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Mission Libra: Ein Messias für die globalen Finanzen oder nur ein verspäteter Partygänger?

VonRuby PeethambaranRuby Peethambaran
3 Minuten Lesezeit
Quelle: Glen Carrie, Unsplash

Quelle: Glen Carrie, Unsplash

Stellen Sie sich ein Land vor, das größer ist als China oder Indien. Die Bevölkerung dieses Landes ist vom Finanzsystem ausgeschlossen und hat keinen Zugang zu traditionellen Banken. Was wäre, wenn die Blockchain-Technologie, die als die nächste große Innovation seit dem Internet gehandelt wird, diesen 1,7 Milliarden Menschen eine Lösung bieten und ihnen Zugang zu Finanzinfrastruktur ermöglichen könnte?

Das Projekt Libra ist Facebooks Antwort auf dieses Problem. In Zusammenarbeit mit 27 Großunternehmen, darunter Visa, Vodafone, Uber und andere, hat Facebook die Einführung dieser digitalen Währung für 2020 angekündigt.

Kennst du die Waage?

Libra ist der Name der von der Libra Foundation eingeführten digitalen Währung.

„Libra ist als stabile digitale Kryptowährung konzipiert, die vollständig durch eine Reserve realer Vermögenswerte – die Libra-Reserve – gedeckt ist und von einem wettbewerbsfähigen Netzwerk von Börsen unterstützt wird, die Libra kaufen und verkaufen.“ Offizielles Libra-Whitepaper.

Libra wird ein Stablecoin sein, der durch Fiatwährungen und andere Wertpapiere mit geringer Volatilität gedeckt ist. Langfristig hofft das Gründerkonsortium, dass Libra Papiergeld und Kreditkarten ersetzen wird.

Nach ihrer Einführung kann diese digitale Währung für diverse Online-Transaktionen genutzt werden. Man kann beispielsweise über WhatsApp Geld an andere senden. David Marcus, Leiter des Libra-Projekts bei Facebook, kündigte zudem Pläne für eine digitale Geldbörse an, die in den Facebook Messenger integriert werden soll. Darüber hinaus ist anzunehmen, dass Mitglieder der Libra Association, wie Uber und Vodafone, Libra ebenfalls als Zahlungsmittel akzeptieren werden.

Der Bedarf an einer weiteren digitalen Währung

Kryptowährung und Blockchain sind immer noch Begriffe, die eher in der Nerd-Szene als im allgemeinen Sprachgebrauch präsent sind. Trotzdem gibt es Bitcoin und andere Kryptowährungen schon seit geraumer Zeit.

Auch wenn jeder die hochgesteckten Ziele eines dezentralen Währungssystems anerkennt, ist es noch ein langer Weg, bis dies Realität werden kann.

Eine der größten Herausforderungen für Bitcoin und ähnliche Kryptowährungen ist die mangelnde Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit. Da die Transaktionskosten bei Libra im Vergleich zu Bitcoin und anderen traditionellen Zahlungsmitteln niedriger sind, sind die Chancen auf eine breite Akzeptanz höher.

Der Hauptvorteil von Libra liegt in der geringeren Volatilität im Vergleich zu Bitcoin. Da Libra durch mehrere Währungen und andere Vermögenswerte gedeckt ist, wird es nicht so stark schwanken.

Die kommenden Tage für die Waage

Libra existiert noch nicht, doch die Krypto-Experten kritisieren es bereits wegen seiner verspäteten Entwicklung. Ihre Haltung scheint zu sein: „Kennen wir schon, ist nicht viel passiert.“ Einige führen Tether als Beispiel an, um Libra zu vergleichen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Tether nicht vollständig durch Fiatgeld gedeckt und nicht geprüft war. Laut David Marcus wird Libra hingegen geprüft werden.

Durch die Verbindung mit Facebook erreicht Libra automatischmaticReichweite, die bisher keine andere Kryptowährung erzielt hat. Doch genau das ist ein zweischneidiges Schwert. Vertrauen ist kein Begriff, der üblicherweise mit dem Social-Media-Giganten in Verbindung gebracht wird.

Das ist vermutlich der Grund für die Gründung von Calibra als Tochtergesellschaft von Facebook und die klare Trennung, damit Ihre Libra-Zahlungen nicht mit Facebook-Daten vermischt werden. Datenschutz und Sicherheit von Libra werden in den kommenden Tagen auf die Probe gestellt, aber dies gewährleistet zumindest, dass die Daten vor Facebook geschützt sind.

Facebook – Der Superheld oder der Superschurke?

Die Absichten hinter Libra sind durchaus edel. Selbst wenn die Zusammenarbeit nicht alle Versprechen einlösen kann, dieses Projekt, wenn es einen bedeutenden Teil der 1,7 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Banken erreicht, defidas Zeug zum Superhelden.

Im Gegenteil, Facebook, bekannt für Sicherheitslücken und den mangelhaften Umgang mit privaten Daten, könnte sich als Hauptbösewicht entpuppen.  Die Dezentralisierung von Libra – oder deren Fehlen – ist in der Tech-Welt derzeit ein heftig umstrittenes Thema. Sie widerspricht sogar der Ideologie, auf der Kryptowährungen basieren. Die Entwickler behaupten zwar, langfristig eine Dezentralisierung anzustreben, doch das bleibt abzuwarten. Das mangelnde Vertrauen, angesichts des Potenzials von Facebook, für Milliarden von Menschen weltweit Katastrophen auszulösen, hat auch die US-Regierung alarmiert.

Ein zu berücksichtigendes Sicherheitsrisiko besteht darin, dass bei einer Zusammenarbeit von mehr als einem Drittel der Knoten die Möglichkeit besteht, Transaktionen zu fälschen.

Vorsichtiger Schritt oder verspäteter Einstieg?

Auf der einen Seite gibt es Investoren wie Tim Draper, der der Ansicht ist, dass Facebook viel zu spät in diesen Markt einsteigt; auf der anderen Seite sind Analysten wie Mark Mahaney optimistisch, dass Facebook für Kryptowährungen das leisten wird, was iOS für Entwickler weltweit geleistet hat.

Da Politiker und Bürokraten weltweit Libra gegenüber Zurückhaltung zeigen, müssen Zuckerberg und sein Team vor dem Start im Jahr 2020 noch viele Hindernisse überwinden.

 

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Ruby Peethambaran

Ruby Peethambaran

Ruby Peethambaran ist eine IT-Unternehmerin mit einem Management-Abschluss vom XIM Bhubaneswar. Sie ist eine begeisterte Bloggerin, die über ein breites Themenspektrum schreibt, darunter Management, Reisen, Technologie und Persönlichkeitsentwicklung.

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