Das Krypto-Startup Circle hat 30 Mitarbeiter entlassen und dies mit Unregelmäßigkeiten auf dem US-Kryptomarkt begründet. Die Goldman Sachs Group unterstützte Circles Aussage und erklärte, die mangelnde Transparenz der US-Regulierungsbehörden in Bezug auf Krypto-Assets wirke sich negativ auf die Kryptomärkte aus.
Circle, das Kryptowährungs-Startup, dem die Handelsplattform Poloniex, die Equity-Crowdfunding-Seite SeedInvest und der Stablecoin USDC in Partnerschaft mit Coinbase gehören, erklärte, dass die Regulierungsbehörden des Landes aufgrund ihrer widersprüchlichen Signale Frustration und Verwirrung auf dem Kryptomarkt verursachen.
Berichten zufolge musste das Unternehmen aufgrund der unklaren regulatorischen Lage in den USA zehn Prozent seiner Mitarbeiter entlassen, um Kosten zu senken. Darüber hinaus nahm Poloniex, eine zu Circle gehörende Kryptowährungsbörse, neun Token vom Handel für US-Händler zurück, da diese als Wertpapiere eingestuft wurden.
Laut der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde (SEC) werden digitale Währungstoken gemäß dem „Howey-Test“ als Wertpapiere eingestuft. Der 1946 entwickelte Howey-Test dient als Richtlinie zur Bestimmung, ob ein Vermögenswert als Wertpapier gilt oder nicht.
Circle und andere Kritiker dieser Methode sind der Ansicht, dass dieser Ansatz nicht alle Aspekte der technologischen Fortschritte des 21. Jahrhunderts angemessen berücksichtigt. William Hinman, Direktor für Unternehmensfinanzierung der SEC, behauptet hingegen, dass digitale Währungstoken in einem ausreichend dezentralisierten Netzwerk nicht als Wertpapiere einzustufen seien.
Hier liegt die Verwirrung: Im Juni 2018 wurde der zweite Teil des Howey-Tests – die „berechtigte Erwartung eines Gewinns aus den Bemühungen anderer“ – in Hinmans Rede gestrichen. Der aktuelle Rahmen der SEC legt jedoch nahe, dass der erste Teil des Howey-Tests stets auf alle digitalen Vermögenswerte anwendbar ist.
Circle erklärte, dass diese beunruhigenden Innovationen und die Tendenz von Kryptoprojekten, sich in US-amerikanischen Rechtsordnungen mit Unregelmäßigkeiten zu bewegen, auch für US-Unternehmen ungeeignet seien. Darüber hinaus werde das Unternehmen seine Bemühungen fortsetzen, den Kongress zur Verabschiedung eines Gesetzes zu bewegen, das Innovationen nicht behindert. Circle engagiert sich außerdem aktiv für die Verabschiedung von Gesetzen wie dem Token Taxonomy Act.
Die USA benötigen differenziertere Kryptowährungsregulierungen; andernfalls wird das Land möglicherweise nicht in der Lage sein, im aufkommenden Markt für digitale Währungen eine dominierende Rolle zu erlangen.
Aktuelle Regulierung und Gesetzgebung im Bereich Kryptowährungen ersticken Innovationen, warnt Startup