- Fed-Chef Jerome Powell signalisiert einen weniger aggressiven Ansatz bei den Zinssätzen und deutet mögliche Zinssenkungen im Jahr 2024 an.
- Die neue, lockere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve löst positive Reaktionen an der Wall Street aus, was sich in sinkenden Renditen von US-Staatsanleihen niederschlägt.
- Trotz der Risiken betont Powell die Flexibilität bei den Zinsanpassungen und konzentriert sich dabei auf die Steuerung der Inflation und des Wirtschaftswachstums.
Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, hat kürzlich die neue Zinsstrategie der Zentralbank vorgestellt und damit einen bedeutenden Kurswechsel in deren Wirtschaftspolitik eingeleitet .Diese Ankündigung erfolgte während der letzten Fed-Sitzung des Jahres 2023, bei der die Wahrung der Flexibilität der Geldpolitik im Vordergrund stand. Powells Erklärung und die darauf folgenden Anpassungen signalisieren eine bemerkenswerte Kursänderung der Fed und lassen auf einen weniger aggressiven Kurs künftiger Zinserhöhungen schließen.
Eine Hinwendung zu einer taubenhaften Haltung
In einem Schritt, der von der bisherigen restriktiven Haltung der Fed abwich, deutete Powell eine mögliche Lockerung des Vorgehens bei Zinserhöhungen an. Dieser Kurswechsel wurde im neuen Ton der Erklärung und in Prognosendent , die auf einen moderaten Zinspfad hindeuteten.
Powells Äußerungen auf einer Pressekonferenz verdeutlichten diese Richtung zusätzlich. Die Auswirkungen dieser strategischen Neuausrichtung waren unmittelbar an der Wall Street spürbar: Aktienkurse stiegen und die Renditen von Staatsanleihen sanken, was eine kollektive Erleichterung der Anleger widerspiegelte.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel erstmals seit August unter 4 Prozent, und Marktteilnehmer setzten verstärkt darauf, dass die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins möglicherweise schon im März senken würde. Es wird erwartet, dass die Zinsen Ende nächsten Jahres unter 4 Prozent liegen könnten – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem aktuellen Niveau von 5,25 bis 5,5 Prozent, dem höchsten Stand seit 22 Jahren.
Navigieren in unsicheren wirtschaftlichen Gewässern
Diese geldpolitische Kehrtwende der Fed erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Inflationsaussichten weiterhin sehr unsicher sind. Ökonomen warnen davor, dass dieser scheinbare Optimismus verfrüht und möglicherweise kontraproduktiv sein könnte. Die Sorge besteht darin, dass eine zu schnelle Lockerung der Finanzbedingungen eine neue Welle von Kreditaufnahme und Konsum auslösen und damit die erzielten Erfolge bei der Nachfragedämpfung und Konjunkturbelebung zunichtemachen könnte.
Vincent Reinhart, ein ehemaliger Mitarbeiter der US-Notenbank mit über zwanzig Jahren Erfahrung, der jetzt bei Dreyfus und Mellon tätig ist, äußerte Bedenken, dass diese Umstrukturierung die letzten Phasen der Inflationsbekämpfung erschweren könnte. Die Finanzbedingungen könnten nicht so streng sein wie nötig, was den Kampf gegen die Inflation potenziell verlängern würde.
Dean Maki, Chefökonom bei Point72 Asset Management, weist auf die Risiken der Fed-Strategie hin, insbesondere angesichts der aktuellen Arbeitsmarktdynamik, die möglicherweise nicht mit dem Inflationsziel der Zentralbank von 2 % vereinbar ist. Trotz eines jüngsten Rückgangs des Beschäftigungswachstums verzeichnen Branchen wie Freizeit, Gastgewerbe und Gesundheitswesen weiterhin eine robuste Einstellungsrate, was die Konsumausgaben und die Einstellungsquoten stützen könnte.
Powell selbst räumte diese Risiken ein und erklärte, es sei verfrüht, den Sieg über die Inflation zu verkünden, und weitere Fortschritte seien nicht garantiert. Er betonte, die Fed könne die Zinsen bei Bedarf erneut anheben, doch seine Warnung verlor angesichts der neuen geldpolitischen Ausrichtung der Fed an Bedeutung. In der Erklärung der Fed wurde das Wort „jegliche“ im Hinblick auf eine mögliche weitere Straffung der Geldpolitik hinzugefügt, was darauf hindeutet, dass der Höchststand des Zinssatzes in diesem Zyklus möglicherweise bereits erreicht ist oder kurz bevorsteht.
Die zeitgleich mit Powells Erklärung veröffentlichten Prognosen der Fed bestärkten diese Ansicht. Die meisten Fed-Vertreter rechneten nicht mit weiteren Zinserhöhungen und erwarteten im kommenden Jahr mehr Zinssenkungen als bisher angenommen. Bis 2026 prognostizierten sie eine Stabilisierung des Leitzinses zwischen 2,75 % und 3 %.
Powell nannte keine konkreten Kriterien für den Beginn von Zinssenkungen, deutete aber an, dass sinkende Inflation und deren Auswirkungen auf Haushalte und Unternehmen entscheidende Faktoren sein würden. Die Zentralbank ist bestrebt, Zinssenkungen nicht hinauszuzögern und dabei die Notwendigkeit der Inflationsbekämpfung mit den Sorgen um das Wirtschaftswachstum in Einklang zu bringen.
Die Kursänderung vom Mittwoch ist teilweise auf einen positiveren Inflationsausblick und die Erwartung eines langsameren Wachstums sowie einer leicht höheren Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr zurückzuführen. Michael de Pass, Leiter des Bereichs Lineare Zinssätze bei Citadel Securities, glaubt, dass die Fed durch den jüngsten Rückgang der Inflation und die Überzeugung, dass das aktuelle Zinsniveau ausreichend restriktiv ist, bestärkt wird, da die Auswirkungen weiterer Straffungen die Wirtschaft erst noch vollständig durchdringen müssen.
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