Das von Standard Chartered unterstützte Unternehmen Zodia Custody plant eine neue Kapitalerhöhungsrunde

- Zodia Custody, unterstützt von Standard Chartered, strebt eine Finanzierung in Höhe von 50 Millionen US-Dollar an, um sein Produktangebot und seine Marktreichweite zu erweitern.
- Der Markt für Krypto-Verwahrung wird bis 2030 voraussichtlich einen Wert von 16 Billionen US-Dollar erreichen.
- Umfassende Regulierung, Compliance und Sicherheitsmaßnahmen sind die Haupttreiber des Wachstums des Verwahrungsmarktes.
Der von Standard Chartered unterstützte Verwahrer digitaler Vermögenswerte, Zodia Custody, befindet sich in Gesprächen über eine neue Kapitalerhöhungsrunde.
Der Anbieter von Verwahrungslösungen für digitale Vermögenswerte auf institutionellem Niveau strebt eine Finanzierungsrunde über rund 50 Millionen US-Dollar an, um seine operative Kapazität zu erhöhen, sein Produktangebot zu erweitern und seine Marktpräsenz auszubauen. Diese Finanzierungsoffensive folgt auf eine frühere Finanzierungsrunde im Jahr 2023 unter der Führung von SBI Holdings, in der 36 Millionen US-Dollar eingeworben wurden. Dies spiegelt die wachsende Nachfrage nach Verwahrungslösungen für digitale Vermögenswerte wider.
Der Geschäftsführer Julian Sawyer erklärte, das Unternehmen wolle Investoren aus den Bereichen Tokenisierung und Zahlungsverkehr ansprechen. Die Finanzierungskampagne wird in Zusammenarbeit mit dem auf Kryptowährungen spezialisierten Beratungsunternehmen Architect Partners durchgeführt.
Anfang dieses Jahres, im Juni, ging Zodia eine Partnerschaft mit 21Shares, einem der weltweit größten Emittenten physisch besicherter börsengehandelter Produkte (ETPs). Standard Chartered ist Mehrheitsaktionär von Zodia Custody, das zudem von Northern Trust und der National Australia Bank unterstützt wird.
Zodia betritt einen wachsenden Markt für Krypto-Verwahrung
Zodia, gegründet 2020 mit Hauptsitz in London, bietet seine Dienstleistungen in rund 15 Ländern an. Das Unternehmen unterhält bereits Niederlassungen in Dublin, Luxemburg, Sydney, Singapur, Hongkong und Tokio. Laut dem ehemaligen CEO Maxime De Guillebon plant Zodia, seinen institutionellen Kundenstamm weiter auszubauen.
Im September 2024 ging Zodia eine Partnerschaft mit Solidus Labs ein , um die Finanzkriminalität im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten zu reduzieren und die Risikoidentifizierungdent-minderung zu verbessern. Im Oktober 2024 übernahm das Unternehmen die Verwahrung des Bitcoin ETFs von Jacobi Asset Management. Bereits im Februar 2023 hatte Zodia eine Partnerschaft mit SBI geschlossen, um einen Verwahrungsservice in Japan.
Einem Bericht der Boston Consulting Group zufolge könnte der Markt für Krypto-Verwahrung bis 2030 einen Wert von 16 Billionen US-Dollar erreichen. Laut Aussage des CEO möchte Zodia diese Chance nutzen: „Wir beabsichtigen, mit den Besten der Welt zusammenzuarbeiten, um unser Angebot für institutionelle Verwahrung auszubauen.“
Auch traditionelle Finanzinstitute sind am Verwahrungsmarkt interessiert. 2022 Citigroup eine Partnerschaft mit METACO ein, um Verwahrungsdienstleistungen für digitale Vermögenswerte zu entwickeln. Ebenso führte BNY Mellon, die älteste Bank Amerikas mit einem verwahrten Vermögen von über 43 Billionen US-Dollar, einen Verwahrungsdienst für Kryptowährungen ein.
Die Verwahrung von Kryptowährungen ist ein Sicherheits- und Compliance-Thema
Die Kryptowelt ist überschwemmt von Berichten über Hackerangriffe und Betrugsfälle, die insgesamt zu Verlusten in Milliardenhöhe geführt haben. Einem Bericht von Standard Chartered zufolge verfügen viele Krypto-Unternehmen über schwache interne Sicherheitsvorkehrungen, die nicht in der Lage sind, schwerwiegende Verluste zu verhindern.
Die Verwahrungsdienstleistungen für Krypto-Assets unterscheiden sich jedoch. Hadley Stern, Chief Commercial Officer des Verwahrungstools Marinade Finance, erklärte, dass die Bereitstellung von Verwahrungsdienstleistungen für Kryptowährungen fast zehnmal so teuer sei wie für traditionelle Finanzanlagen.
Die Verwahrung von Kryptowährungen ist gemäß dem US-amerikanischen Investment Advisers Act von 1940 (in der geänderten Fassung) ein Standard, der institutionelle Anleger verpflichtet, die Vermögenswerte ihrer Kunden bei einem qualifizierten Verwahrer zu verwahren. Ein Verwahrer ist ein Sicherheitsdienstleister, der Institutionen wie beispielsweise Börsen, die große Mengen an Kryptowährungen halten, beim Schutz der Kundengelder unterstützt. Verwahrer erleichtern zudem Handel, Zahlungen und Abrechnungen.
Mit zunehmender Regulierung und Compliance steigt auch der Bedarf an Verwahrungsdienstleistungen. Verwahrungslösungen wie Coinbase Global, Gemini Custody und Anchorage Digital sind bereits fester Bestandteil der Geschäftstätigkeit institutioneller Anleger, und Zodias jüngste Finanzierungsrunde könnte der Versuch sein, den Durchbruch im großen Markt zu schaffen.
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Hannah Collymore
Hannah ist Autorin und Redakteurin mit fast zehn Jahren Erfahrung im Bloggen und der Eventberichterstattung im Kryptobereich. Bei Cryptopolitanschreibt sie für die Nachrichtenseite und berichtet und analysiert die neuesten Entwicklungen in den Bereichen DeFi, RWA, Kryptoregulierung, KI und Zukunftstechnologien. Sie hat an der Arcadia University Betriebswirtschaftslehre studiert.
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