Neue wirtschaftswissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Status des Dollars als Weltreservewährung vorerst gesichert ist, trotz der massiven Zölle, diedent Trump am „Befreiungstag“ im April vorgeschlagen hat.
Die Studie untersuchte, wie sich Trumps massive Zollpläne, die am „Tag der Befreiung“ im April begannen, auf den Status des Dollars als Reservewährung auswirken könnten.
Der US-Dollar verschafft den USA ein „exorbitantes Privileg“, da andere Länder die US-Währung als extrem sicher betrachten. DiestracInvestitionen in die USA an und ermöglicht es der Regierung, Kredite zu günstigeren Konditionen als andere Nationen aufzunehmen.
Laut der Studieberuht dieser Sonderstatus maßgeblich auf einem offenen Handel, der die Wirtschaft anderer Länder eng mit der US-Wirtschaft verknüpft. Wenn die USA Handelsschranken errichten, schwächen sie diese Verbindungen und die damit verbundenen Vorteile.
Zölle gefährden die globale Stärke des Dollars
Zum Forschungsteam gehörten Tarek Hassan von der Boston University, Thomas Mertens von der Federal Reserve Bank von San Francisco und Wang von der Renmin-Universität von China. Sie kamen zu dem Schluss, dass Zölle in Höhe von 26 % einen Wendepunkt darstellen würden, an dem andere Währungen wie der Euro die zentrale Rolle des US-Dollars im globalen Wirtschaftsgeschehen in Frage stellen könnten.
Die Forscher schätzen, dass die derzeitigen Zölle unter Trump im Durchschnitt bei etwa 17 bis 18 Prozent liegen. Sie gehen davon aus, dass diese Zölle den Dollar zwar etwas schwächen könnten, seine dominante Stellung aber wahrscheinlich nicht vollständig zerstören werden.
„Der Dollar erweist sich als die sicherste Währung der Welt, weil Schocks, die die Vereinigten Staaten betreffen, einen Großteil der globalen Nachfrage beeinflussen“, schrieben die Forscher. Dies erklärt den Bedarf an US-Dollar, wenn Menschen sich gegen Währungsschwankungen und andere finanzielle Risiken absichern wollen.
Sie erklärten, dass diese Sicherheitsfunktion die US- Zinsen niedrig hält, globale Investitionen nach Amerika lockt und den US-Dollar zum Ziel für andere Länder macht, die ihre Wechselkurse stabil halten wollen. „Ein anhaltender Handelskrieg würde dieses Gleichgewicht gefährden“, warnten sie.
Die Studie wurde im Rahmen der dieswöchigen Wirtschaftskonferenz der Brookings Institution veröffentlicht. Sie erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Rolle des Dollars in der Weltwirtschaft und die möglichen Auswirkungen von Trumps Politik darauf intensiv beobachtet werden.
Marktsignale lassen Zweifel an der Stabilität des US-Dollars aufkommen
Die Konferenz der New Yorker Fed in dieser Woche wird sich ebenfalls mit diesem Thema befassen. Gleichzeitig versuchen Anleger herauszufinden, welche Auswirkungen die widersprüchlichen Wirtschaftsdaten auf mögliche bevorstehende Änderungen haben könnten.
Die jüngsten Kursverluste des US-Dollars könnten auf Schwierigkeiten hindeuten. Allerdings die Renditen von US-Staatsanleihen gesunken und die Aktienkurse haben Rekordhochs erreicht, was auf einen anhaltenden Bedarf an Dollar-basierten Anlagen hindeutet und die Sorgen um einen möglichen Verlust der globalen Finanzführerschaft der USA lindert.
Die Forscher warnten jedoch davor, dass diese Stärke nicht ewig anhalten würde. Sie führten den Markteinbruch im vergangenen Frühjahr als Beispiel an.
„Dass US-Aktien, Staatsanleihen und der Dollar in einer Zeit internationaler Turbulenzen an Wert verloren haben, stellt eine deutliche Abweichung vom üblichen Muster dar, wonach der Dollar in Zeiten globaler Belastungen an Wert gewinnt“, schrieben sie. Damit bezogen sie sich auf die negative Reaktion, als Trump im April seine Handelssteuerpläne erstmals ankündigte.

