Singapurs Oberster Gerichtshof hat kürzlich eine wegweisende Entscheidung getroffen und gegen den inzwischen insolventen Kryptowährungs-Hedgefonds Three Arrows Capital (3AC) entschieden. Das Gericht wies 3ACs Antrag auf Abweisung einer Klage ab, die von Cheong Jun Yoong, besser bekannt als Arthur Cheong, dem innovativen Kopf hinter der Web3-Investmentfirma DeFi Capital, eingereicht worden war. Diese Entwicklung markiert eine bedeutende Wende in einer Geschichte, die Finanzinnovationen mit juristischen Feinheiten verknüpft.
Die Entstehung des Streits
Die Ursprünge dieses brisanten Rechtsstreits lassen sich auf eine Vereinbarung zwischen Cheong und den 3AC-Gründern Su Zhu und Kyle Davies trac. Das Trio gründete unter dem Dach der 3AC Group einen unabhängigendent , der schließlich unter dem Namen DeFiance Capital bekannt wurde. Diese Vereinbarung ermöglichte DeFiance den Zugriff auf wichtige Ressourcen von 3AC, darunter Middle- und Backoffice-Unterstützung, Wirtschaftsprüfer und Fondsverwalter. Im Gegenzug verpflichtete sich DeFiance, einen Teil seiner Gebühren an Zhu und Davies abzuführen.
Im Laufe des Jahres 2022 wuchsen die Konten von DeFiance rasant an und umfassten eine Mischung aus Kryptowährungen und Fiatgeld in Millionenhöhe. 3AC unterstützte DeFiance maßgeblich bei seinen operativen Anforderungen, indem es Unterkonten bei großen Kryptobörsen einrichtete und einen dedizierten Arbeitsbereich auf der Plattform seines Verwahrungsanbieters bereitstellte. Die Situation änderte sich jedochmatic, als 3AC seinen Hauptsitz nach Dubai verlegte. Während dieses Übergangs wurden bestimmte Vermögenswerte, deren Wert in den Gerichtsakten nicht offengelegt wird, nicht wie ursprünglich vereinbart an DeFiance übertragen.
Rechtliche Verwicklungen und der Vertrauensfaktor
Die Angelegenheit spitzte sich im Juli 2022 zu, als 3AC Insolvenz anmeldete. Dies löste eine Kettenreaktion am Kryptomarkt aus und enthüllte die immensen Schulden des Unternehmens in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar gegenüber Gläubigern. Im November desselben Jahres erhob DeFiCapital mit Genehmigung des Obersten Gerichts von Singapur Klage gegen die Insolvenzmasse von 3AC, um die noch in deren Besitz befindlichen Vermögenswerte zurückzuerlangen. Am selben Tag reichte 3AC Gegenklagen ein und verkomplizierte damit das juristische Labyrinth weiter.
Ein entscheidender Punkt in diesem Rechtsstreit war die Feststellung des Gerichts bezüglich der Krypto-Assets in den Fireblocks-Wallets. Obwohl 3AC die Klage als unbegründet abwies, erkannte das Gericht ein Treuhandverhältnis an und stellte fest, dass ein solches auch entgegen den Angaben in den Rechtsdokumenten bestehen könne. Das Gericht unterstrich zudem Singapur als geeigneten Gerichtsstand für die Klage und verwies auf die rechtliche Verankerung des Landes sowie den Aufenthaltsort der Person, die die Wallet-Schlüssel kontrollierte.
Der umstrittene Su Zhu und der Ripple -Effekt
Su Zhu, eine ebenso umstrittene wie einflussreiche Figur in der Krypto-Szene, ist kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden, das er paradoxerweise positiv beschreibt. Zhus Social-Media-Präsenz war schon immer eine Mischung aus Kühnheit und Weitsicht, ob in den Glanzzeiten von 3AC oder nach dessen spektakulärem Zusammenbruch. Seine jüngsten Kommentare, die nahelegen, dass ein Gefängnisaufenthalt „enj“ sein kann, spiegeln eine ganz eigene, Zhu-artige Sichtweise auf die Prüfungen des Lebens wider.
Der Zusammenbruch von 3AC hatte weitreichende Folgen, trug zu einem Dominoeffekt auf dem Kryptomarkt bei und vernichtete Billionen aus den Portfolios der Anleger. Zhus und Davies' Reisen um die Welt nach der Insolvenz, gepaart mit ihrer mangelnden Kooperationsbereitschaft gegenüber den Ermittlern, haben die Kontroverse um sie nur noch weiter angeheizt. Trotz ihrer Dementis haben die Handlungen des Duos die Aufmerksamkeit der singapurischen Behörden auf sich gezogen und zu Betrugs- und Urkundenfälschungsvorwürfen von Kreditgebern geführt.

