Japans Wirtschaft kühlt sich ab, aber Zinserhöhungen sind weiterhin eine ernstzunehmende Option

Japans Wirtschaft wuchs das zweite Quartal in Folge, doch Grund zum Feiern gibt es noch nicht. Das Wachstumstempo verlangsamte sich aufgrund der Taifune im Sommer und einer Erdbebenwarnung, die die Menschen dazu veranlassten, zu Hause zu bleiben und vorsichtig zu sein.
Vorläufige Regierungsdaten wurden am Freitag veröffentlicht und bestätigten ein moderates BIP-Wachstum von 0,2 % im Zeitraum Juli bis September im Vergleich zum Vorquartal. Ökonomen hatten diese Zahl richtig vorhergesagt, sie liegt aber dennoch etwas unter dem Wachstum von 0,5 % im Zeitraum April bis Juni.
Die Bank von Japan (BoJ) gerät nicht in Panik. Die Verantwortlichen sehen die Wirtschaft trotz einiger Schwierigkeiten stetig im Aufwind. Die Inflation bleibt auf trac, und Gouverneur Kazuo Ueda deutete an, dass Zinserhöhungen bald bevorstehen könnten. Der schwächere Yen, der die Importkosten in die Höhe treibt, beunruhigt Ökonomen und politische Entscheidungsträger.
Die Konsumenten geben Geld aus, doch Naturkatastrophen dämpfen Japans Aufbruchstimmung
Der private Konsum – das Herzstück der japanischen Wirtschaft – stieg im Quartal um 0,9 %. Dank Sommerboni und einer einmaligen Steuersenkung hatten die Menschen mehr cashzur Verfügung. Diese zusätzlichen Ausgaben hätten Familien eigentlich direkt in Geschäften und Restaurants ausgeben sollen. Doch dann griffen Naturkatastrophen ein: Taifune und eine Erdbebenwarnung sorgten dafür, dass die Menschen weniger Geld ausgaben und die Besucherzahlen in den Geschäften deutlich zurückgingen.
Die Preissensibilität ist nach wie vor tief verwurzelt, und niemand weiß, ob höhere Gehälter zu einem langfristigen Konsumrausch führen werden.
Unterdessen sanken die Investitionsausgaben – also die Investitionen der Unternehmen in Maschinen und Fabriken – um 0,2 %. Die schwache Auslandsnachfrage bereitet ebenfalls Sorgen, da die sich abschwächende Weltwirtschaft Japans exportorientierte Industrien unter Druck setzt. Dennoch besteht die Hoffnung, dass der Tourismus und arbeitssparende Technologien ein Abflauen der Wirtschaft verhindern werden.
Das annualisierte BIP-Wachstum lag bei 0,9 %. Dies ist eine Prognose für das Gesamtjahr, falls sich das Wachstumstempo nicht ändert. Das ist zwar nicht katastrophal, aber auch nicht gerade vertrauenserweckend.
Das Schicksal der Märkte
Am 5. August erhöhte die Bank von Japan ihren Leitzins von 0 % auf 0,25 %. Es war die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr und ein bedeutender Schritt für eine Zentralbank, die jahrzehntelang mit einer lockeren Geldpolitik gegen die niedrige Inflation angekämpft hat.
Die Märkte gerieten sofort in Panik. Aktienkurse brachen ein, Währungen schwankten extrem, und Kryptohändler erlebten einen Börsencrash. Der Nikkei 225 Index verzeichnete mit einem Minus von 12 % den größten Tagesverlust seit dem Schwarzen Montag 1987. Anleger gerieten in Panik, da sie befürchteten, höhere Kreditkosten würden Gewinne und Konsumausgaben schmälern.
Das Börsenchaos breitete sich weltweit aus. Der S&P 500 fiel am selben Tag in den USA um mehr als 5 %, da sich Händler weltweit auf steigende Zinsen einstellten.
Die Devisenmärkte zeigten sich nicht wenigermatic. Der Yen legte gegenüber dem Dollar deutlich zu, der USD/JPY-Wechselkurs fiel von 153 auf 145 Yen pro Dollar. Das mag zunächst wie ein Erfolg für Japan klingen, war es aber nicht.
EintronYen verteuert japanische Exporte und schmälert die Gewinne international tätiger Unternehmen. Zudem verteuert er Yen-Kredite und macht Carry-Trades, die auf günstigen Krediten basieren, unmöglich.
Dann brach das Krypto-Chaos aus. Bitcoin und Ethereum erlitten massive Einbrüche, ihre Kurse fielen um 18 % bzw. 26 %. Bitcoin stürzte von 55.514 $ auf 45.000 $ ab, während Ethereum innerhalb weniger Minuten auf 2.500 $ abstürzte. Es war ein Wahnsinn, das mitanzusehen.
Der Hebel war die Hauptursache. Händler, die sich in Yen verschuldet hatten, wurden durch die explodierenden Kreditkosten schwer getroffen, was zu Massenverkäufen führte. Nachschussforderungen trafen sie hart, vernichteten Positionen und verschärften die Krise zusätzlich.
Genau das wird wahrscheinlich wieder passieren, wenn die Zinsen zu stark angehoben werden. Nicht einmaldent Donald Trump wird uns retten können, insbesondere wenn die Federal Reserve beschließt, die Zinsen in diesem Jahr nicht noch einmal zu senken.
Trumps Politik wird den Welthandel tatsächlich stören. Erinnern Sie sich an die Zölle auf China während seiner ersten Amtszeit? Diese trafen japanische Hersteller hart, da sie Teile für chinesische Waren liefern, die in die USA exportiert werden.
Trotz alledem bleibt die Bank von Japan fokussiert. Doch Hoffnung allein reicht nicht aus, und Kazuo Ueda weiß das. Zinserhöhungen sind daher weiterhin eine Option, ob es den Märkten gefällt oder nicht.
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Jai Hamid
Jai Hamid ist Finanzjournalistin mit sechs Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale gearbeitet und dabei Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und war bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender zu sehen, um Einblicke in den Kryptomarkt zu geben.
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