Das Protokoll der letzten FOMC-Sitzung wird heute veröffentlicht. Es wird zeigen, wie besorgt die Fed über die Stagflation war und inwieweit diese Besorgnis vom sogenannten „Befreiungstag“ beeinflusst wurde
Bei ihrem Treffen am 18. und 19. März räumten die Entscheidungsträger der US-Notenbank ein, dass sich die Aussichten geändert hätten. Waren sie anfänglich optimistisch hinsichtlich einer sinkenden Inflation und eines stetigen Wachstums gewesen, so herrscht nun überwiegend Unsicherheit. Sie befürchten, dass neue US-Importzölle die Inflation anheizen und gleichzeitig Nachfrage, Wachstum und möglicherweise sogar die Beschäftigung dämpfen würden.
Das Protokoll des FOMC wird morgen um 14:00 Uhr ET veröffentlicht.
Wir werden einen genaueren Einblick in die Überlegungen der Fed aus der letzten Sitzung erhalten – und möglicherweise einige Hinweise auf bevorstehende Zinssenkungen.
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Diese Aussage basierte jedoch auf Trumps ersten Handelsankündigungen und anderen Maßnahmen, die er seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus am 20. Januar ergriffen hatte. Bei diesem Treffen zeigten aktualisierte Schätzungen von politischen Entscheidungsträgern, dass die Verantwortlichen bereits mit einem etwas geringeren Wachstum und einer etwas höheren Inflation als erwartet rechneten.
Dennoch planten sie, die Zinssätze bis Ende 2025 um einen halben Prozentpunkt zu senken.
Welches Bild werden die Protokolle des FOMC der US-Notenbank hinsichtlich der Stagflation zeichnen?
Zwei Wochen nach dem Treffen kündigte Trump neue Zölle gegen Dutzende Länder an, die deutlich härter ausfielen als erwartet. Diese Zölle erhöhten den durchschnittlichen Zollsatz für Waren aus anderen Ländern von etwa 2,5 % auf 25 % oder mehr. Dies führte zu einem massiven Kursverfall an den Aktienmärkten weltweit.
Insofern spiegeln die Protokolle möglicherweise nicht wider, wie besorgt die politischen Entscheidungsträger tatsächlich seit dem 2. April sind.
Sie enthalten jedoch in der Regel wichtige Informationen über die Prognosen der Mitarbeiter und die verschiedenen in Betracht gezogenen Szenarien. Darüber hinaus können sie zeigen, wietrondie Menschen verschiedene Aspekte der wirtschaftlichen Zukunft einschätzen.
Analysten des Beratungsunternehmens des ehemaligen Fed-Gouverneurs Larry Meyer sagten, dass das letzte Treffen einen Ausgangspunkt markierte, auf dem die Prognoseänderungen durch die Reformen von Trump aufbauen können.
Die Aussichten der Fed bewegen sich zwischen Stagnation und Rezession
Im März lag die Arbeitslosenquote bei 4,2 % und damit etwas höher als im Vormonat. Allerdings schufen Unternehmen über 200.000 neue Arbeitsplätze, was den Anstieg der Arbeitslosenquote maßgeblich verursachte.
der US- Notenbank, der Preisindex für private Konsumausgaben, stieg im Februar im Jahresvergleich um 2,5 %. Dies lag lediglich 0,5 Prozentpunkte über dem Zielwert der Zentralbank.
Die Inflation hat sich jedoch seit September kaum verändert, und die Zölle stehen nun unmittelbar bevor. Berichte über eine gestiegene Nachfrage nach Autos, ausländischem Wein und anderen besteuerten Gütern könnten sich bereits auf die Wirtschaft auswirken.
Nun steht die Fed vor der schwierigen Aufgabe, in dieser voraussichtlich turbulenten Zeit ein aussagekräftiges makroökonomisches Signal zu erkennen. Einige wichtige Preise, wie beispielsweise für Benzin, könnten aufgrund der geringeren Nachfrage sinken, während andere Preise, etwa für viele Importgüter, aufgrund der Zölle steigen könnten. Hinzu kommt, dass der Börsencrash die Konsumausgaben der Bevölkerung langfristig beeinträchtigen könnte.
Danach, so hieß es, könnte sich die Geldpolitik zunächst sehr langsam und dann schlagartig ändern, bis klar ist, ob die von Trump eingeführten Zölle und anderen Maßnahmen zu steigenden Preisen, einem verlangsamten Wachstum oder einer Mischung aus beidem führen werden. Genau das hat der Fed-Chef gesagt: Alles hängt von Trumps Entscheidungen ab.
Samuel Tombs, Chefökonom für die USA bei Pantheon Macroeconomics, schrieb am Dienstag, dass fallende Öl- und Gaspreise sowie ein Rückgang der Transportkosten um 30 % seit Februar etwa ein Viertel der Auswirkungen der Zölle auf das Nettoeinkommen der Familien ausgleichen werden.
Der Rückgang der Aktienkurse hat jedoch dazu geführt, dass US-Familien seit Ende letzten Jahres 5,5 Billionen Dollar an Marktwert verloren haben. Dies könnte einen Rückgang der Konsumausgaben um bis zu 140 Milliarden Dollar zur Folge haben.

