Der CEO von NetEase hätte Marvel Rivals beinahe wegen Urheberrechtsproblemen mit der Walt Disney Co. eingestellt.

- Einem aktuellen Bericht zufolge gab der CEO von NetEase das erfolgreiche Projekt Marvel Rivals aufgrund von Urheberrechtsproblemen mit der Walt Disney Co. beinahe auf.
- Der CEO des Verlags betonte seine Zurückhaltung, dem Medienkonzern Geld für die Verwendung von Marvel-Charakteren wie Spider-Man, Wolverine, Captain America und anderen zu zahlen.
- Trotz der Meinungsverschiedenheit wurde das Spiel Marvel Rivals trotzdem veröffentlicht und erreichte innerhalb des ersten Monats nach Veröffentlichung Millionen von Spielern.
Einem Bericht von Bloomberg zufolge hätte William Ding, CEO und Gründer des chinesischen Videospielverlags NetEase, das Spiel Marvel Rivals beinahe abgesagt, weil es eine Urheberrechtsstreitigkeit mit dem Eigentümer des Marvelmatic Universe, der Walt Disney Co., gab.
Der Bericht hob hervor, dass Ding sich weigerte, dem Unterhaltungs- und Massenmedienkonzern Geld für die Nutzung von Figuren aus dem Marvel-Universum wie Captain America, Spider-Man und Wolverine zu zahlen.
Berichten zufolge forderte der NetEase-Chef die Spieleentwickler auf, eigene Heldenentwürfe zu erstellen, doch der Publisher verwarf die Idee schließlich. Das Unternehmen soll durch die gescheiterten Bemühungen Millionenverluste erlitten haben, was die radikalen Veränderungen verdeutlichte, die Ding bei NetEase einleitete. Der Bericht deutete jedoch an, dass ein NetEase-Sprecher die Gerüchte als falsch dementierte und betonte, dass der Publisher seit 2017 eine enge Partnerschaft mit Walt Disney pflege.
Phil Spencer, CEO von Microsoft Gaming, hat sich bekanntermaßen negativ über Lizenzverträge geäußert, da diese Komplikationen bei der Veröffentlichung von Spielen und deren langfristiger Wartung auf verschiedenen Plattformen verursachen können.
Einem Bericht von Yahoo Tech zufolge könnten Lizenzverträge mit Disney Unternehmen über Jahre hinweg Millionen von Dollar an Produktverkäufen kosten.
Der Bericht wies zudem auf die unterschiedlichen Spielerlebnisse hin, die sich ergeben würden, wenn der CEO von NetEase von den Originalcharakteren des Marvel-Universums abweichen würde. Diese mögliche Entscheidung nährte Spekulationen darüber, ob Marvel Rivals dieselbe Spielerbasis erreichen würde, wenn die Entwickler von NetEase ihre eigenen Heldendesigns verwenden würden. Marvel Rivals erschien Ende letzten Jahres und konnte im ersten Monat nach Veröffentlichung Millionen von Spielern gewinnen. Das Unternehmen gab bekannt, dass Marvel Rivals mittlerweile weltweit rund 40 Millionen Spieler zählt.
NetEase restrukturiert das Entwicklerteam von Marvel Rivals
NetEase gab im Februar per E-Mail bekannt, dass das Entwicklerteam von Marvel Rivals aus organisatorischen Gründen umstrukturiert wird. Der Publisher entließ den Game Director von Marvel Rivals, Thaddeus Sasser, sowie das Team in Seattle, wie mehrere entlassene Mitarbeiter auf LinkedIn bestätigten. Sasser erwähnte in einem LinkedIn-Beitrag, dass die Entlassung trotz des großen Erfolgs des Spiels erfolgte.
Der von Marvel Rivals nannte die schwierige Lage der Spielebranche nach der Pandemie als möglichen Grund für die Stellenstreichungen. Mehrere Unternehmen der Branche, darunter Ubisoft, Sony Interactive, Electronictronund Microsoft, haben in den letzten zwei Jahren Hunderte von Mitarbeitern entlassen. Sasser dankte seinen Teamkollegen und rief die Öffentlichkeit dazu auf, den ehemaligen Entwicklern von Marvel Rivals bei der Suche nach neuen Jobs zu helfen.
Eine Quelle aus dem Umfeld von NetEase erwähnte angeblich, dass Dings Umstrukturierungsplan zu den radikalen Entscheidungen gehörte, die der Chef des Publishers im vergangenen Jahr getroffen hat. Diese Entscheidungen haben bei den verbliebenen Mitarbeitern Besorgnis ausgelöst, da sie befürchten, dass Ding zunehmend unberechenbarer wird.
Berichten zufolge hat der Publisher seine internationalen Investitionen reduziert, um sich auf weniger Titel zu konzentrieren, nachdem Ding erklärt hatte, dass Spiele ohne das Potenzial, Hunderte von Millionen Dollar zu generieren, nicht lohnenswert seien. In den letzten Monaten hat NetEase zudem mehrere weitere Entlassungen vorgenommen und verschiedene Spielestudios geschlossen bzw. stillgelegt, darunter die kanadischen Studios Jar of Sparks und Worlds Untold sowie das japanische Studio Ouka.
Der Bloomberg-Bericht enthüllte zudem, dass die erwarteten Umstrukturierungen über Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens entscheiden würden. Der Bericht spekulierte, dass eine erfolgreiche Reorganisation NetEase im Wettbewerb mit Tencent Holdings Inc., Mihoyo Co. und anderen aufstrebenden Konkurrenten besser positionieren würde.
Das Umsatzwachstum des Verlags verlangsamt sich
Der kürzlich veröffentlichte Finanzbericht von NetEase für das vierte Quartal 2024 zeigt ein verlangsamtes Umsatzwachstum des Publishers. Der Bericht hebt außerdem hervor, dass der Nettoumsatz mit rund 3,7 Milliarden US-Dollar um 1,4 % niedriger ausfiel als im vierten Quartal 2023. Die Umsätze von Youdao und NetEase Cloud Music sanken im Vergleich zum vierten Quartal 2023 um 9,5 % bzw. 5,3 %.
Trotz des großen Erfolgs von Marvel Rivals nach dem Launch im Dezember fielen die Ergebnisse enttäuschend aus. Der Finanzbericht zeigte, dass der Umsatz der Spielesparte zwar um etwa 1,5 % stieg, der Gesamtgewinn von NetEase jedoch um 2,6 % sank. Der Publisher verzeichnete in den letzten zwei Jahren ein einstelliges Wachstum. Der Rückgang im vierten Quartal 2024 knüpfte an die Entwicklung der beiden vorangegangenen Quartale an.
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Collins J. Okoth
Collins Okoth ist Journalist und Marktanalyst mit acht Jahren Erfahrung im Bereich Krypto und Technologie. Er ist zertifizierter Finanzanalyst und hat einen Abschluss inmatic. Zuvor war er als Autor und Redakteur für Geek Computer und CoinRabbit tätig.
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