Ein brasilianisches Gericht hat drei Männer wegen ihrer Beteiligung an einem Kryptowährungs-Schneeballsystem, bei dem sie rund 190 Millionen US-Dollar erbeuteten, zu Haftstrafen verurteilt. Berichten zufolge verhängte das Gericht insgesamt 170 Jahre Haft gegen die drei Männer und unterstrich damit die Schwere des Falles. Ihnen wird vorgeworfen, die Drahtzieher des Braiscompany-Skandals gewesen zu sein und die Plattform missbraucht zu haben, um ahnungslose Nutzer zu betrügen.
Laut Staatsanwaltschaft haben die drei Männer, Joel Ferreira de Souza, Gesana Rayane da Silva und Victor Augusto Veronez de Souza, mindestens 20.000 Anleger betrogen. Der Skandal hat sich zu einem Großfall entwickelt, dessen Ausgang mit Spannung erwartet wird, vor allem, weil es um Gelder in Höhe von schätzungsweise 190 Millionen US-Dollar geht.
Brasilianische Gerichte verhängen Haftstrafen wegen Krypto-Ponzi-Schemas
Laut Staatsanwaltschaft versprachen die Angeklagten ahnungslosen Opfern unrealistische Renditen auf Bitcoin -Investitionen und lockten so Brasilianer in ein betrügerisches Schneeballsystem, das weltweit für Aufsehen sorgte. Bei einem Schneeballsystem oder Ponzi-System handelt es sich um eine Anlageform, bei der die Betreiber den Nutzern verlockende Gewinnchancen präsentieren. Auf diese Weise werben sie zahlreiche Brasilianer an, die auf der Suche nach Profiten sind, während sie die ersten Anleger mit den Geldern neuer Investoren auszahlen.
In einigen Fällen rekrutiert die Plattform Nutzer, die als Werbetreibende fungieren und über verschiedene soziale Medien Angebote verbreiten. Viele von ihnen gehen sogar so weit, enge Freundschaften und Beziehungen zu ihren potenziellen Opfern aufzubauen, bevor sie ihnen die Investitionsmöglichkeiten präsentieren. In diesem Fall erwähnte die Staatsanwaltschaft, dass Ferreira de Souza die treibende Kraft hinter dem Braiscompany-System war, und merkte an, dass die Plattform unter dem Deckmantel der Seriosität agierte, um die Angebote der breiten Öffentlichkeit schmackhaft zu machen.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, zahlreiche Anleger, vorwiegend in digitale Vermögenswerte, in der Annahme, damit ihr Leben zu verändern, verleitet zu haben. Sie erwähnte, dass die Plattform gezielt Kryptowährungsunerfahrene ins Visier genommen habe und die finanziellen Folgen des Betrugs für die Beteiligten verheerend gewesen seien. Zusätzlich zur Haftstrafe ordnete das Gericht die Rückzahlung von rund 6,2 Millionen US-Dollar an die Anleger an, während die Polizei weiterhin versucht, einen Teil der gestohlenen Gelder zurückzuerlangen.
Notwendigkeit der Wachsamkeit im Kryptosektor
Es ist nicht das erste Mal, dass die brasilianische Investmentplattform in den Schlagzeilen ist. sorgte für Aufsehen, als sie Suno Research wegen Verleumdung und Rufschädigung verklagte. Damals hatte Suno Research der Investmentplattform vorgeworfen, ein Schneeballsystem zu betreiben – ein Vorwurf, den Braiscompany entschieden zurückwies, da Suno Research keinerlei Beweise dafür vorgelegt hatte.
Berichten zufolge behauptete Tiago Reis, Gründer von Suno Research, in mehreren Beiträgen, dass das Versprechen, durch die Vermietung Bitcoin monatlich 10 bis 15 % Rendite zu erzielen, auf ein Schneeballsystem zurückzuführen sei. Das brasilianische Investmentunternehmen Braiscompany erwirkte damals gerichtlich, dass Suno die Links zu den Artikeln und Veröffentlichungen, in denen diese Behauptungen aufgestellt wurden, entfernen musste. Auch Braiscompany selbst erlitt vor Gericht eine Niederlage, da Suno beantragt hatte, dass die Investmentplattform beweisen müsse, dass es sich nicht um ein Schneeballsystem handele.
„Diese Brokerabrechnungen sind gerechtfertigt, um die prozentualen Anteile und Beträge der mit dem Kundenkapital getätigten Transaktionen sowie den Zahlungsnachweis für den Fall einer Auszahlung zu belegen, der gemäß den Anforderungen des angeforderten Sachverständigengutachtens bestätigt werden kann“, behauptete Suno. Obwohl Braiscompany damals versuchte, die Entscheidung anzufechten, blieb dies erfolglos. Die Anwälte des Unternehmens argumentierten, dass es in dem Fall um Rufschädigung und nicht um die Frage ging, ob das Unternehmen in illegale Aktivitäten verwickelt war.
Der Fall verdeutlicht die Notwendigkeit erhöhter Wachsamkeit im Kryptosektor. Das Gerichtsurteil unterstreicht zudem den Bedarf an strengeren Maßnahmen zum Schutz von Anlegern. Da brasilianische Banken und Finanzinstitute mittlerweile Krypto-Investitionen anbieten, wird die Bedeutung des Verbraucherschutzes angesichts des positiven Wachstums des Kryptomarktes deutlich.

