex.
Die Einzelhandelsumsatzzahlen werden am Donnerstag veröffentlicht. Der Freitag endet mit dem Verbraucherstimmungsbericht der Universität Michigan für Juli. Und als ob das nicht genug wäre, stehen im Laufe der Woche zwölf Reden von Vertretern der US-Notenbank auf dem Programm. Bei jedem einzelnen wird man genau beobachten, ob sich der Tenor ändert.
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