Richter Martin Glenn vom Insolvenzgericht des südlichen Bezirks von New York hat den Sanierungsplan für den angeschlagenen Krypto-Kreditgeber Celsius Network bestätigt. Der Plan sieht ab dem 9. November eine umfassende Rückzahlung an die Gläubiger und eine strategische Neuausrichtung der Geschäftstätigkeit vor. Die Entscheidung folgte auf die überwältigende Zustimmung der Celsius-Gläubiger am 27. September. Kunden können mit einer Umverteilung von Bitcoin und Ethereum Vermögenswerten im Wert von rund 2 Milliarden US-Dollar sowie Anteilen an der neu gegründeten Gesellschaft NewCo rechnen. Diese Entwicklung deutet auf ein mögliches Ende der Geschichte hin, die mit dem Insolvenzantrag von Celsius im Juli 2022 und den darauffolgenden rechtlichen Auseinandersetzungen der Führungskräfte begann.
— Celsius NewCo Community (@CelsiusNewCo) 6. November 2023
Neue Ausrichtung unter dem Fahrenheit-Konsortium
NewCo, das die Führung übernehmen soll, wird nicht nur die Vermögenswerte erben, sondern auch die bestehenden Mining-Aktivitäten von Celsius ausbauen. Darüber hinaus plant das neue Unternehmen, die illiquiden Vermögenswerte des ehemaligen Kreditgebers zu monetarisieren und weitere Entwicklungsaktivitäten zu verfolgen – alles vorbehaltlich der Zustimmung der Regulierungsbehörden. Das Fahrenheit-Konsortium, ein auf Kryptowährungen spezialisiertes Kollektiv, wird NewCo leiten und bringt umfangreiche Branchenerfahrung mit. Zu den Mitgliedern des Konsortiums gehört die Proof Group, die aktuell wegen ihres Angebots für das insolvente Unternehmen FTX in den Schlagzeilen ist.
Der Übergang findet im Schatten der juristischen Turbulenzen um den ehemaligen Celsius-CEO Alex Mashinsky statt, der sich im September 2024 wegen mehrfachen Betrugs vor Gericht verantworten muss. Auch die ehemalige Chief Revenue Officer des Unternehmens, Roni Cohen-Pavon, erwartet im Dezember ihr Urteil wegen Betrugs und Kursmanipulation. Celsiuss Weg vom Konkurs zum Neustart als Mining-Unternehmen verdeutlicht die Volatilität und die strenge regulatorische Überwachung im Kryptosektor. Die US-Börsenaufsicht SEC, die bereits mit ähnlichen Unternehmen aneinandergeraten ist, wird den Börsengang von NewCo beaufsichtigen, was den Prozess zusätzlich regulieren und mit Spannung erwarten lässt.
SEC-Freigabe und der weitere Weg
Die Genehmigung der SEC ist für die Zukunft von NewCo weiterhin entscheidend, da im Falle eines Scheiterns des Mining-Unternehmens die Möglichkeit einer Liquidation besteht. Richter Glenn betont in seinem Bestätigungsbeschluss, dass diese Genehmigung keine Aussage darüber trifft, ob Kryptotoken oder die damit verbundenen Transaktionen unter das Wertpapierrecht fallen. Die SEC behält sich das Recht vor, jegliche Krypto-Asset-Transaktionen, die Gegenstand der Prüfung sind, anzufechten. Da die SEC ihr Prüfverfahren voraussichtlich beschleunigen wird, hoffen die Beteiligten auf eine rasche Lösung, die ein turbulentes Kapitel für Celsius und seine Kunden abschließen könnte.
Die Genehmigung des Insolvenzplans von Celsius markiert einen Wendepunkt für die Kryptoindustrie und könnte den von der Insolvenz betroffenen Kunden neue Perspektiven eröffnen. Mit einem neuen Kurs vor Augen und regulatorischen Hürden verfolgt die Branche aufmerksam, wie NewCo erste Schritte zur Wiedergutmachung unternimmt und einen neuen Weg in der Kryptoindustrie beschreitet.
New Yorker Richter genehmigt Sanierung von Celsius und ebnet den Weg für Gläubigerentschädigung