NEUESTE NACHRICHTEN
FÜR SIE AUSGEWÄHLT

Die Urheberrechtsstreitigkeiten zwischen OpenAI und Microsoft werden zum Test für das Geschäftsmodell der KI

VonIbiam WayasIbiam Wayas 3 Minuten Lesezeit
  • OpenAI und Microsoft sehen sich nun einer Verlegerkoalition von mehr als 550 Medienhäusern gegenüber, nachdem sich am Mittwoch 26 weitere der Urheberrechtsklage von Platkin LLP angeschlossen haben.
  • Der Rechtsstreit steuert auf ein summarisches Urteil in der am 4. September eingereichten Frage der fairen Nutzung zu.
  • Das Ergebnis könnte die Lizenzkosten und den Wettbewerb auf dem Markt für KI-Modelle, der laut Gartner im Jahr 2026 ein Volumen von 64,25 Milliarden US-Dollar erreichen soll, neu ausrichten.

weitere 26 Verlage der Klage gegen OpenAI und Microsoft an, wodurch sich die Gesamtzahl der Verlage, die sich der Koalition angeschlossen haben, auf über 550 erhöht. Dies macht den Fall zu einem Großverfahren, in dem es darum geht, wie Unternehmen im Bereich der generativen KI Inhalte erhalten und bezahlen, die sie zur Erstellung ihrer Produkte verwenden.

Die zentrale Frage in diesem Fall ist ein grundlegendes Problem, das die Spielregeln im Bereich der KI-Operationen verändern könnte: Was gilt als zulässige Nutzung urheberrechtlich geschützten Materials beim Training großer Sprachmodelle? Die Antwort könnte Auswirkungen auf Lizenzkosten, den Zugang zu hochwertigen Trainingsdaten und letztlich darauf haben, welche Unternehmen sich den Wettbewerb leisten können.

Eine Koalition, die immer weiter wächst

Laut der Anwaltskanzlei Platkin LLP vertritt diese mittlerweile 60 Verlage in dem Rechtsstreit. Zu den jüngsten Vertretern gehören die Times Publishing Company, Muttergesellschaft der Tampa Bay Times, die Austin Chronicle Corp., die Alternative Newsweekly Foundation und SwimSwam Partners.

Die Verlage werfen OpenAI und Microsoft vor, ihre Werke ohne ihre Zustimmung und ohne finanzielle Entschädigung für die Entwicklung gewinnbringender KI-Produkte genutzt und Urheberrechtsangaben, darunter die Namen der Autoren und die Urheberrechtsvermerke, gelöscht zu haben. Platkin ist der Ansicht, dass die Entstehung dieser Koalition darauf hindeutet, dass Verlage diese Vorgehensweisen zunehmend als Bedrohung nicht nur für den Urheberrechtsschutz, sondern auch für die wirtschaftliche Grundlage des Journalismus selbst betrachten.

„Das Ausmaß dieser Koalition sollte ein Weckruf sein.“ – Matt Platkin, Partner bei Platkin LLP

26 Verlage schließen sich 2026 der Urheberrechtsklage von OpenAI und Microsoft an

Dieses Problem gewinnt nun in einer größeren Anzahl von Fällen an Brisanz. Der Fall Richner Communications wurde mit den Klagen gegen OpenAI zu einer größeren Klagegruppe zusammengeführt, während andere Verlage ebenfalls separat Klagen einreichen. So haben beispielsweise die Seattle Times und Newsday OpenAI und Microsoft wegen der Nutzung von Inhalten ihrer Websites verklagt, darunter kostenpflichtige Inhalte für ChatGPT, Microsoft Copilot und Bing AI-Produkte

Warum der 4. September wichtig ist

Am 4. September wurden im Rechtsstreit „In re OpenAI, Inc. Copyright Infringement Litigation“ konkurrierende Anträge auf ein summarisches Urteil eingereicht. Die Urheberrechtsinhaber argumentieren, dass die zum Zweck der Modellerstellung vorgenommenen Kopien nicht als zulässige Nutzung einzustufen seien und negative Auswirkungen auf bestehende und zukünftige Märkte hätten. OpenAI und Microsoft hingegen vertreten die Auffassung, dass Trainingsprozesse als transformativ zu interpretieren seien, da die Modelle darauf trainiert würden, Muster zu erkennen, anstatt Informationen aus dem Originalwerk zu übernehmen (laut Center for AI and Digital Policy).

Nun wird die Frage der fairen Nutzung auchtrac. Der zuständige US-Bezirksrichter Sidney H. Stein im Südbezirk von New York hat die Einreichung von Stellungnahmen bis zum 16. Oktober gefordert. Das US-Justizministerium hatte sich bereits am 2. September zu Wort gemeldet und seine Unterstützung für eine weite Auslegung des Begriffs „faire Nutzung“ im Kontext des KI-Trainings zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig warnte es davor, dass Zwangslizenzen kleinere Unternehmen benachteiligen könnten.

