Facebook ist bestrebt, dem Libra-Projekt möglichst viele Fiatwährungen hinzuzufügen, und die neueste Währung, die in den Libra-Währungskorb aufgenommen wurde, ist der Singapur-Dollar.
Facebooks Kryptowährung Libra sorgt derzeit für viel Kontroverse . Zuletzt ging es um die Frage, welche Fiatwährungen Libra unterstützen werden. Erst am Montag veröffentlichte Facebook einen Brief an US-Senatoren, in dem das Unternehmen seine Bedenken hinsichtlich des möglichen Einflusses der chinesischen Regierung auf Libra zum Ausdruck brachte.
Zuvor hatte Senator Mark Warner (Demokrat aus Virginia) Facebook angeschrieben und das Unternehmen gebeten, den chinesischen Yuan nicht in den Währungskorb für seine digitale Währung aufzunehmen. Facebook antwortete Berichten zufolge, die Entscheidung über die Aufnahme des Yuan in den Währungskorb hänge von der jeweiligen Lage und den spezifischen Gegebenheiten ab, darunter auch regulatorische Bedenken im Zusammenhang mit Libra. Das Unternehmen überließ die endgültige Entscheidung der Libra Association und untersagte eine direkte Stellungnahme.
Was die Aufnahme des Singapur-Dollars in den Libra-Korb bedeutet
Laut Bloomberg hat Facebook eine Liste potenzieller Währungen für die Libra-Reserve bereitgestellt. Darin enthalten waren der japanische Yen, der US-Dollar, das britische Pfund und der Singapur-Dollar. Chinesische Währungen wurden jedoch nicht explizit ausgeschlossen. Die endgültige Entscheidung steht daher noch aus.
David Marcus, Blockchain-Chef von Facebook, hatte zuvor erwähnt, dass der Währungskorb, der Libra decken würde, zu 50 Prozent aus US-Dollar und zum Rest aus risikoarmen Vermögenswerten und etablierten Staatswährungen mit hohem Ansehen bestehen würde.
Umstrittener Start, stockender Fortschritt
Die Facebook-Libra-Währung wurde erstmals im Sommer 2019 vorgestellt und sollte im Wesentlichen aus zwei Token bestehen. Der erste Token sollte ein durch Fiatgeld gedeckter Stablecoin sein. Der zweite Token sollte ein Sicherheitstoken für die Mitglieder des Leitungsgremiums sein, mit dem diese das Netzwerk überwachen können.
Allerdings stieß das Projekt anfangs auf großen Widerstand, da viele Regulierungsbehörden, darunter auch in den USA, Einwände gegen seine Entwicklung erhoben, bis alle Fragen zur Rechtmäßigkeit geklärt sind.
Im Juli sagte David Marcus auch vor den Bankenausschüssen des Senats und dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses aus und versuchte, die Behörden zu beruhigen, dass das Ziel der Libra nicht darin bestehe, das globale Währungssystem zu stören.
Trotz zahlreicher Widrigkeiten hat das Unternehmen sein Versprechen zur Entwicklung der Währung bekräftigt. Der chinesische Yuan ist weiterhin umstritten, doch die Aufnahme des Singapur-Dollars in Libra wird dessen Präsenz in Südasien sichern. Facebook erklärte außerdem, Libra werde erst nach Klärung aller regulatorischen Fragen eingeführt.
Singapur-Dollar im Libra-Währungskorb löst neue Debatte aus