Verlage berufen sich im Kampf gegen das Internet Archive auf Napster und KI-Bedrohungen

- Verlage und das Internet Archive liefern sich einen Rechtsstreit über Urheberrechtsverletzungen, bei dem die Zukunft digitaler Bibliotheken auf dem Spiel steht.
- Verlage befürchten einen „Napster-Moment“ für Bücher und unterstreichen damit die Bedenken hinsichtlich unautorisierter Digitalisierung und Verbreitung.
- Der Ausgang dieses Rechtsstreits könnte erhebliche Auswirkungen auf das Gleichgewicht zwischen Urheberrechtsschutz und digitaler Langzeitarchivierung haben.
Ein erbitterter Rechtsstreit ist zwischen großen Verlagen und dem Internet Archive (IA) entbrannt, in dem die Zukunft der Scan-and-Lend-Bibliothek des IA auf dem Spiel steht. Die Verlage, darunter Hachette, HarperCollins, John Wiley und Penguin Random House, haben eine Urheberrechtsklage gegen das IA eingereicht und dessen „Open Library“ als illegale Website bezeichnet.
Verlagsklage gegen Internet Archive
Im Jahr 2020 leiteten die Verlage Hachette, HarperCollins, John Wiley und Penguin Random House rechtliche Schritte gegen das Internet Archive ein und warfen dessen „Open Library“ Urheberrechtsverletzungen vor. Sie verglichen das „Controlled Digital Lending“-Programm (CDL) des Internet Archive mit Piraterie und argumentierten, dass dessen Selbstscanning-Ansatz ihre exklusiven Rechte zur Veröffentlichung von E-Books verletze.
Das Internet Archive, eine gemeinnützige Organisation, argumentiert, dass seine Aktivitäten im Bereich Scannen und Ausleihen unter die Fair-Use-Regelung fallen und für die Erhaltung digitaler Bücher unerlässlich sind. Es betont, dass sich sein Angebot wesentlich von herkömmlichen E-Book-Lizenzvereinbarungen anderer Bibliotheken unterscheidet. Trotz eines Urteils eines New Yorker Bundesgerichts gegen das Internet Archive wegen Urheberrechtsverletzung hat die Organisation Berufung eingelegt und versucht, das Urteil aufzuheben.
Verlage antworten
Als Reaktion auf IAs Berufung reichten die Verlage beim Zweiten Bundesberufungsgericht eine geschwärzte Fassung ihrer Erwiderung ein. Sie behaupten, IAs Vorgehen stelle eine „massive Urheberrechtsverletzung“ dar, da das Unternehmen ohne Genehmigung der Rechteinhaber digitale Kopien physischer Bücher anfertige. Die Verlage sehen IAs Verleihangebot als direkte Bedrohung ihrer Rechte und ihres Geschäfts an und argumentieren, es untergrabe den Grundsatz, dass Rechteinhaber die Verkaufsbedingungen für verschiedene Formate ihrer Werke ausschließlich kontrollieren.
Die Verleger äußern ihre Besorgnis über einen möglichen „Napster-Moment“ für Bücher und ziehen Parallelen zu den Umwälzungen in der Musikindustrie durch Filesharing-Plattformen wie Napster. Sie befürchten, dass die Zulassung von Digitalisierungsprogrammen und Vertriebsplattformen durch Dritte ohne Beteiligung der Rechteinhaber zu erheblichen Störungen führen könnte. Darüber hinaus heben sie die Relevanz aktueller Rechtsdiskussionen zur Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke für das KI-Training hervor und betonen die Wichtigkeit des Rechtsschutzes für abgeleitete Nutzungen.
Auswirkungen und Handlungsaufruf
Die Verlage fordern das Gericht auf, die Entscheidung der Vorinstanz zu bestätigen, die IA untersagt, digitalisierte Buchkopien ohne entsprechende Genehmigung zu verleihen. Sie argumentieren, dass IAs Vorgehensweise radikal und rechtswidrig sei und eine ernsthafte Bedrohung für die Buchbranche und die Kreativwirtschaft insgesamt darstelle. Indem IA bestehende E-Book-Märkte für Bibliotheken umgehe, könne das Unternehmen den Buchmarkt destabilisieren und die digitalen Strategien der Verlage beeinträchtigen.
Der Rechtsstreit zwischen Verlagen und dem Internet Archive ist noch nicht entschieden. Während das Internet Archive argumentiert, seine Aktivitäten im Bereich Scannen und Verleihen seien durch das Urheberrecht geschützt und unerlässlich für die Bewahrung digitaler Bücher, sehen Verlage darin eine Verletzung ihrer exklusiven Rechte und eine erhebliche Bedrohung für ihr Geschäft. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zum Verhältnis zwischen Urheberrechtsschutz und der Bewahrung des kulturellen Erbes im digitalen Zeitalter auf. Die Argumente beider Seiten vor Gericht könnten weitreichende Folgen für die Zukunft digitaler Bibliotheken und der gesamten Verlagsbranche haben.
Der Rechtsstreit zwischen Verlagen und dem Internet Archive verdeutlicht die komplexen Herausforderungen im Urheberrecht und der digitalen Langzeitarchivierung im digitalen Zeitalter. Obwohl beide Seiten überzeugende Argumente vorbringen, liegt die endgültige Entscheidung beim Gericht, das die widerstreitenden Interessen sorgfältig abwägen muss.
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John Palmer
John Murangiri kam mit fundierten Kenntnissen in der Marktanalyse zu Cryptopolitan . John (auch bekannt als JP) hat an der Universität Nairobi einen Bachelor-Abschluss in Massenkommunikation und Medienwissenschaften erworben. Zuvor hat er bereits fürBitcoinund Metacoingraph Analysen zum Kryptomarkt beigesteuert.
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