Nicht jede Entscheidung richtet sich gegen KI

Die Rechtslage ist weiterhin uneinheitlich. Am 16. September gewannen OpenAI und Microsoft einen Teil des Entwicklerstreits um GitHub Copilot, wobei das Berufungsgericht eine Theorie zum Urheberrechtsmanagement und den damit verbundenen Informationsansprüchen zurückwies, andere Ansprüche jedoch bestehen ließ.

Das US-amerikanische Urheberrechtsamt erklärt, dass die zulässige Nutzung im KI-Training fallbezogen ist und davon abhängen kann, welches Material verwendet wurde, wie es beschafft wurde, warum es kopiert wurde und welche Auswirkungen dies auf den Urheberrechtsmarkt hat. Ein Urteil zugunsten von KI-Unternehmen im Trainingsbereich würde Streitigkeiten über raubkopiertes oder unzulässig beschafftes Material nicht zwangsläufig beilegen.

Was die Lizenzierung kosten würde

Das Copyright Office befürwortet die Entwicklung freiwilliger Lizenzmärkte, bevor der Kongress eine Zwangslizenzierung in Erwägung zieht, räumt aber gleichzeitig ein, dass die Lizenzierung von Material im Umfang des KI-Trainings erhebliche finanzielle und logistische Belastungen mit sich bringen könnte.

Hier Gartners Prognose ins Spiel. Die weltweiten Ausgaben für KI-Modelle und -Plattformen werden voraussichtlich von 39,31 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 64,25 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 steigen – ein Zuwachs von 63,4 %. Allein für generative KI-Grundlagenmodelle werden 23,36 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Jede Verlagerung hin zu kostenpflichtigem Zugang zu Trainingsmaterialien würde daher einen schnell wachsenden Markt treffen, in dem die Datenkosten einen deutlich größeren Anteil der Gesamtkosten ausmachen könnten.

Gartner: Ausgaben für KI-Modelle und -Plattformen werden 2026 auf 64,25 Milliarden US-Dollar steigen

Diese Kosten werden möglicherweise nicht alle gleichermaßen treffen. Die OECD erklärt, die KI-Märkte seien weiterhin dynamisch, warnt aber davor, dass ein konzentrierter Zugang zu Daten, Rechenleistung und Cloud-Infrastruktur etablierte Unternehmen stärken kann. Urheberrechtlich geschützte Trainingsdaten könnten zu einem weiteren kostspieligen Faktor werden, den größere Entwickler besser auffangen können.

Das Problem gewinnt auch weltweit an Bedeutung. In Europa bietet der allgemeine KI-Kodex der EU einen Rahmen zur Erfüllung der urheberrechtlichen Verpflichtungen gemäß dem KI-Gesetz.

Die Herausforderung besteht darin, einetronVergütung für Entwickler mit dem Risiko steigender Modellentwicklungskosten in Einklang zu bringen. Wie Gerichte diese Grenze ziehen, wird nicht nur darüber entscheiden, wie KI-Unternehmen Trainingsdaten beschaffen, sondern auch darüber, ob diese Kosten den Kreis der Unternehmen, die die nächste Generation von Modellen entwickeln können, erweitern oder verkleinern.

Die klügsten Köpfe der Krypto-Szene lesen bereits unseren Newsletter. Möchten Sie auch dabei sein? Dann schließen Sie sich ihnen an.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Publikationen verklagen OpenAI und Microsoft derzeit über die Anwaltskanzlei Platkin LLP?

Laut Insider NJ sind nun mehr als 550 Medienhäuser vertreten, nachdem sich am Mittwoch eine neue Gruppe von 26 Verlagen angeschlossen hat. Das Unternehmen gibt an, dass diese Aktion insgesamt 60 Verlage umfasst.

Was ist das zentrale juristische Argument in diesem Fall?

OpenAI und Microsoft argumentieren, dass das Training ihrer Modelle transformativ sei, da die Systeme statistische Beziehungen lernen, anstatt die Originalartikel zu ersetzen. Autoren und Redaktionen hingegen argumentieren, dass das unautorisierte Kopieren bestehende und potenzielle Märkte schädige, so das Center for AI and Digital Policy.

Wie groß ist der KI-Markt, der von diesem Streit betroffen sein könnte?

Gartner prognostiziert, dass die weltweiten Ausgaben für KI-Plattformen und -Modelle von 39,31 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 64,25 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 steigen werden, um 63,4 %. Davon entfallen 23,36 Milliarden US-Dollar auf grundlegende generative KI-Modelle.

Diesen Artikel teilen

Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Ibiam Wayas

Ibiam Wayas

Ibiam Wayas berichtet seit 2019 über Kryptowährungen. Er studierte Informatik an der National Open University of Nigeria. Seine Artikel erschienen auf verschiedenen Krypto-Nachrichtenplattformen, darunter Coinfomania, Crypto News Australia und AltcoinBuzz. Aufbauend auf seinem Informatikstudium konzentriert er sich nun auf Nachrichten zu Kryptowährungen, Robotik und Langlebigkeit.

MEHR … NACHRICHTEN