Genesis, ein insolventer Krypto-Kreditgeber, hat kürzlich einen entscheidenden Schritt in seinem Sanierungsverfahren nach Chapter 11 unternommen. Laut einer Gerichtsakte vom 9. November hat das Unternehmen dem Gericht einen Vorschlag zur Beilegung seines laufenden Rechtsstreits mit Three Arrows Capital (3AC), einem zusammengebrochenen Krypto-Hedgefonds, vorgelegt.
Die vorgeschlagene Einigung markiert eine bedeutende Veränderung im finanziellen Verhältnis zwischen Genesis und 3AC. Im Rahmen dieser Vereinbarung sinkt die unbesicherte Forderung von 3AC gegen Genesis von über einer Milliarde US-Dollar auf 33 Millionen US-Dollar. Diese drastische Reduzierung wird durch den Verzicht von Genesis auf Ansprüche an einer beträchtlichen Menge digitaler Vermögenswerte ergänzt, darunter die AVAX-Token von Avalancheund die NEAR-Token von Near Protocol.
Darüber hinaus haben die beiden insolventen Unternehmen einvernehmlich vereinbart, sich gegenseitig von allen verbleibenden Verbindlichkeiten zu befreien. Diese Entscheidung stellt einen strategischen Rückzug aus langwierigen Rechtsstreitigkeiten dar und unterstreicht Genesis' Fokus auf die Restrukturierung seiner Finanzen.
Der Weg zur Reorganisation
Genesis hat die Notwendigkeit dieser Einigung zur Erleichterung ihrer Sanierungspläne im Rahmen von Chapter 11 betont. Durch die Einigung mit 3AC will Genesis die Risiken und Kosten eines langwierigen Rechtsstreits vermeiden. Das Unternehmen betrachtet diese Vereinbarung als entscheidend für die Sicherstellung einer zügigen Gewinnausschüttung.
Diese Entwicklung folgt auf eine Reihe bedeutender finanzieller Einigungen für Genesis. Zuvor hatte Genesis bereits eine beträchtliche Forderung gegenüber der insolventen Kryptobörse FTX für 175 Millionen US-Dollar beigelegt, so Cryptopolitan berichtete der Kreditgeber auch als einen seiner größten Kreditnehmer vor dessen Zusammenbruch.
Die Unterlagen belegen, dass 3AC zwischen 2020 und 2022 über 2 Milliarden US-Dollar von Genesis geliehen hatte. Trotz der Verwertung der Sicherheiten im vergangenen Jahr schuldete der Hedgefonds Genesis noch immer unbesicherte Forderungen in Höhe von rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der finanziellen Verstrickungen, mit denen sich Genesis derzeit auseinandersetzen muss.
Der Vergleichsvorschlag liegt derzeit Richter Sean Lane am US-Konkursgericht für den südlichen Bezirk von New York zur Genehmigung vor. Obwohl diese Vereinbarung einen bedeutenden Fortschritt für Genesis darstellt, ist sie noch nicht endgültig. Andere Gläubiger, darunter Gemini, haben bis zum 24. November Zeit, gegen den Vergleich Einspruch zu erheben. Eine für den 30. November angesetzte Anhörung bietet die Möglichkeit, Argumente gegen die Vergleichsbedingungen vor deren Umsetzung vorzubringen.

