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Kurzfristige Kryptovolatilität ist zu erwarten, doch die Reaktion der Fed könnte als Inflationsschutz eine Erholung auslösen – Binance Research

In diesem Beitrag:

  • Im Jahr 2025 haben die USA aggressive Zölle eingeführt, die höchsten seit dem Smoot-Hawley-Zollgesetz von 1930.
  • Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes ist seit Januar 2025 um etwa 25,9 % gesunken, was auf eine zunehmende Risikoaversion der Anleger hindeutet.
  • Die Aussichten für die Kryptomärkte bleiben ungewiss, wobei die potenzielle Volatilität von den laufenden Entwicklungen im Welthandel, den Inflationsdaten und der Politik der Zentralbanken abhängt.

Laut einem Bericht Binance ist die Marktstimmung nun vorsichtiger geworden. Die Anleger reagieren auf die Ankündigungen der Zölle mit einem classic „Risk-off“-Verhalten, da sie mit einer höheren Volatilität rechnen. 

Infolgedessen ist die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes seit den Höchstständen im Januar um schätzungsweise 25,9 % gesunken – was einen Wertverlust von rund 1 Billion Dollar bedeutet – und damit seine Empfindlichkeit gegenüber makroökonomischer Instabilität unterstreicht.

Kryptoanlagen haben sich weitgehend parallel zu Aktien entwickelt, wobei beide einen Nachfragerückgang, breite Verkäufe und eine Korrekturphase erlebten. Dies scheint Anleger, die angesichts der Volatilität Sicherheit suchten, in traditionelle sichere Häfen wie Anleihen und Gold getrieben zu haben, was zu deren Kursanstieg führte, wobei Gold mehrere Allzeithochs erreichte.

Wie sich die neue Entwicklung auf die Einfuhrzölle in den USA auswirkt.

US-Zollsätze und Importanteil pro Land
US-Zollsätze und Importanteile der einzelnen Länder. Quelle: Binance Research

Die jüngsten Entwicklungen im Bereich der Zölle haben Berichten zufolge die US-Importsteuern auf ein Niveau angehoben, das seit dem Smoot-Hawley-Zollgesetz von 1930 nicht mehr erreicht wurde. Dieses Gesetz sah die Einführung umfassender Zölle auf Tausende von Waren während der Großen Depression vor.

Die aktuell verfügbaren Daten lassen darauf schließen, dass der durchschnittliche US-Zollsatz auf rund 18,8 % gestiegen ist, wobei einige Schätzungen sogar von bis zu 22 % ausgehen – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 2,5 % im Jahr 2024.

Dies erscheint extrem, wenn man bedenkt, dass die Zölle in der jüngeren Vergangenheit im Durchschnitt bei 1–2 % lagen und selbst in den Jahren 2018–2019, als es zu Handelskonflikten kam, die Zölle 3 % nicht überschritten.

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Die Volatilität von Kryptowährungen hängt von den Disinflationsbemühungen der US-Notenbank ab

Die neuen Zölle führen zu einer erheblichen Steuererhöhung auf importierte Waren, was zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen wird, der mit den Bemühungen der Federal Reserve zur Eindämmung des Preiswachstums zusammenfällt.

Es gibt nun Bedenken, dass diese Maßnahmen die Bemühungen zur Inflationsbekämpfung untergraben könnten. Aktuell liegen marktorientierte Instrumente wie einjährige Inflationsswaps bei über 3 %. Verbraucherumfragen zeigen jedoch, dass Anleger mit einem Anstieg auf 5 % rechnen. Dies unterstreicht die allgemeine Annahme, dass die Preise im nächsten Jahr noch weiter steigen werden.

Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der Federal Reserve um 25 Basispunkte in diesem Jahr
Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der US-Notenbank um 25 Basispunkte in diesem Jahr. Quelle: Binance Research

Ökonomen warnten zudem davor, dass ein ausgewachsener Handelskrieg die Weltwirtschaft um bis zu 1,4 Billionen Dollar an Wirtschaftsleistung bringen könnte, wobei das reale BIP pro Kopf in den USA in der Anfangsphase voraussichtlich um fast 1 % sinken würde.

Manche befürchten, dass viele Volkswirtschaften in eine Rezession abrutschen könnten, sollte das vollständige Zollsystem zum Standard werden. Schließlich sind die US-Zölle mittlerweile so hoch, dass die meisten früheren Prognosen nicht mehr zutreffen.

Die zunehmende Bedrohung des wirtschaftlichen Fortschritts hat die Fed gezwungen, ihren Fokus, der auf der Eindämmung der Inflation lag, zu ändern, und die Märkte beginnen, eine mögliche Neuausrichtung der Geldpolitik zur Unterstützung der Wirtschaft zu antizipieren.

Die Zentralbank steht ebenfalls vor einer schwierigen Entscheidung; sie kann entweder eine durch Zölle bedingte Inflation tolerieren oder an einer restriktiven Zinspolitik festhalten und damit das Risiko eingehen, eine mögliche Konjunkturabschwächung zu verschärfen.

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Kurzfristig scheint die Fed entschlossen , die langfristigen Inflationserwartungen stabil zu halten. Dennoch dürften die geldpolitischen Entscheidungen weiterhin datenabhängig bleiben dent je nachdem, welches Signal, Inflation oder Wachstum, eine größere Schwäche aufweist.

Steigt die Inflation deutlich über das Zielniveau, besteht die Gefahr einer Stagflation, die die Handlungsfähigkeit der Fed einschränken könnte. Diese unsichere geldpolitische Lage trägt zusätzlich zur Marktvolatilität bei.

Kurzfristig dürfte der Kryptomarkt angesichts des Handelskriegs volatil bleiben, da sich die Stimmungslage als Reaktion auf die laufenden Entwicklungen verändern kann.

Wenn die Inflation steigt, während das Wachstum nachlässt, wird die Reaktion der Fed entscheidend sein. Eine Lockerung der Geldpolitik könnte durch die erneute Liquidität eine Krypto-Rallye auslösen, während eine restriktive Haltung den Druck auf risikoreiche Anlagen aufrechterhalten könnte.

Sollten sich die makroökonomischen Bedingungen stabilisieren, ist es wahrscheinlich, dass sich neue Narrative durchsetzen, oder Kryptowährungen könnten ihre Rolle als langfristige Absicherung wiedererlangen, was ein erneutes Wachstum zur Folge haben könnte.

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