Der Kryptomarkt in Amerika boomt, seit Trump die alten Regeln abgeschafft hat. Unternehmen nutzen die gelockerten Bestimmungen und hoffen, dass mehr Privatpersonen in Kryptowährungen investieren.
Letzte Woche wurde der Markt von einem großen neuen Akteur getroffen: Twenty One Capital, ein Bitcoin Unternehmen, das plant, durch eine Fusion im Wert von 3,6 Milliarden Dollar mit einer SPAC unter der Führung von Brandon Lutnick, dem Sohn von Handelsminister und engem Trump-Verbündeten Howard Lutnick, an die Börse zu gehen.
Twenty One wird von Tether und der SoftBank Group unterstützt. Das Geschäftsmodell ist simpel, aber riskant: Es will Bitcoin im Wert von Milliarden Dollar kaufen und sich verschulden, um noch mehr Bitcoin zu erwerben. Strategy, das Softwareunternehmen, das sich zu einem Bitcoin Wal entwickelt hat, propagierte dieses Modell als erstes.
Die 3,6 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Twenty One ist bereits die dritte Krypto-Transaktion mit einem Volumen von über einer Milliarde Dollar innerhalb der letzten zwei Monate. Anfang des Monats Ripple einen Vertrag über 1,25 Milliarden Dollar zur Übernahme des Prime Brokers Hidden Road. Ripple setzt stark darauf, dass institutionelle Anleger einen größeren Anteil am Kryptomarkt beanspruchen werden.
Im März zog die Kryptobörse Kraken nach und sicherte sich den Kauf des Futures-Brokers NinjaTrader für 1,5 Milliarden Dollar. Damit entstand eine der größten Verbindungen zwischen Krypto-Plattformen und dem traditionellen Finanzwesen.
Kryptounternehmen setzen große Hoffnungen auf das neue regulatorische Umfeld in den USA
Während sich die reguläre Fusions- und Übernahmetätigkeit eher schleppend entwickelt, geht es in der Kryptowelt rasant voran. Galaxy Digital bereitet sich auf ein Direktlisting an der Nasdaq Mitte Mai vor, nachdem die US-Börsenaufsicht SEC grünes Licht gegeben hat. Galaxy ist bereits seit 2021 an der Toronto Stock Exchange notiert und wird diese Notierung auch nach dem Wechsel zur Nasdaq beibehalten.
In diesem Jahr wurden bisher 88 Krypto-Deals mit einem Gesamtvolumen von 8,2 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 wurden 188 Deals mit einem Wert von lediglich 2,9 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Eric Risley, Gründer von Architect Partners, sagte : „Es herrscht Optimismus, dass sich die Dinge endlich geändert haben.“
Risley erklärte, dass größere Krypto-Unternehmen wieder auf Wachstumskurs seien und durch Übernahmen weiter expandieren würden. Er fügte hinzu, dass 2025 den Rekord für Krypto-Transaktionen aus dem Jahr 2021 brechen könnte, als das Transaktionsvolumen 17 Milliarden US-Dollar erreichte.

Noch vor zwei Jahren brachen Krypto-Deals nach dem FTX-Flop und dem harten Durchgreifen der Regulierungsbehörden ein. Doch jetzt, mit Trump zurück im Amt, herrscht eine ganz andere vibe. Banker und Berater erwarten eine große Welle von Krypto-Deals.
Trump hat die Regulierungsbehörden mit kryptofreundlichen Personen besetzt und versprochen, Amerika zur „unbestrittenen Bitcoin Supermacht“ zu machen. Der Kongress, unter republikanischer Kontrolle, drängt ebenfalls auf Gesetze, um digitalen Vermögenswerten einen echten Rechtsrahmen zu geben.
SoftBank von Masayoshi Son Bitcoin im Wert von rund 4 Milliarden US-Dollar zu starten , die von Tether, Bitfinex (Tethers Schwesterfirma) und SoftBank stammen. Tether und Bitfinex werden die Mehrheitseigentümer von Twenty One sein, und das Unternehmen gab bekannt, weitere 585 Millionen US-Dollar einwerben zu wollen, um noch mehr Bitcoin .
Unternehmen, die diese Methode anwenden, horten große Mengen an Bitcoin in ihren Bilanzen und nehmen sogar Kredite auf, um weitere Bitcoins zu kaufen, in der Hoffnung, dass Bitcoin-Kurs weiter steigt. Strategy hat bereits Bitcoinim Wert von über 50 Milliarden US-Dollar angehäuft und ist damit der größte institutionelle Bitcoin Inhaber.
Die Aktien von Cantor Equity Partners, der SPAC, die Twenty One für seinen Börsengang nutzt, haben sich seit Bekanntwerden der Übernahme fast verdreifacht. SPACs sind Mantelgesellschaften, die eigens für die Fusion mit privaten Unternehmen gegründet werden, die ohne traditionellen Börsengang (IPO) an die Börse gehen möchten.
Nicht alle halten diesen Plan für klug. Erfahrene Wall-Street-Experten warnen davor, Bitcoin einfach nur zu kaufen und zu halten – ein riskantes Unterfangen. Bitcoin Crashs haben schon oft Vermögen vernichtet. Strategy selbst musste im Quartal bis Ende März einen verheerenden Verlust von 5,91 Milliarden US-Dollar hinnehmen, da der Bitcoin-Kurs stark gefallen war.
Tesla meldete Anfang der Woche zudem einen Verlust von 125 Millionen US-Dollar aus seinen Bitcoin -Beständen. Elon Musks Elektroauto-Unternehmen hatte 2021 erstmals angekündigt, Bitcoin zu kaufen, in der Hoffnung auf einen Gewinn, doch seither verliefen die Investitionen eher turbulent.

