Saudi-Arabien investiert eine Milliarde Dollar in ein VR-Unternehmen, das noch nie Gewinn erwirtschaftet hat

- Der saudische Staatsfonds PIF hat mehr als eine Milliarde Dollar in Magic Leap investiert, ein in Florida ansässiges Virtual-Reality-Unternehmen, das trotz der Aufnahme von über vier Milliarden Dollar noch nie einen Gewinn erzielt hat
- Die Investition ist Teil der saudischen Strategie „Vision 2030“, die darauf abzielt, die Wirtschaft durch massive Technologieinvestitionen über das Ölgeschäft hinaus zu diversifizieren
- Magic Leap steht im Wettbewerb mit Apples Vision Pro und Metas Quest-Headsets auf einem Virtual-Reality-Markt, der Schwierigkeiten hat, sich im Massenmarkt durchzusetzen
Saudi-Arabiens wichtigster Investmentarm hat mehr als eine Milliarde Dollar in ein in Florida ansässiges Virtual-Reality-Unternehmen investiert, das seit seiner Gründung vor 15 Jahren noch keinen Gewinn erwirtschaftet hat.
Der saudische Staatsfonds PIF (Public Investment Fund) hat Magic Leap kürzlich weitere 205 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt und damit dem angeschlagenen Technologieunternehmen erneut cash zugeführt. Das Unternehmen hat durch verschiedene Finanzierungsrunden bereits über vier Milliarden US-Dollar eingesammelt, arbeitet aber weiterhin mit Verlust und produziert Mixed-Reality-Brillen, die mit Produkten von Apple und Meta konkurrieren sollen.
Rony Abovitz gründete Magic Leap im Jahr 2010. Das Unternehmen weckte zunächst große Begeisterung mit seinen Plänen für Headsets, die virtuelle Bilder in die reale Welt einblenden sollten. Doch als das Produkt 2018 auf den Markt kam, floppte es. Das Unternehmen entließ daraufhin über 80 % seiner Belegschaft und verlagerte seinen Fokus von Endverbrauchern auf die Entwicklung von Augmented-Reality-Lösungen für Unternehmen.
Die saudische Übernahme kann das Blatt nicht wenden
Der Telegraph berichtete als erstes, dass der saudische Investmentfonds Magic Leap 2022 stillschweigend übernommen hat. Seitdem mussten die saudischen Geldgeber über eine Milliarde Dollar investieren, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Der Fonds investiert Dutzende Milliarden Pfund in Technologieunternehmen, darunter Spiele- und Unterhaltungsprojekte, da das Königreich im Rahmen von Kronprinz Mohammed bin Salmans Vision 2030 versucht, seine starke Abhängigkeit von Öleinnahmen zu verringern.
Der Investmentfonds mit einem Volumen von einer Billion US-Dollar unterstützte kürzlich den 55 Milliarden US-Dollar schweren KauftronArts. Im Sommer veranstaltete er außerdem den Esports World Cup für professionelle Gamer. Abseits des Technologiesektors investierte der Fonds Milliarden in den Kauf von Fußballvereinen und die Verpflichtung von Starspielern für die saudische Liga.
Nicht alle ambitionierten Projekte Saudi-Arabiens verliefen reibungslos. Entwicklungen wie die Stadt Neom und die Smart City The Line stießen auf Probleme mit Verzögerungen und aus dem Ruder gelaufenen Kosten.
Laut Unterlagen der britischen Niederlassung von Magic Leap erwartet das Unternehmen im nächsten Monat weitere Finanzmittel von einem seiner Investoren. Zusätzliche Finanzierungszusagen sind auch für 2026 geplant, wodurch der Fortbestand des Unternehmens bis zum sogenannten „Going Concern“-Zeitraum gesichert werden soll.
Die Partnerschaft mit Google weckt Hoffnung
Trotz finanzieller Schwierigkeiten unterzeichnete Magic Leap letztes Jahr einen Vertrag mit Google. Google hatte bereits vor über zehn Jahren 542 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investiert. Obwohl die beiden Unternehmen noch keine Details zu ihrer neuen Partnerschaft bekannt gegeben haben, erklärte Google, man wolle mit Magic Leap aufgrund dessen führender Position in den Bereichen Optik und Fertigung zusammenarbeiten, um ein breiteres Spektrum an immersiven Erlebnissen zu entwickeln
Google hat eine neue Version seines Android-Betriebssystems für Mixed-Reality-Headsets veröffentlicht. Die britische Tochtergesellschaft DeepMind entwickelt außerdem eine KI-Brille namens Project Astra.
Mark Zuckerbergs Meta hat bereits Milliarden in intelligente Brillen investiert, die mit künstlicher Intelligenz und Displaytechnologie ausgestattet sind und Smartphones eines Tages ersetzen könnten. Apple stieg mit seinem Vision Pro-Headset zum Preis von 3.500 £ in den Markt ein. Das Headset bietet fortschrittliche Grafik und ermöglicht die Interaktion mit der Umgebung, die Verkaufszahlen sind jedoch bisher eher verhalten.
Trotz aller Investitionen und Entwicklungsarbeit blieben Augmented-Reality-Technologien und Datenbrillen weitgehend im Abseits und konnten nicht annähernd an den weltweiten Erfolg von Smartphones anknüpfen.
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