Solltedent Trump US-Kongressmitgliedern den Handel mit Kryptowährungen genauso verbieten wie den mit Aktien?

- Trump könnte dem Kongress den Handel mit Kryptowährungen verbieten, genau wie mit Aktien, um zu verhindern, dass sie von Märkten profitieren, die sie regulieren.
- Manche glauben, dass Trumps Krypto-Investitionen es ihm erschweren könnten, faire Regeln für die Gesetzgeber durchzusetzen.
- Die meisten Amerikaner wollen, dass dem Kongress der Handel mit Vermögenswerten wie Kryptowährungen und Aktien verboten wird, weil sie die Doppelmoral satt haben.
Der selbsternannte „Krypto-dent“ Donald Trump steht vor einer neuen ethischen Zwickmühle: Soll er US-Kongressmitgliedern den Handel mit Kryptowährungen verbieten, analog zum vorgeschlagenen Verbot von Aktien, das er selbst unterstützt?
Da der Kryptomarkt zu einer Billionen-Dollar-Industrie geworden ist, könnte es so aussehen, als würde man den Gesetzgebern die Schlüssel zum Tresor an diejenigen übergeben, die die Regeln schreiben, wenn man ihnen den Handel damit erlaubte.
Ein Verbot des Aktienhandels für Kongressabgeordnete ist schon seit Längerem ein heiß diskutiertes Thema. Der amtierendedent Joe Biden hat sich bereits vor einiger Zeit dafür ausgesprochen und argumentiert, dass Abgeordnete nicht von Märkten profitieren sollten, die sie beeinflussen können.
Umfragen zufolge stimmen 75 % der Amerikaner zu. Kryptowährungen hingegen, dezentralisiert, global und volatil, stellen eine völlig andere Herausforderung dar. So etwas hat es noch nie gegeben. Es gibt keine Vorbilder, und Herr Trump ist nicht gerade der verantwortungsvollste Mensch auf diesem Planeten.
Trumps Krypto-Liebesaffäre
Trump ist Bitcoinderzeit der lautstärkste Befürworter von bitcoin Verkaufs und die Ernennung von Krypto-Verbündeten zu einflussreichen Regulierungsstellen.
Seine Herangehensweise an Kryptowährungen hat ihn unter Blockchain-Enthusiasten enorm populär gemacht, wirft aber auch Fragen zu seinen eigenen Investitionen auf. Trumps private Krypto-Bestände und seine Verbindungen zu Branchenakteuren könnten die Einhaltung ethischer Standards erschweren.
Richard Painter, ein ehemaliger des Weißen Hauses , äußerte seine Besorgnis, dass Trumps finanzielle Interessen seine Entscheidungen – oder deren Unterlassung – bei der Regulierung von Kryptowährungen beeinflussen könnten. „Die Interessenkonflikte haben sich mit dem Ausbau seines Firmenimperiums deutlich verschärft“, sagte er.
Und seien wir ehrlich: Ein kryptofreundlicher SEC-Chef unter Trump könnte zwar gut für den Markt sein, aber für die Regierungsführung fragwürdig.
Der Columbia-Rechtsprofessor John Coffee ging noch einen Schritt weiter und wies darauf hin, dass die Trump-Regierung eine weniger strenge Durchsetzung der Gesetze gegen Krypto-Unternehmen. Das mag zwar für Bitcoin -Befürworter zunächst erfreulich klingen, ist aber problematisch, wenn Gesetzgeber persönlich von den von ihnen geschaffenen Regeln profitieren könnten.
Der legislative Kampf um die Handelsabkommen des Kongresses
Die Idee, dem Kongress jeglichen Handel zu verbieten, ist nicht neu. Der vor Jahren eingebrachte ETHICS Act zielte darauf ab, Abgeordnete und ihre Familien daran zu hindern, in den von ihnen beeinflussten Märkten Gewinne zu erzielen.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels können Kongressabgeordnete trotz des wachsenden öffentlichen Drucks auf eine Änderung weiterhin ungehindert mit Aktien handeln. Der ETHICS Act könnte zwar auch Kryptowährungen umfassen, ist aber noch ein Vorschlag und kein Gesetz. Selbst wenn er verabschiedet wird, wäre seine Durchsetzung eine große Herausforderung.
Kryptowährungen bewegen sich rasant, viel schneller als Washington. Und im Gegensatz zu Aktiensind sie nicht an eine zentrale Börse gebunden. Ein Verbot könnte verheerende Folgen haben, aber eine Zulassung wäre womöglich noch schlimmer.
Umfragen zeigen, dass die Bevölkerung es satt hat, dass Abgeordnete sich bereichern, anstatt dem Volk zu dienen. Ethische Regierungsführung ist in aller Munde, doch ihre Anwendung auf einen dezentralen Markt wie Kryptowährungen ist eine ganz andere Sache. Ein einziger Fehltritt, und das ohnehin schon fragile Vertrauen der Öffentlichkeit in den Kongress könnte weiter schwinden. Man darf gespannt sein, welche Auswirkungen das auf Trumps Vermächtnis haben wird.
Was andere Länder tun
Die USA sind nicht das einzige Land, das sich mit diesen Fragen auseinandersetzt. Auch in Großbritannien müssen Abgeordnete all ihre finanziellen Interessen offenlegen, einschließlich Aktien und Kryptowährungen.
Das kanadische Gesetz zur Vermeidung von Interessenkonflikten verfolgt denselben Ansatz und gewährleistet so hohe Transparenz in öffentlichen Ämtern. Auch in Australien müssen Abgeordnete ihre Kryptowährungsbestände offenlegen, um potenziellen Skandalen vorzubeugen.
Deutschland bietet Gesetzgebern mehr Spielraum, sieht sich aber Forderungen nach strengeren Regelungen ausgesetzt. In der Europäischen Union genießen Transparenz und ethische Investitionspolitik höchste Priorität. Verglichen damit wirken die USA wie der Wilde Westen – mit vagen und kaum durchgesetzten Regeln.
Kryptowährungen sind noch relativ neu, und Gesetzgeber, die sie besitzen, verstehen ihre Komplexität möglicherweise besser. Das könnte ihnen helfen, intelligentere und fairere Regulierungen zu entwerfen. Doch Kryptowährungen sollen finanzielle Freiheit symbolisieren. Ihre Einschränkung könnte ein falsches Signal für die Branche aussenden.
Hinzu kommt das Argument, Talente für den öffentlichen Dienst zutrac. Sind die finanziellen Beschränkungen zu streng, könnten qualifizierte Personen die Politik gänzlich meiden.
Aber seien wir ehrlich: Trump wird dem Kongress den Handel mit Aktien oder Kryptowährungen verbieten. Dafür ist er viel zu geldgierig.
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