S&P Global, ein amerikanisches Finanzforschungs- und Analyseunternehmen, gab bekannt, dass Regulierungslücken weiterhin ein Hindernis für die Akzeptanz von Stablecoins darstellen. S&P merkte an, dass ein regulatorischer Rahmen die Akzeptanz von Stablecoins in den USA steigern und dazu beitragen könnte, die Lücke zu Europa zu schließen, wo die Regulierung der Märkte für Krypto-Assets Mitte 2024 in Kraft trat.
Der S&P-Bericht beleuchtete die Details dreier Vorschläge, die derzeit im Zuge der anhaltenden Debatte um die Regulierung von Stablecoins in den USA geprüft werden. Laut Bericht sehen alle drei Vorschläge strenge Anforderungen an Stablecoin-Emittenten vor. Dazu gehört die Aufrechterhaltung ausreichender Stablecoin-Reserven, die durch cash und Staatsanleihen mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten gedeckt sind. Die Stablecoin-Reserven sollen zudem durch versicherte Einlagen und Rückkaufvereinbarungen (Repos) mit einer Laufzeit von weniger als sieben Tagen gedeckt sein, die ihrerseits durch umgekehrte Repos, Schatzwechsel mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten und Zentralbankreserven besichert sind.
Emittenten von Stablecoins waren zudem verpflichtet, die zugrunde liegenden Vermögenswerte des Stablecoins von ihren eigenen Vermögenswerten zu trennen, die Rücknahmebedingungen offenzulegen und monatlich die Zusammensetzung ihrer Reserven zu veröffentlichen, die von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft werden. Weitere Anforderungen umfassen die Aufrechterhaltung eines bestimmten Kapitalniveaus, das ausreichende Liquidität gewährleistet, sowie die Einhaltung bestimmter Standards beim Management von Risiken in Bezug auf Zinssätze, operative Abläufe, Compliance und Informationstechnologie.
Der Bericht legt nahe, dass sich die Regulierungsvorschläge auf Landes- und Bundesebene unterscheiden
S&P berichtet von einem stetigen Wachstum von USDT und USDC im Kryptomarkt, betont aber, dass die Akzeptanz von Stablecoins in den USA durch mangelnde Regulierung gebremst wird. Klare Richtlinien sind dringend erforderlich, um das volle Potenzial auszuschöpfen.
– Alfa AI (@AlfaTerminal) 20. Februar 2025
Der Bericht von S&P Global wies darauf hin, dass sich die drei Vorschläge hinsichtlich der Frage, ob und wann ein Emittent auf Bundes- oder Landesebene reguliert werden sollte, unterschieden. Laut Bericht sah ein Vorschlag vor, dass das Office of the Comptroller of the Currency Stablecoins mit einem Basiswert von mindestens 10 Milliarden US-Dollar beaufsichtigen sollte, sofern der Emittent keine Bank war. Kleinere Stablecoin-Emittenten konnten sich hingegen für eine Regulierung auf Landesebene entscheiden, sofern diese der vorgeschlagenen Bundesregelung weitgehend entsprach. Der Bericht stellte klar, dass dies der Zustimmung des US-Finanzministers bedürfte.
S&P gab außerdem bekannt, dass die weiteren Vorschläge den Finanzminister und andere Regulierungsbehörden verpflichten, eine Studie zu endogen besicherten Stablecoins (ECS) durchzuführen und ein zweijähriges Moratorium für die Ausgabe von ECS zu fordern. Das S&P-Team ist überzeugt, dass Stablecoins bei On-Chain-Transaktionen eine zunehmend wichtige Rolle spielen werden, um Ersparnisse vor lokaler Währungsinstabilität in Schwellenländern zu schützen oder Überweisungen zu empfangen.
Der Bericht stellte fest, dass an den US-Dollar gekoppelte Coins weiterhin den Stablecoin-Markt dominieren, obwohl in letzter Zeit tokenisierte Geldmarktfonds mit Stablecoin-Zeichnungs- und Rücknahmemechanismen auf den Markt gekommen sind. Die Marktkapitalisierung von Stablecoins stieg bis zum 15. Februar auf 230 Milliarden US-Dollar, gegenüber rund 160 Milliarden US-Dollar vor sechs Monaten.
S&P erwartet eine verstärkte Akzeptanz von Stablecoins bei institutionellen Anlegern
Laut dem S&P-Bericht hat der Mangel an Regulierung und Aufsicht in den USA eine breitere institutionelle Akzeptanz von Stablecoins, insbesondere für Finanztransaktionen und die Emission digitaler Anleihen, verhindert. S&P prognostiziert, dass einige Nutzer schrittweise von unregulierten zu regulierten Stablecoins wechseln und damit die aktuelle Branchenlandschaft verändern werden. Die Studie zu ECS könnte nach ihrer Fertigstellung auch zu einer Verschärfung der Regulierungen für die Nutzung von ECS führen.
Der Bericht stellte fest, dass sich die Rolle von Stablecoins weiterentwickeln und letztendlich zu einer stärkeren Integration von traditionellem und dezentralem Finanzwesen führen könnte. Das Fehlen einer Einigung über die geeigneten Instrumente zur nativen On-Chain-Transaktion von Geld war einer der Hauptfaktoren, die die Entwicklung digitaler Anleihen und die Tokenisierung von risikogewichteten Vermögenswerten (RWA) behinderten.
S&P hob hervor, dass Regionen wie die EU, Hongkong und Singapur mit umfassenden Ansätzen für ihre Gebiete eine Vorreiterrolle einnehmen, während die USA weiterhin über eine Bundesgesetzgebung beraten. Wichtige Aspekte wie die Transparenz der Reserven, die Solvenz der Emittenten und die Möglichkeit, Stablecoins zu ihrem festen Wert einzulösen, seien entscheidend für den Verbraucherschutz.

