In einem mutigen Schritt, der an Apples jüngstes Vorgehen erinnert, hat Google gegen Kryptowährungsplattformen in Indien Stellung bezogen und mehrere davon aus dem Play Store entfernt. Die betroffenen Branchenriesen der Kryptowelt, darunter Binance und Kraken, wurden gezielt herausgegriffen, und der Zeitpunkt fällt mit dem wachsenden Druck der indischen Regierung auf Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte zusammen.
Vorgehen der Regierung gegen Krypto-Unternehmen
Die indische Regierung hat über ihre Financial Intelligence Unit India (FIU) angekündigt, die URLs von neun ausländischen Anbietern von Dienstleistungen im Bereich virtueller digitaler Vermögenswerte zu sperren. Begründet wird dies mit dem mutmaßlichen Verstoß gegen das indische Geldwäschegesetz. Diese Maßnahmen signalisieren deutlich das Engagement der Regierung für eine strengere Regulierung des Kryptowährungssektors.
Die Herausforderungen des Kryptomarktes in Indien beeinflussten Googles Entscheidung
Indiens Krypto-Community sah sich zunehmenden Herausforderungen gegenüber, darunter eine 30-prozentige Kapitalertragssteuer und eine 1-prozentige Transaktionsgebühr, die 2022 in Kraft traten. Diese neuen Abgaben veranlassten lokale Krypto-Händler, globale Plattformen mit weniger strengen KYC-Anforderungen (Know Your Customer) zu nutzen. Die Kombination aus verschärften Regulierungen und einem allgemeinen Marktabschwung führte zu einem drastischen Rückgang der Handelsaktivität um 97 Prozent an der indischen Kryptobörse WazirX innerhalb von zwei Jahren.
Darüber hinaus verzeichnete das Jahr 2023 einen deutlichen Anstieg der gegen Kryptobörsen und FinTechs verhängten Geldstrafen auf insgesamt 5,8 Milliarden US-Dollar. Erstmals überstiegen die Strafen gegen diese Unternehmen damit jene gegen traditionelle Finanzinstitute. Die Geldstrafen bezogen sich hauptsächlich auf Verstöße gegen die Geldwäschebestimmungen, die Kundenverifizierung und andere mit Finanzkriminalität zusammenhängende Verstöße.
Im Gegensatz dazu zahlten traditionelle Finanzdienstleistungsunternehmen im vergangenen Jahr lediglich 835 Millionen US-Dollar an Strafen – der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Googles Entscheidung könnte ein Versuch gewesen sein, nicht den Eindruck zu erwecken, potenzielle Verstöße gegen die oben genannten Vorschriften auf dem Kryptomarkt zu unterstützen.
Herausforderndes Jahr für Krypto-Startups
Das Jahr 2023 erwies sich für Krypto-Startups auf der Suche nach Finanzierung als schwierig. Die Risikokapitalinvestitionen in diesem Sektor brachen auf lediglich 9,5 Milliarden US-Dollar ein, was weniger als einem Drittel des Vorjahreswertes entsprach. Das vierte Quartal 2023 war besonders turbulent, da aufsehenerregende Fälle von Betrug und Geldwäsche die Branche überschatteten.
So wurde beispielsweise im November FTX-Mitbegründer Sam Bankman-Fried wegen mehrfachen Betrugs angeklagt, während Binance CEO Changpeng Zhao im selben Monat die Verletzung von Geldwäschebestimmungen gestand. Diese Entwicklungen fielen mit einem drastischen Rückgang der Risikokapitalfinanzierung im Kryptobereich zusammen, die im vierten Quartal auf lediglich 1,8 Milliarden US-Dollar sank – nur die Hälfte des Wertes von 2022.
Googles Entscheidung, Apples Beispiel zu folgen und Kryptowährungs-Apps aus dem indischen Play Store zu entfernen, unterstreicht den zunehmenden Druck auf Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte in Indien. Das harte Vorgehen der Regierung, zusammen mit regulatorischen Änderungen und einem schwierigen Marktumfeld, hat die Kryptowährungslandschaft des Landes erheblich beeinflusst. Krypto-Startups befinden sich in einer schwierigen Lage, geprägt von rechtlichen Problemen und schwindender Risikokapitalfinanzierung, während die gesamte Branche verstärkter Kontrolle und sich wandelnden Regulierungen ausgesetzt ist.

