Laut Nikkei schließen sich Japans drei größte Banken (Mitsubishi UFJ, Sumitomo Mitsui und Mizuho) zusammen, um Stablecoins einzuführen, die sowohl durch den Yen als auch durch den US-Dollar gedeckt sind.
Diese digitalen Währungen werden im Verhältnis 1:1 an Fiatgeld gekoppelt sein und sollen Firmenkunden helfen, Zahlungen und Abrechnungen schneller abzuwickeln. Hierfür wird ein gemeinsamer Rahmen zwischen den Banken genutzt.
Der an den Yen gekoppelte Stablecoin wird zuerst ausgegeben. Die Dollar-Variante könnte später folgen, abhängig vom Verlauf der ersten Testphase. Die Banken planen den Aufbau einer Infrastruktur, die es ihren Geschäftskunden ermöglicht, Gelder reibungslos und nach einheitlichen Standards untereinander zu transferieren.
Kein Schnickschnack. Einfach reibungslosere Transaktionen, weniger Verzögerungen und mehr Digitalisierung im gesamten japanischen Bankensystem.
JPYC erhält die Genehmigung und setzt sich ehrgeizige Ziele
Während die großen Banken ihre Technologien und Standards koordinieren, hat ein Startup bereits die regulatorischen Genehmigungen erhalten. JPYC, ein in Tokio ansässiges Fintech-Unternehmen, erhielt als erstes Unternehmen in Japan die offizielle Zulassung zur Ausgabe von Yen-gedeckten Stablecoins.
CEO Noritaka Okabe erklärte während einer Pressekonferenz, dass die JPYC-Währung „vollständig in Yen konvertierbar“ sein und durch lokale Ersparnisse und japanische Staatsanleihen gedeckt sein werde.
JPYC plant, innerhalb von drei Jahren Stablecoins im Wert von 1 Billion Yen (ca. 6,81 Milliarden US-Dollar) auszugeben. Die Einführung des Coins ist für diesen Herbst geplant und soll vortracGroßinvestoren wie Hedgefonds und Family Offices anziehen.
Die Anwendungsfälle reichen von Carry-Trades über internationale Geldtransfers bis hin zu Unternehmenszahlungen. Die Kryptowährung nutzt die Progmat Coin-Plattform der Mitsubishi UFJ Trust Bank und folgt einem vertrauensbasierten Sicherheits- und Compliance-Modell.
Monex, Startale und die Regulierungsbehörden rücken vor
Auch die Monex Group in Tokio beobachtet die Entwicklungen aufmerksam. Das Unternehmen hat sich noch nicht zur Einführung einer eigenen Kryptowährung bekannt, doch der Vorsitzende Osa Matsumoto erklärte gegenüber den Medien, dass Stablecoins internationale Yen-Überweisungen und Unternehmenstransaktionen effizienter gestalten könnten.
Matsumoto sagte: „Die Ausgabe von Stablecoins erfordert eine beträchtliche Infrastruktur und viel Kapital. Wenn wir uns nicht darum kümmern, werden wir den Anschluss verlieren.“ Monex hat zwar noch nicht den entscheidenden Schritt unternommen, aber deutlich gemacht, dass sie den Anschluss nicht verpassen wollen.
Takashi Tezuka, Country Manager des Web3-Unternehmens Startale Group, erklärte, die Unterschiede im Stablecoin-Bereich zwischen den USA und Japan spiegelten die grundsätzlichen Differenzen in der jeweiligen Sichtweise auf digitale Vermögenswerte wider. Er verwies auf den US-amerikanischen GENIUS Act, der bei amerikanischen Unternehmen sowohl Erleichterung als auch Neugierde ausgelöst habe, und merkte an, dass Japan zwar als erstes Land einen Rechtsrahmen für Stablecoins geschaffen habe, aber bis jetzt noch keinen an den Yen gekoppelten Blockchain-Vermögenswert besaß.
Das ändert sich nun endlich. Nach Jahren des Zuschauens geht Japan von Vorsicht zu vollem Handeln über.
Doch nicht alles läuft reibungslos. Die Finanzdienstleistungsbehörde (FSA) und ihre Aufsichtsbehörde, die Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SESC), arbeiten daran, eine große Lücke zu schließen: Insiderhandel mit digitalen Vermögenswerten.
Nach geltenden Gesetzen wie dem Financial Instruments and Exchange Act (FIEA) sind nur traditionelle Finanzinstrumente wie Aktien und Anleihen abgedeckt. Digitale Vermögenswerte? Noch nicht.
Nach dem alten System galten die Insiderhandelsregeln nur für Ereignisse wie Fusionen, Aktientausche oder Änderungen der Hauptaktionäre. Jedes börsennotierte Unternehmen war verpflichtet, diese Insiderinformationen zu veröffentlichen, und Insider durften erst nach der Veröffentlichung damit handeln.
Doch in der Kryptowelt gelten andere Regeln. Pseudo-anonyme Strukturen, dezentrale Eigentumsverhältnisse und das Fehlen klarer Emittenten machen es nahezu unmöglich festzustellen, wer „dazugehört“
Deshalb will die SESC Straftäter anhand der Höhe ihrer Gewinne aus illegalen Kryptogeschäften bestrafen. Laut Nikkei erhält die Aufsichtsbehörde gemäß neuen, von der FSA finalisierten Vorschriften das Recht, in Fällen von Insiderhandel im Kryptobereich zu ermitteln, Strafen zu empfehlen und sogar Strafanzeigen zu erstatten.
Aktuell ist Japan auf die Selbstregulierung durch Kryptobörsen und den japanischen Verband für den Handel mit virtuellen und Krypto-Assets angewiesen.

