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Der Ausverkauf japanischer Anleihen verschärft sich, da die Renditen sich Rekordhochs nähern

VonJai HamidJai Hamid
Lesezeit: 2 Minuten,
Der Ausverkauf japanischer Staatsanleihen verschärft sich, da die Renditen sich Rekordhochs nähern.
  • Die Renditen langfristiger japanischer Staatsanleihen stiegen am Montag sprunghaft an, da Anleger im Vorfeld der Oberhauswahl am 20. Juli Anleihen abstießen.
  • Die Rendite 30-jähriger Anleihen erreichte 3,165 % und näherte sich damit ihrem Rekordwert vom Mai, während die Rendite 40-jähriger Anleihen um 17 Basispunkte auf 3,495 % stieg.
  • Händler befürchten eine weitere Verschuldung, da Politiker Steuersenkungen und Ausgaben versprechen, während vor der Abstimmung nur wenige Käufer einspringen.

Japanische Staatsanleihen sind erneut stark gefallen, und die Zahlen sind diesmal nicht zu ignorieren. Am Montag brachen die Kurse langfristiger japanischer Staatsanleihen deutlich ein, die Renditen näherten sich nun historischen Höchstständen.

Laut Bloomberg zogen sich Investoren angesichts der politischen Risiken und der fiskalischen Unsicherheit im Vorfeld der Oberhauswahl am 20. Juli massiv zurück. Händler verkaufen in rasantem Tempo extrem langlaufende Anleihen, und niemand greift ein, um sie aufzufangen.

Die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen stieg um 12,5 Basispunkte auf 3,165 % und verfehlte damit nur knapp den Rekordwert von 3,185 % aus dem Mai. Die Rendite 20-jähriger Staatsanleihen legte um 12 Basispunkte auf 2,620 % zu und erreichte damit ein Niveau, das seit dem Jahr 2000 nicht mehr verzeichnet wurde.

Der Ausverkauf japanischer Anleihen verschärft sich, da die Renditen sich Rekordhochs nähern

Die Rendite 40-jähriger Anleihen stieg am stärksten – um 17 Basispunkte auf 3,495 %. Selbst die Rendite der kürzeren 10-jährigen Anleihe war nicht sicher und legte um 7 Basispunkte auf 1,57 % zu. Dies geschieht wenige Tage vor der Wahl, und Anleger ziehen sich bereits massiv zurück.

Händler verkaufen japanische Anleihen im Vorfeld der Wahlen und einer globalen Ausgabenwelle

Der Druck kommt von zwei Seiten. Zum einen findet am 20. Juli die Wahl zum japanischen Oberhaus statt, bei der lokale Umfragen darauf hindeuten, dass der regierende Block seine Mehrheit verlieren könnte.

Politiker versuchen, mit Versprechen höherer Staatsausgaben und Steuersenkungen Stimmen zu gewinnen, doch die Märkte sehen darin eine wachsende Bedrohung für Japans ohnehin schon massive Verschuldung. Die Regierung steht kurz davor, die Fiskalpolitik weiter zu intensivieren, und die Anleihegläubiger wollen das auf keinen Fall.

„Im Vorfeld der Oberhauswahl ist am Anleihemarkt eine Risikoreduzierung zu beobachten“, sagte Miki Den, Senior-Zinsstrategin bei SMBC Nikko Securities. „Da vor der Wahl nur wenige Käufer erwartet werden und weiterhin Verkäufe stattfinden, unterliegen sehr langfristige Anleihen starken Preisschwankungen und werden abgestoßen.“

Doch nicht nur Japan ist betroffen. Am selben Tag stieg die Rendite 30-jähriger deutscher Staatsanleihen um 3 Basispunkte auf 3,25 % – den höchsten Stand seit 2023. Sollte sie die Marke von 3,263 % überschreiten, wäre dies dertronWert seit 2011. Der Grund dafür ist nahezudent: Die Regierungen erhöhen die Staatsausgaben, und Investoren reagieren darauf, indem sie sich von langfristigen Anleihen trennen.

Im Falle Deutschlands reagierte der Markt auf die Ankündigung vondent Donald Trump, einen 30-prozentigen Zoll auf Waren der Europäischen Union zu erheben. Diese Ankündigung erfolgte kurz vor der Emission von EU-Anleihen mit Fälligkeit 2054. Das veranlasste Händler zu defensiven Positionen und trieb die Renditen in ganz Europa in die Höhe. Angesichts steigender Inflation, Verschuldung und politischer Risiken scheut jeder davor zurück, langfristige Wertpapiere zu halten.

Der Ausverkauf japanischer Anleihen verschärft sich, da die Renditen sich Rekordhochs nähern

Deutschland hatte bereits im März ein umfangreiches Ausgabenpaket verabschiedet. Dieser Plan stellte Hunderte von Milliarden Euro für Militär- und Infrastrukturprojekte bereit.

Doch nun wird der Kreditplan noch umfangreicher. Die deutsche Finanzagentur bestätigte letzten Monat, dass sie in den kommenden Monaten rund 20 % mehr Kredite aufnehmen wird als ursprünglich geplant, um die anhaltende Ausgabenwelle weiter zu finanzieren. Investoren sind davon sichtlich wenig begeistert.

Übertragen wir diese Logik nun auf Japan. Die Haushaltslage des Landes ist bereits angespannt. Hinzu kommen Wahlversprechen für weitere Steuersenkungen und Ausgaben – der Anleihenmarkt hat also allen Grund, sich zurückzuziehen.

Der aktuelle Kursverfall wirkt nicht wie eine vorübergehende Schwankung, sondern wie eine Warnung. Händler wollen nicht auf Schulden sitzen bleiben, die bei einem politischen Machtwechsel oder weiteren Ausgabensteigerungen außer Kontrolle geraten könnten.

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Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.

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