Wie ergeht es den britischen Verbrauchern angesichts dieser „stabilen“ Wirtschaftslage?

- Das Vertrauen der britischen Verbraucher in ihre persönlichen Finanzen ist so hoch wie seit 2021 nicht mehr und erreichte im März einen Wert von 2.
- Das allgemeine Verbrauchervertrauen bleibt mit minus 21 Punkten niedrig und spiegelt die anhaltende Vorsicht hinsichtlich der Wirtschaft wider.
- Während der Optimismus in Bezug auf die persönlichen Finanzen zunimmt, bleibt der allgemeine wirtschaftliche Ausblick düster. Zwar gibt es eine leichte Verbesserung der Zukunftserwartungen, doch die Wirtschaftsentwicklung des vergangenen Jahres wird negativ bewertet.
Inmitten der Achterbahnfahrt der britischen Wirtschaft wird überall über ihre Stabilität – oder deren Fehlen – gemunkelt und geschrien. Und doch betrachten wir hier genauer, wie es den Durchschnittsbürgern geht. Jüngste Erkenntnisse von Forschern von GfK werfen ein wenig Licht auf den Zustand des Verbrauchervertrauens in Großbritannien, insbesondere in Bezug auf ihre Finanzen. Es scheint, als ob die Menschen nach einigen Jahren endlich etwas optimistischer in ihre finanzielle Zukunft blicken.
Die Zahlen von GfK zeigen im März einen Anstieg auf +2 – ein Hoffnungsschimmer, nachdem dieser Wert seit Ende 2021 nicht mehr über Null gestiegen war. Richtig. Zum ersten Mal seit über einem Jahr blicken die Menschen nicht mehr völlig pessimistisch auf ihre finanzielle Zukunft. Doch bevor wir die Korken knallen lassen und auf den Tischen tanzen, sollten wir nicht vergessen, dass der allgemeine Verbrauchervertrauensindex bei frostigen minus 21 liegt. Auch wenn das Vertrauen in die persönlichen Finanzen also leicht steigt, bleibt der allgemeine Ausblick verhalten.
Die Zahlen im Detail
Das Faszinierende daran ist die Dualität der britischen Verbraucherstimmung. Einerseits herrscht ein vorsichtiger Optimismus in Bezug auf die persönlichen Finanzen, den Joe Staton von GfK als Hoffnungsschimmer in einer ansonsten düsteren Lage hervorhebt. Andererseits ist das allgemeine Vertrauen so festgefahren wie ein abgestandenes Getränk, unverändert seit dem Tiefstand von minus 21 Prozent im Februar. Dieser Widerspruch zeigt eine Bevölkerung, die zwar vorsichtig optimistisch in die unmittelbare finanzielle Zukunft blickt, aber gleichzeitig besorgt über die allgemeine Wirtschaftslage ist.
Im weiteren Verlauf der Umfrage zeigt sich, dass die Menschen zwar etwas weniger pessimistisch in die Zukunft der Wirtschaft blicken, ihre Bewertung der wirtschaftlichen Erfolge des vergangenen Jahres jedoch um zwei Punkte auf -45 herabgestuft haben. Es scheint, als ob die jüngere Wirtschaftsgeschichte Großbritanniens – nicht zuletzt aufgrund der hartnäckigen Inflation – negativ bewertet wurde.
Und dann ist da noch Premierminister Rishi Sunak, der die leicht verbesserten Inflationszahlen wie einen Hoffnungsschimmer präsentiert und andeutet, seine Wirtschaftsstrategie könnte das Licht am Ende des Tunnels sein. Angesichts einer leicht gesunkenen Inflation von 3,4 %, dem niedrigsten Wert seit 2021, und gleichzeitig um 9 % explodierender Mieten fragt man sich unwillkürlich, ob dies die Stabilität ist, die Großbritannien versprochen wurde, oder ob diese Leute überhaupt wissen, was sie tun.
Gemischte Wirtschaftssignale
Die Wirtschaftstätigkeit expandiert zwar weiter, jedoch mit wenig Begeisterung. Der S&P-PMI-Index für März zeigt zwar weiterhin Wachstum im Privatsektor, doch die Dynamik im Dienstleistungssektor lässt nach, was auf den Druck auf die verfügbaren Einkommen hindeutet.
Dann ist da noch die Fertigungsindustrie, die mit ihrem Wachstum ein zähes Spiel treibt: Sie erreichte zwar einen fast zweijährigen Höchststand, ist aber noch nicht ganz am Ziel. Diese leichte Erholung ist auf Nachbestellungen zurückzuführen, sowie auf den vierten Monat in Folge mit steigenden Umsätzen sowohl im Dienstleistungs- als auch im Fertigungssektor.
Die Inflation bleibt jedoch ein ungebetener Gast: Die Inputpreise für Unternehmen steigen rasant, was insbesondere im Dienstleistungssektor zu vorsichtigen Einstellungsstrategien führt. Dieser Inflationsdruck, gepaart mit der stagnierenden Beschäftigung im privaten Sektor im März, trägt zusätzlich zur Verwirrung um die Erzählung einer „stabilen“ britischen Wirtschaft bei.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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