Brent Neiman, ein ehemaliger Beamter des Finanzministeriums unter der Biden-Administration und Professor an der Universität von Chicago, hat die Trump-Administration öffentlich dafür kritisiert, seine Forschungsergebnisse zu Zöllen missbraucht zu haben.
ließ der Ökonom seinem Frust . Darin kritisierte er die Regierung dafür, dass sie seine wissenschaftlichen Arbeiten in die Berechnungen ihrer Zollpolitik einbezogen hatte – und behauptete, sie hätten sich geirrt.
Neimans Studie, die er gemeinsam mit drei anderen Ökonomen verfasste, untersuchte die wirtschaftlichen Auswirkungen von Zöllen, insbesondere im Hinblick auf das US- defiund die Folgen der Erhebung von Zöllen auf Importe.
Neimans Arbeit legte nahe, dass die Zölle deutlich niedriger ausfallen müssten als jene, die die Trump-Regierung letztendlich verhängte. Im Bericht „Reciprocal Tariff Calculations“ zitierte der US-Handelsbeauftragte (USTR) jedoch Neimans Arbeit, um deutlich höhere Zollsätze zu rechtfertigen.
Neiman schrieb in seinem Meinungsbeitrag, dass die von der Regierung zitierten Ergebnisse seiner Studie grundlegende Mängel aufwiesen. Er zeigte sich fassungslos darüber, dass das Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) unter der Leitung von Robert Lighthizer, einem Handelsbeauftragten der Trump-Regierung, seine Forschungsergebnisse nutzte, um „matichöhere“ Zollsätze zu rechtfertigen, als durch seine Arbeit gerechtfertigt gewesen wären. Neiman erklärte, die Zölle seien etwa viermal so hoch wie die Daten vermuten ließen.
Neiman erklärte, das Büro des US-Handelsbeauftragten habe veröffentlicht und eine von vier Ökonomen, darunter ihm selbst, verfasste wissenschaftliche Arbeit zitiert, die die Zahlen scheinbar bestätige. Er fügte jedoch hinzu, das Büro des US-Handelsbeauftragten habe „falsch“ und „völlig falsch“ gelegen.
Neiman merkte insbesondere an, dass das USTR einen „Durchleitungssatz“ von 25 % verwendete – eine wichtige Kennzahl, die beschreibt, wie viel der Zollbelastung vom Importeur an den Verbraucher weitergegeben wird – anstatt des von ihm ermittelten Durchgangssatzes von 95 %. Hätte die Regierung mit den genaueren Zahlen aus Neimans Studie gearbeitet, wären die resultierenden Zölle deutlich niedriger ausgefallen, so Neiman.
Ökonomen kritisieren die Strategie der Gegenseitigkeitszölle
Neimans Kritik ging über die fehlerhafte Anwendung seiner Forschungsergebnisse auf die allgemeine Strategie hinter den Zöllen hinaus. Die Politik der Trump-Regierung basierte auf „Gegenzöllen“, um defimit einigen Ländern zu verringern. Diese Politik war Teil von Trumps umfassenderer Strategie, gleiche Wettbewerbsbedingungen im Handel zu schaffen und insbesondere Länder wie China, Mexiko und die Europäische Union ins Visier zu nehmen.
Neiman argumentierte, dass das Ziel, durch Zollerhöhungen ein defizu erreichen, ein Irrtum sei. Er erklärte, Handelsungleichheiten seien in der Regel das Ergebnis vieler wirtschaftlicher Faktoren, darunter Unterschiede bei natürlichen Ressourcen, komparativen Vorteilen und dem jeweiligen Entwicklungsstand der Wirtschaft. Er führte an, dass Amerikaner mehr für in Sri Lanka hergestellte Kleidung ausgeben als Sri Lanker für amerikanische Waren, und dass dies kein Indiz für unfairen Wettbewerb, sondern vielmehr das Ergebnis unterschiedlicher Wirtschaftsstrukturen sei.
Ungleichgewichte im Handel zwischen zwei Nationen können aus einer Vielzahl von Gründen entstehen, die nichts mit Protektionismus zu tun haben, schrieb Neiman und fügte hinzu, dass die Regierung das Problem zu stark vereinfache.
Neiman wies zudem auf ein weiteres gravierendes Problem hin: Die Formel zur Berechnung der neuen Zölle sei fehlerhaft. Sie basiere auf der Annahme, dass Zölle auf Waren eines Landes weder die Importe aus anderen Ländern noch die Exporte beeinflussen würden. Laut Neiman sei diese Annahme angesichts der weitreichenden Zölle, die mehrere Länder betreffen, unrealistisch.
Neiman erklärte, dass hohe Zölle auf japanische Autoteile die Nachfrage nach mexikanischen Autoteilen ankurbeln könnten, da die Hersteller nach günstigeren Alternativen suchten – und umgekehrt. Er fügte hinzu, dass die Zölle wahrscheinlich Vergeltungsmaßnahmen nach sich ziehen und langfristig den Wert des Dollars steigern könnten, was den US-Exporten schaden würde.
Die Manipulation akademischer Forschungsergebnisse durch politische Entscheidungsträger, um sie ihren Zielen anzupassen, erweist sich als kostspieliger und kontroverser Schritt
Neimans Arbeit, die ursprünglich politischen Entscheidungsträgern als Leitfaden für die optimale Einführung von Zöllen dienen sollte, ist umstritten geworden. Er hat sogar seine Frustration darüber geäußert, dass seine Forschungsergebnisse falsch interpretiert und zur Rechtfertigung von Maßnahmen herangezogen werden, die er ablehnt.
In seinem Meinungsbeitrag widersprach Neiman der Handels- und Handelspolitik der Regierung grundsätzlich. Selbst wenn man die Ergebnisse für bare Münze nehme, fügte er hinzu, deuteten diese darauf hin, dass die berechneten Zölle deutlich niedriger ausfallen sollten – vielleicht nur um ein Viertel.
Der Streit um Neimans Forschung spiegelt die anhaltenden Debatten in Amerika über die Handelspolitik wider. Die globale Wirtschaftslage befindet sich im Wandel, und die Beziehungen der USA zu ihren Handelspartnern bleiben ein brisantes politisches Thema. Der politische Entscheidungsprozess, der den missbräuchlichen Einsatz akademischer Forschung beinhaltet, wirft berechtigte Fragen nach Transparenz und Rechenschaftspflicht auf.

