Die Zentralbank Singapurs dürfte ihre Geldpolitik diese Woche unverändert lassen und verweist auf die niedrige Inflation und die anhaltenden Unsicherheiten im US-Handel, während das Wirtschaftswachstum im Inland stabil bleibt.
Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 16 von 20 Ökonomen davon ausgehen, dass die Monetary Authority of Singapore (MAS) ihre derzeitige Geldpolitik beibehalten wird. Vier Ökonomen hingegen, darunter einige von der DBS Group Holdings Ltd. und TD Securities, spekulieren, dass die Bank nach ihrer letzten Überprüfung im Juli, bei der sie die Geldpolitik unverändert ließ, möglicherweise wieder mit einer Lockerung beginnen könnte.
Zentralbanken verfolgen unterschiedliche Strategien, um das Wirtschaftswachstum ihres Landes zu unterstützen
Die MAS überprüft ihre Richtlinien viermal jährlich sorgfältig. Im Januar und April lockerte die Behörde ihre Richtlinien, um der unsicheren wirtschaftlichen Lage des Landes Rechnung zu tragen, da sie mit Konjunkturabschwächungen und Risiken konfrontiert war, die ein vorsichtiges Vorgehen erforderten.
Im Gegensatz zu den meisten Zentralbanken , die bei zunehmender Unsicherheit eher die Zinssätze anpassen, ist das Hauptziel der Zentralbank Singapurs die Stabilisierung der Preise durch die Kontrolle des Anstiegs ihres Dollars auf Handelsbasis.
Diese Maßnahme folgt der neuen Entscheidung der Zentralbanken, unterschiedliche operative Strategien zu verfolgen. Zuverlässige Quellen berichten, dass Indonesien und Neuseeland ihre Zinssätze weiter senken, um das Wirtschaftswachstum der Länder anzukurbeln. Thailand, Malaysia und Australien hingegen halten ihre Zinssätze unverändert, da sie die Auswirkungen der vorangegangenen Änderungen eingehend prüfen.
Die US-Notenbank Federal Reserve hatte hingegen zuvor erstmals seit Dezember letzten Jahres die Kreditkosten gesenkt. Lloyd Chan, Senior Currency Analyst bei MUFG Global Markets Research in Singapur, kommentierte die Situation wie folgt: Die Zentralbank scheint mit weiteren Maßnahmen zu warten, bis sie Anzeichen eines wirtschaftlichen Abschwungs erkennt dent
Die zunehmenden Handelsspannungen zwischen den USA und China prägen auch Singapurs politische Ausrichtung. Der Handelskonflikt hat sich verschärft, da Peking auf die US-Zollpolitik mit Exportbeschränkungen für Seltene Erden reagiert. US-Präsident Donald Trump kündigte an, zusätzliche Zölle zu erheben und Softwareverkäufe nach China einzuschränken. Angesichts dent Eskalation bereiten sich Unternehmen auf mögliche Unterbrechungen vor.
, ab dem 1. November zusätzliche Zölle auf chinesische Exporte in die USA sowie neue Kontrollen für kritische Software einzuführen .
„Die bewusste Drohung mit hohen Zöllen ist nicht der richtige Weg, um mit China auszukommen“, sagte ein Sprecher des Handelsministeriums am Sonntag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. „Chinas Position im Handelskrieg ist unverändert. Wir wollen ihn nicht, aber wir fürchten ihn auch nicht.“.
Laut Aussage des Sprechers strebt China zwar keinen Handelskrieg an, wird aber seine Interessen verteidigen, sollten die USA diesen Weg weitergehen.
Der US-Aktienindex legte zu und signalisierte damit eine Atempause nach dem stärksten Einbruch seit April, da die Trump-Regierung nach den in der vergangenen Woche stark angestiegenen Spannungen zwischen Washington und Peking Offenheit für ein Handelsabkommen signalisierte.
Dietracdes S&P 500 stiegen bis 19:01 Uhr New Yorker Zeit um 0,9 %, während die Nasdaq-100-Futures um 1,2 % zulegten. Nachdem die Handelsspannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt am Freitag begonnen hatten und sich über das Wochenende fortsetzten, rief US-dent JD Vance Peking dazu auf, „den Weg der Vernunft zu wählen“ und drohte, dass Trump mehr Einfluss habe, sollte der Konflikt nicht beigelegt werden.
Singapurs Wirtschaft zeigt Anzeichen einer Erholung, was den Singapur-Dollar stärkt
Trotz zunehmender Spannungen am Markt haben Analysten einige positive Entwicklungen in Singapurs Wirtschaft hervorgehoben. So stiegen beispielsweise die Konsumausgaben im August stärker als erwartet, und die Produktionsaktivität legte im letzten Monat auf 56,4 zu und verzeichnete damit den achten Monat in Folge ein signifikantes Wachstum.
Darüber hinaus verzeichneten die Preise für private Wohnimmobilien den größten Anstieg seit drei Quartalen, angeführt von einem deutlichen Absatzanstieg bei Neubauwohnungen. Dieser Anstieg und das wachsende Interesse an sicheren regionalen Anlagen haben den Singapur-Dollar gestärkt. Obwohl er in diesem Jahr gegenüber dem US-Dollar um mehr als 5 % zugelegt hat, blieb er seit der letzten Entscheidung der MAS Ende Juli relativ stabil.
Singapurs Kerninflation ging im August den zweiten Monat in Folge zurück. Offizielle Stellen bekräftigten ihre Einschätzung, dass die Preissteigerungen bei Importwaren künftig moderat bleiben würden. Sie prognostizierten, dass die Kerninflation in diesem Jahr durchschnittlich zwischen 0,5 % und 1,5 % liegen wird.

