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Meta bleibt trotz drohender EU-Strafen standhaft in Sachen Werbeeinwilligung

VonEnacy MapakameEnacy Mapakame
3 Minuten Lesezeit
  • Quellen zufolge hält Meta an seiner Position bezüglich seines Werbeeinwilligungsmodells fest.
  • Aufgrund dieser Haltung ist es wahrscheinlich, dass die EU neue Kartellstrafen verhängen wird.
  • Sowohl Meta als auch Apple haben gegen die Urteile der EU Rechtsmittel eingelegt.

Meta, die Muttergesellschaft von Facebook und Instagram, wird voraussichtlich keine weiteren Änderungen an ihrem umstrittenen Werbemodell „Zahlen oder zustimmen“ vornehmen, trotz der zunehmenden Gefahr täglicher Geldstrafen und weiterer Kartellklagen seitens der europäischen Regulierungsbehörden, wie mit der Situation vertraute Quellen berichten.

Im vergangenen Monat äußerte die Europäische Kommission Bedenken hinsichtlich der Einhaltung des französischen Digital Markets Act (DMA) durch Meta und warnte den Technologiekonzern vor möglichen Strafen. Insidern zufolge sieht Meta jedoch keinen Grund, über die Ende letzten Jahres vorgenommenen, begrenzten Anpassungen hinauszugehen.

Bereitet sich Meta auf weitere Schwierigkeiten vor?

Im April verhängte die Europäische Kommission eine Geldbuße von 200 Millionen Euro (rund 234 Millionen US-Dollar) gegen Meta. Begründet wurde dies damit, dass Metas Vorgehen bei der Datenerhebung und der zielgerichteten Werbung im Rahmen des „Pay-or-Consent“-Systems gegen die DMA-Regeln verstoße. Diese Regeln traten im November 2023 in Kraft und zielen darauf ab, die Marktmacht großer Technologiekonzerne durch strenge Verhaltensstandards einzudämmen.

Meta versuchte im November 2024, seine Strategie anzupassen, indem es die Menge der von Nutzern verwendeten personenbezogenen Daten reduzierte, die nicht für werbefreie Versionen seiner Plattformen bezahlen wollten. EU-Beamte hielten dies jedoch für unzureichend, was im Juni zu weiteren Überprüfungen und Warnungen führte.

Quellen zufolge plant Meta nun keine weiteren Änderungen, sofern sich die Umstände nichtmaticändern. Diese Haltung deutet darauf hin, dass sich das Unternehmen auf weitere rechtliche Probleme vorbereitet.

Eine Quelle erwähnte, dass die Geldbußen bis zu 5 % des weltweiten Tagesumsatzes von Meta betragen könnten, wenn die EU eine fortgesetzte Nichteinhaltung feststellt; diese Strafen könnten rückwirkend ab dem 27. Juni verhängt werden.

Meta lehnte eine erneute Stellungnahme ab und verwies Journalisten stattdessen auf frühere Erklärungen. Darin betonte das Unternehmen,dent sein Modell zur Werbeeinwilligung rechtlich einwandfrei sei und sogar über die Anforderungen der DMA hinausgehe. Meta warf der Kommission zudem vor, sein Geschäftsmodell unrechtmäßig ins Visier zu nehmen.

Die Europäische Kommission lehnte ihrerseits ebenfalls eine Stellungnahme zu den jüngsten Entwicklungen ab.

Einsprüche von Apple und Meta

Anfang dieser Woche legten sowohl Meta als auch Apple offiziell Berufung gegen frühere EU-Entscheidungen im Rahmen des DMA ein, der insgesamt Geldbußen in Höhe von 700 Millionen Euro gegen sie verhängt hatte.

Apple wurde im März mit einer Strafe von 500 Millionen Euro belegt, weil das Unternehmen Entwickler angeblich daran gehindert hatte, Nutzer zu besseren Angeboten außerhalb des eigenen App Stores zu führen – eine Praxis, die gemäß DMA als „Anti-Steering“ verboten ist

Als Reaktion auf die Geldstrafe erklärte Apple, die Maßnahmen der Kommission gingen weit über die gesetzlichen Vorgaben des DMA hinaus. Das Unternehmen bemängelte zudem, die geforderten Änderungen seien unklar und könnten sowohl Entwicklern als auch Nutzern schaden.

Apple hat inzwischen einige App-Store-Richtlinien angepasst, um weitere Strafen zu vermeiden, und kündigt an, seinen Fall vor Gericht zu verteidigen.

Auch Meta hat diese Woche formell Berufung eingelegt und verteidigt erneut sein „Zahlen-oder-Zustimmen“-Modell. Das Unternehmen führte dieses Modell Ende 2023 in Europa ein und bietet Nutzern die Wahl: entweder eine monatliche Gebühr für ein werbefreies Erlebnis zahlen oder personalisierte Werbung akzeptieren.

Nach Beanstandungen durch die Aufsichtsbehörden passte Meta im November 2024 seine Vorgehensweise an und verwendet nun weniger detaillierte personenbezogene Daten für Nutzer, die nicht zahlen. Das Unternehmen argumentiert, dass dieses überarbeitete System die Rechte der Nutzer respektiert und die Einwilligungserfordernisse der DMA erfüllt.

Im Juni ging Meta noch einen Schritt weiter und passte die Sprache und die Benutzeroberfläche, die den Nutzern bei ihrer Auswahl angezeigt werden, leicht an. Die Kommission wies diese Anpassungen jedoch als geringfügig und unzureichend zurück.

Meta hingegen ist der Ansicht, dass es weit mehr getan hat, als nötigwäre, und glaubt, dass die Position der Kommission nicht nur falsch, sondern auch rechtlich mangelhaft ist.

Während sich die beiden Tech-Giganten auf einen langwierigen Rechtsstreit vorbereiten, ist der Showdown zwischen Silicon Valley und Brüssel über Datenschutz, Wahlmöglichkeiten der Nutzer und digitale Vorherrschaft noch lange nicht vorbei. Silicon Valley wirft der EU bereits eine übertriebene Regulierung vor, die die Innovation zu ersticken und letztendlich den Verbrauchern zu schaden droht.

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