Hongkong greift ein, um die Dollarbindung angesichts des Marktdrucks zu schützen

- Die Hongkonger Währungsbehörde gab HK$9,4 Milliarden aus, um die Dollarbindung zu verteidigen, nachdem die Währung unter HK$7,85 gefallen war.
- Dies ist der zweite Eingriff innerhalb von zwei Monaten und wird durch die Verringerung der Liquidität die Interbankenkreditzinsen erhöhen.
- Mit diesem Schritt sollen Carry-Trades verteuert werden, indem Short-Positionen im Hongkong-Dollar teurer werden.
Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) hat erneut auf dem Devisenmarkt interveniert, nachdem der Hongkong-Dollar unter 7,85 HK$ pro US-Dollar gefallen war, dem niedrigsten zulässigen Wert gemäß dem Wechselkurssystem der Stadt.
Diese Intervention setzt eines der weltweit profitabelsten Carry-Trade-Geschäfte unter Druck. Händler haben sich billige Hongkong-Dollar geliehen, diese in US-Dollar umgetauscht und die Differenz eingesteckt. Dieses Geschäft ist nun schwieriger geworden.
Um den Kursverfall zu stoppen, verkaufte die HKMA 9,4 Milliarden HK$ (rund 1,2 Milliarden US$) aus ihren Reserven, um die Landeswährung zurückzukaufen. Dies verknappte die cash im Bankensystem und trieb die Interbankenzinsen in die Höhe. Seit Anfang Mai hatten sich diese Zinsen nahe null bewegt. Das billige Geld beflügelte Carry-Trades, doch nun dürfte es teurer werden.
Die HKMA wehrt sich nach dem zweiten Monat in Folge mit Währungsdruck
Es ist nicht das erste Mal, dass sie eingegriffen haben. Die letzte Intervention erfolgte erst im vergangenen Monat, als der Hongkong-Dollar zutronwurde. Damals musste die HKMA genau das Gegenteil tun – sie musste die lokale Währung massiv in den Markt pumpen. Dadurch wurde dem System Liquidität zugeführt, was die Kreditzinsen weiter senkte. Das Ergebnis? Ein schwächerer Hongkong-Dollar, eine noch größere Zinsdifferenz zu den USA und ein goldener Monat für Händler.
Doch nun rudert die HKMA zurück. Sie zieht Liquidität ab, um die Kreditkosten zu erhöhen und Leerverkäufe des Hongkong-Dollars unattraktiv zu machen. Dadurch sinkt der Gesamtbestand an cash Mitteln in der Stadt – eine Kennzahl, die Banken genauestens überwachen – laut der Behörde auf 164 Milliarden HK$. Dieser Bestand war nach der letzten Intervention stark angestiegen. Nun wird er reduziert.

Das letzte Mal, dass die HKMA die lokale Währung auf diese Weise stützen musste, war im Mai 2023 – und das ist kein Zufall. Der US-Dollar hat sich zuletzt schwächer präsentiert und damit unerwünschten Druck auf die Währungsbindung ausgeübt. Der Carry-Trade, der durch die Zinsdifferenz ausgelöst wurde, machte die Hongkong-Währung zu attraktiv für Spekulationen gegen sie. Die Differenz zwischen den einmonatigen US-amerikanischen und Hongkonger Zinssätzen erreichte diese Woche 3,4 Prozentpunkte, was den Handel für globale Marktteilnehmer extrem lukrativ machte.
Die Volatilität sorgt für Diskussionen, aber die Währungsbindung bleibt bestehen
Dieses plötzliche Hin und Her hat bei vielen die Zukunft der Währungsbindung beunruhigt. Der Kursverfall des Hongkong-Dollars im Mai 2025 war der steilste seit Einführung der Bindung im Jahr 1983, und das hat einige dazu veranlasst, sich zu fragen, wie lange dieses System noch halten wird. Doch es gibt keine Anzeichen dafür, dass es in absehbarer Zeit zusammenbrechen wird.
Die Währung erholte sich nach den jüngsten Entwicklungen leicht und notierte am Donnerstagmorgen im asiatischen Handel bei 7,8492 HK$ pro US-Dollar. Die HKMA strebt eine Spanne von 7,75 bis 7,85 HK$ an. Es handelt sich um ein starres System, das sich jedoch jahrzehntelang bewährt hat – bis die Volatilität in diesem Jahr stark zunahm.
Im Mai hatte die HKMA dem Finanzsystem massiv cash zugeführt, als der Hongkong-Dollar zu schnell aufwertete. Dies trug zwar zur Beruhigung der Lage bei, ließ aber gleichzeitig die Kreditkosten drastisch sinken. Händler nutzten die Gelegenheit, um günstig Kredite aufzunehmen und in US-Dollar umzutauschen, was den Carry-Trade weiter befeuerte. Genau das machte die aktuelle Kurskorrektur notwendig.
Regierungschef John Lee Ka-chiu erklärte Anfang des Monats, dass die Währungsbindung bestehen bleibe. In einem Interview mit lokalen Medien Anfang Juni stellte er klar: „Hongkong wird die Währung weiterhin an den US-Dollar koppeln, da dies ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.“ Seine Äußerungen zielten darauf ab, Spekulationen über alternative Währungssysteme zu beschwichtigen. Da die Märkte die Währung jedoch innerhalb von nur zwei Monaten an beide Enden ihrer Bandbreite bewegten, könnte das Festhalten an der eingeschlagenen Strategie mehr Durchsetzungskraft und weitere Interventionen dieser Art erfordern.
Dennoch hat die Stadt Schlagkraft. Stand Mai verfügte Hongkong über Devisenreserven in Höhe von 431 Milliarden US-Dollar. Das reicht aus, um die Währungsbindung aufrechtzuerhalten, selbst wenn der Carry-Trade weiterhin hohe Kapitalzuflüsse aus dem Ausland generiert. Die HKMA hat nun gehandelt, Händler kalkulieren neu, und der Hongkong-Dollar befindet sich wieder in seiner gewohnten Position. Wie lange das so bleibt, ist eine andere Frage.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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