In einem aktuellen Artikel stuft Forbes das XRP Ledger ( XRP L) und 19 weitere Blockchains als nicht wirklich funktionsfähig ein – und bezeichnet sie sogar als „Zombie-Chains“. Die Studie argumentiert, dass diese Netzwerke, darunter auch XRP L, trotz ihrer über zehnjährigen Präsenz im Blockchain-Ökosystem einer intensiveren Nutzung bedürfen. Forbes konzentriert sich in seiner Analyse insbesondere auf XRP L, obwohl das Netzwerk mit über 5,1 Millionen Wallets, die auf anhaltendes Interesse der Nutzer hindeuten, Aktivität zeigt.
Der Forbes-Bericht hebt hervor, dass XRPL die globalen Geldströme nicht wesentlich beeinflussen kann und stellt dessen Relevanz im Bereich grenzüberschreitender Zahlungen infrage. Laut Forbes ist das Netzwerk nicht in der Lage, SWIFT, den Marktführer im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, herauszufordern. Trotz RippleBemühungen mit seinem ODL-Produkt, das Berichten zufolge ein beträchtliches Überweisungsvolumen verarbeitet hat, bleibt Forbes skeptisch, ob XRPL traditionelle Systeme ersetzen kann.
Die Rolle von XRPL bei effizienten Zahlungen wurde übersehen
Forbes kritisiert XRPL zudem wegen seines vermeintlich geringen Nutzens, trotz einer Bewertung von über 36 Milliarden US-Dollar. Die Publikation führt die niedrigen Transaktionsgebühren im XRP Ledger als Indiz für dessen begrenzte Nutzung an; die Gesamtkosten beliefen sich 2023 auf 583.000 US-Dollar. Forbes wertet dies als Beweis für die mangelnde Leistungsfähigkeit des Netzwerks und ignoriert dabei, dass die niedrigen Gebühren von XRPL der Abschreckung von Spam-Transaktionen dienen und nicht als primäre Einnahmequelle gedacht sind.
Der Artikel hat in der Krypto-Community heftige Kritik hervorgerufen. Kritiker bemängeln, dass die Forbes-Analyse zu wenig Tiefgang benötige und die Beiträge von XRPL zu effizienten und kostengünstigen grenzüberschreitenden Zahlungen außer Acht lasse. Auch Ripplejüngste Erfolge, wie strategische Akquisitionen und Pilotprojekte für digitale Zentralbankwährungen (CBDCs), wurden von Forbes als unzureichend und zu spät abgetan. Diese Haltung hat zu Debatten über die Kriterien zur Bewertung des Nutzens von Blockchain-Technologien und die Bedeutung von Transaktionsgebühren als Erfolgsmaßstab geführt.
Bitcoinund Ethereum sind die einzigen Gewinner im Forbes-Ranking
Forbes' Haltung zur Nützlichkeit von Blockchains geht über XRP L hinaus und nennt 20 Netzwerke, denen es einen sinnlosen Zweck zuschreibt. Diese Liste steht im deutlichen Gegensatz zur Anerkennung von Bitcoin und Ethereum als einzige Blockchains mit bedeutendem Beitrag durch das Magazin. Die Kriterien für diese Klassifizierung werfen Fragen hinsichtlich der Bewertungsmethoden für die Effektivität von Blockchains und der Zukunft digitaler Währungen in Finanzsystemen auf.
Der Artikel hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Branchenkenner hinterfragen die Schlussfolgerungen und plädieren für eine umfassendere Betrachtung der Blockchain-Technologie. Die Diskussion unterstreicht die Dynamik des digitalen Finanzwesens und die ständige Suche nach alternativen Modellen zu traditionellen Bankensystemen. Im Verlauf dieser Debatte könnten die Begriffe Nutzen und Erfolg im Blockchain-Bereich einer radikalen Neuinterpretation unterliegen.

