Fed-Chef Jerome Powell erklärte, er sei offen für eine Zinssenkung im September

- Powell sagte, die Fed könnte die Zinssätze im September aufgrund steigender wirtschaftlicher Risiken senken.
- Seine Rede in Jackson Hole löste einen Anstieg des Dow Jones um 600 Punkte und fallende Renditen von US-Staatsanleihen aus.
- Er warnte davor, dass Zölle gleichzeitig die Inflation wieder anheizen und das Wachstum bremsen könnten.
Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, sagte am Freitag, dass die Zentralbank die Zinssätze möglicherweise schon im September senken werde, und verwies auf steigende wirtschaftliche Risiken und anhaltende Unsicherheit.
Bei der jährlichen Sitzung der US-Notenbank Fed in Jackson Hole, Wyoming, gab Powell ein vorsichtiges, aber klares Signal, dass der Offenmarktausschuss der Federal Reserve (FOMC) bei seiner nächsten Sitzung im kommenden Monat eine Lockerung der Geldpolitik in Erwägung zieht.
„Das Risikoverhältnis scheint sich zu verschieben“, sagte. Zwar merkte er an, dass der Arbeitsmarkt weiterhin solide sei und die Wirtschaft Stärke bewiesen habe, warnte aber gleichzeitig vor zunehmenden Gefahren für diese Aussichten. Eine dieser Gefahren sei die erneute Inflation aufgrund von Zöllen, was die USA in eine Situation bringen könnte, in der sich das Wachstum verlangsamt, während die Preise steigen.
Die Märkte reagieren, während Powell eine Kursänderung erwägt
Aktuell liegen die Zinssätze einen vollen Prozentpunkt niedriger als bei Powells letzter Rede in Jackson Hole im Jahr 2024. Der aktuelle Zielkorridor liegt bei 4,25 % bis 4,5 % und verharrt seit Dezember auf diesem Niveau. Trotzdem ist die Arbeitslosigkeit weiterhin niedrig, was der Fed Spielraum für eine abwartende Haltung gibt. Am Freitag erklärte Powell jedoch, die Lage werde immer schwieriger vorherzusagen, und die Zentralbank prüfe, ob ihre derzeitige Geldpolitik zu restriktiv sei.
„Die Rahmenbedingungen erlauben uns ein vorsichtiges Vorgehen“, sagte er. „Angesichts der restriktiven Politik könnten jedoch die Ausgangslage und die sich verändernde Risikolage eine Anpassung unserer politischen Ausrichtung erforderlich machen.“
Diese Formulierung „möglicherweise eine Anpassung erforderlich“ reichte der Wall Street aus, um von einer Zinssenkung auszugehen. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen, die häufig an die Zinserwartungen gekoppelt ist, sank nach Veröffentlichung der Rede um 0,08 Prozentpunkte auf 3,71 Prozent.
Die Diskussionen um Zinssenkungen finden vor dem Hintergrund statt, dassdent Donald Trump die US-Notenbank (Fed) weiterhin öffentlich unter Druck setzt, die Zinsen schneller zu senken. Er hat Powell und die übrigen Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) wiederholt kritisiert und ein aggressives Vorgehen zur Stützung der Wirtschaft gefordert. Am Freitag ging Powell nicht direkt auf Trumps Forderungen ein, verteidigte aber die Unabhängigkeit der Fed.
„Die Mitglieder des FOMC werden diese Entscheidungen ausschließlich auf Grundlage ihrer Bewertung der Daten und deren Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Aussichten und die Risikoverteilung treffen. Von diesem Ansatz werden wir niemals abweichen“, sagte er.
Powell überprüft die Inflationspolitik und reflektiert über Fehler der Vergangenheit
Powell wies zudem auf die anhaltende Unsicherheit bezüglich Zöllen und globalen Handelsgesprächen hin. Er erklärte, die Verbraucherpreise stiegen zwar langsam, die Großhandelspreise jedoch deutlich schneller. Das Weiße Haus geht davon aus, dass die durch Zölle verursachte Inflation nicht von Dauer sein wird und befürwortet Zinssenkungen. Powell schloss dies nicht aus, machte aber deutlich, dass die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen könnten.
„Die Auswirkungen der Zölle werden kurzfristig sein, eine einmalige Preisniveauverschiebung“, sagte er und bezeichnete dies als „realistisches Basisszenario“. Er fügte jedoch hinzu, dass dies nicht garantiert sei. „Es wird weiterhin Zeit brauchen, bis sich Zollerhöhungen in den Lieferketten und Vertriebsnetzen auswirken“, sagte er. „Darüber hinaus ändern sich die Zollsätze ständig, was den Anpassungsprozess unter Umständen verlängert.“
Neben seinen Ausführungen zu den aktuellen Risiken sprach Powell auch über die fünfjährige Überprüfung der Strategie der Fed. Diese Überprüfung umfasste unter anderem Änderungen im Umgang der Fed mit der Inflation. Im Jahr 2020, während der Covid-Krise, hatte die Fed eine Strategie eingeführt, die es ihr erlaubte, die Inflation vorübergehend über das 2%-Ziel hinaus zu steigern.
Die Idee war, den Arbeitsmarkt vor einer erneuten Straffung der Geldpolitik vollständig zu erholen. Doch schon bald schoss die Inflation in die Höhe und erreichte einen Vierzigjahreshöchststand. Die Fed spielte dies damals herunter und bezeichnete den Anstieg als „vorübergehend“. Das erwies sich als Fehler.
„Die Inflation, die wenige Monate nach der Ankündigung unserer Änderungen für 2020 einsetzte, war weder beabsichtigt noch moderat“, sagte Powell. „Die vergangenen fünf Jahre haben uns schmerzlich vor Augen geführt, welche Härten eine hohe Inflation mit sich bringt, insbesondere für diejenigen, die am wenigsten in der Lage sind, die gestiegenen Kosten für lebensnotwendige Güter zu tragen.“
Die Fed bekräftigt nun ihr festes Bekenntnis zum Inflationsziel von 2 %. Kritiker halten diese Zahl für zu hoch und befürchten eine Schwächung des Dollars. Andere plädieren für mehr Flexibilität. Powell verteidigte jedoch die bisherige Position.
„Wir glauben, dass unser Bekenntnis zu diesem Ziel ein Schlüsselfaktor dafür ist, die längerfristigen Inflationserwartungen gut zu verankern“, sagte er.
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