In einem kürzlich ergangenen Urteil hat das Bundesgericht von Kanada die Anwendung des Notstandsgesetzes durch die Regierung zur Beschneidung von Geldern und Kryptowährungen zur Unterstützung protestierender Lkw-Fahrer als unangemessen und verfassungswidrig eingestuft. Richter Richard Mosley kam in seiner Entscheidung vom 23. Januar 2024 zu dem Schluss, dass kein tatsächlicher nationaler Notstand vorlag, der die Anwendung des Notstandsgesetzes gerechtfertigt hätte.
Die Entscheidung des Gerichts bezieht sich auf die Maßnahmen der Regierung von Premierminister Justin Trudeau im Februar 2022, als sie Gelder, darunter Kryptowährungen , einfror, die an LKW-Fahrer gespendet worden waren, die gegen die COVID-19-Beschränkungen protestierten.
Die Proteste des „Freedom Convoy“ erregten landesweites Aufsehen, als Lkw-Fahrer in Ottawa, der kanadischen Hauptstadt, Straßen blockierten, um gegen die Impfpflicht gegen COVID-19 für Lkw-Fahrer an der Grenze zwischen Kanada und den USA zu protestieren. Die Regierung argumentierte damals, die Anwendung des Notstandsgesetzes sei notwendig gewesen, da die Proteste als illegale Besetzung eingestuft wurden.
Gerichtsurteil und seine Auswirkungen
Verschiedene Gruppen, darunter die Canadian Civil Liberties Association (CCLA) und die Canadian Constitution Foundation, stellten die Anwendung des Notstandsgesetzes durch die Regierung zur Einfrierung der Geldflüsse in Frage und argumentierten, dass dies sowohl unnötig als auch verfassungswidrig sei.
In seinem Urteil bestätigte Richter Mosley diese Behauptungen und betonte, dass das Notstandsgesetz als Instrument letzter Instanz betrachtet und nicht aus bloßer Bequemlichkeit herangezogen werden sollte.
Die CCLA begrüßte die Entscheidung als wegweisenden Präzedenzfall dent alle zukünftigen Regierungen und betonte, wie wichtig es sei, sich auch in unruhigen Zeiten an die verfassungsmäßigen Grundsätze zu halten.
Finanzministerin Chrystia Freeland kündigte an, dass die Regierung gegen die Gerichtsentscheidung Berufung einlegen wird. Das Urteil stellt die Bemühungen der Regierung infrage, die Kontrolle zu behalten und Situationen zu bewältigen, die sie als Krisen einstuft.
Die Rolle von Kryptowährungen bei den Protesten
Die Kryptowährung spielte eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung der Lkw-Fahrerproteste 2022; Schätzungen zufolge erhielten die Organisatoren Millionen von Dollar. Die genaue Summe bleibt jedoch aufgrund der Schwierigkeiten bei der tracdezentraler digitaler Vermögenswerte unklar.
Während der Proteste fror GoFundMe über 9 Millionen Dollar an Spenden für die Lkw-Fahrer ein. Daraufhin wandten sich die Organisatoren an Tallycoin, eine Crowdfunding-Plattform auf der Bitcoin Blockchain. Dort sammelte die Gruppe HonkHonk Hodl über 22 Bitcoin, damals etwa 925.000 Dollar wert.
Eine weitere beliebte Spendenplattform, die christliche Crowdfunding-Seite GiveSendGo, sammelte über 8 Millionen Dollar für die Lkw-Fahrer, darunter auch nicht näher bezifferte Beträge in Kryptowährung. Dennoch froren die kanadischen Behörden später Bankkonten ein, die mit den GiveSendGo-Spenden in Verbindung standen.
Das Einfrieren digitaler Vermögenswerte in Kanada löstetronReaktionen von Führungskräften der Kryptowährungsbranche aus, darunter Jesse Powell, dem Gründer von Kraken. Diese Branchenführer kritisierten das Vorgehen Kanadas und äußerten Bedenken hinsichtlich eines überzogenen Eingriffs der Regierung sowie der Auswirkungen auf die gesamte Kryptowährungsgemeinschaft.

