Die EZB fordert Banken und Kreditinstitute in ganz Europa auf, nicht länger so zu tun, als sei alles in Ordnung, sondern sich jetzt auf die nächste Krise vorzubereiten. In einem am Mittwoch veröffentlichten Papier erklärte die Zentralbank, der Zugang zu cash müsse unabhängig von den eintretenden Krisen gewährleistet sein. Sie machte dabei keine Zweifel.
Die EZB erklärte, cash werde umso wichtiger, je mehr die Dinge aus dem Ruder laufen, sei es ein Stromausfall, eine Pandemie oder ein Technologieausfall.
Zwei der Wirtschaftswissenschaftler, Francesca Faella und Alejandro Zamora-Pérez, analysierten reale Ereignisse wie die COVID-Lockdowns und den Stromausfall von 2025, der Teile Spaniens und Portugals lahmlegte. Sie betonten, dass das gesamte Finanzsystem – sowohl das öffentliche als auch das private – über solide Banknotenreserven und ausfallsichere Notfallpläne für deren schnellen Transfer verfügen müsse. Faella und Zamora-Pérez nahmen kein Blatt vor den Mund: Es gehe darum, das System „effizient und robust“ zu gestalten. Punkt.
Die EZB möchte, dass Haushalte cash drei Tage lang halten
Und hier kommt der Punkt, den die meisten ignorieren werden, bis es zu spät ist: Die EZB empfiehlt nun jedem europäischen Haushalt, mindestens 70 bis 100 Euro cash pro Person vorzuhalten. Dieses Geld soll die Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Benzin und Medikamente für drei Tage decken, falls alle digitalen Systeme ausfallen. Genau das ist gerade in Finnland passiert, wo nun sogenannte „ausfallsichere“ Geldautomaten getestet werden.
Und ja, all das geschieht, während die EZB den digitalen Euro vorantreibt. Dieser Widerspruch bleibt nicht unbemerkt. Es gibt immer weniger Geldautomaten und Bankfilialen in der Region, obwohl die Zentralbank beteuert, die Menschen würden weiterhin „Zahlungsfreiheit“ genießen. Die Realität sieht anders aus, und die Menschen sind besorgt.

Das Papier macht deutlich: Bargeld ist mehr als nur veraltete Technologie. Es hält das System am Laufen, wenn digitale Systeme ausfallen. „Physisches Geld dient nicht nur der Befriedigung individueller Bedürfnisse, sondern trägt auch zur allgemeinen Systemstabilität bei“, so die EZB.
Diese Warnung kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, da neue Handelszölle die Lage verschärfen. Die europäischen Haushalte sind unzufrieden, und die Zahlen belegen es. Laut der EZB-Verbrauchererwartungsumfrage vom Juni 2025 befürchten 40 % der Befragten, dass die Zölle die Preise in die Höhe treiben werden. Weitere 13 % glauben, dass die Zölle ihre persönlichen Finanzen belasten werden. Und 24 % gehen von einer allgemeinen Konjunkturabschwächung aus.
Zölle veranlassen die Menschen dazu, US-Produkte zu meiden und ihre Ausgaben zu reduzieren
Diejenigen, die befürchten, dass Zölle die Inflation verschärfen werden, spekulieren nicht einfach. Sie haben ihre Erwartungen hinsichtlich des Ausmaßes der Preissteigerungen erhöht: um 0,2 Prozentpunkte im nächsten Jahr, um 0,13 Prozentpunkte in den nächsten drei Jahren und um 0,06 Prozentpunkte in den nächsten fünf Jahren.
Was das Wachstum betrifft, senkte die Gruppe, die Zölle als schädlich für die Wirtschaft ansieht, ihre Wachstumsprognose für die nächsten zwölf Monate um 0,4 Prozentpunkte. Die übrigen Befragten hingegen verzeichneten lediglich einen Rückgang um 0,2 Prozentpunkte. Die Haushalte bereiten sich offensichtlich auf eine schwächere Konjunktur vor.

Die Veränderungen sind nicht nur mentaler Natur. Die Menschen geben weniger aus. Rund 26 % gaben an, US-Produkte komplett zu meiden. Und 16 % sagten, sie kaufen generell weniger. Wohlhabendere Haushalte verzichten auf amerikanische Waren, ärmere hingegen reduzieren ihre Ausgaben generell. Laut EZB besteht eine deutliche Kluft zwischen Menschen mit und ohne Finanzkenntnisse.dentmit höherer Finanzkompetenz tauschen eher Produkte aus. Andere stellen ihre Ausgaben komplett ein. Das ist keine Theorie, sondern das Ergebnis einer Folgebefragung von Baumann und seinem Team im Juni.
Und falls Sie sich fragen, wo die Leute sparen: Es betrifft alles, was nicht unbedingt notwendig ist. Reisen.tron. Essen gehen. Dinge, auf die sie verzichten können. Die Ausgaben für lebensnotwendige Dinge wie Essen oder Miete haben sich kaum verändert. Es sind die Extras, die stark gekürzt wurden.

