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BlackRocks Bitcoin ETF verzeichnete einen Mittelabfluss von 527 Millionen US-Dollar und verfehlte damit nur knapp seinen schlechtesten Tag aller Zeiten

VonAnush JaferAnush Jafer
2 Minuten gelesen,
  • IBIT verzeichnete am Mittwoch Abflüsse von über einer halben Milliarde, den zweitgrößten Tageswert in der Geschichte des Unternehmens.
  • Der starke Anstieg des Erzeugerpreisindex im April um 6 % ließ die Chancen auf eine Zinssenkung im Juni schwinden und bremste die Frühjahrsrallye von Bitcoinaus.

Bitcoin Spot-ETFs verzeichneten acht Tage in Folge kumulierte Nettoabflüsse. Bislang gab es in diesem Monat nur sechs Tage mit positiven Zuflüssen, sodass sich die monatlichen Gesamtabflüsse zum Zeitpunkt der Veröffentlichung auf -2,07 Milliarden US-Dollar belaufen. Die Zahlen sind beträchtlich. Daten von SoSoValue von BlackRock Bitcoin am Mittwoch Abflüsse in Höhe von 527,84 Millionen US-Dollar verzeichnete. Dies war der zweitschlechteste Tag seit dem Rekordabfluss von -528,30 Millionen US-Dollar am 30. Januar dieses Jahres. Für ein Produkt, das fast durchgehend Zuflüsse verzeichnete, sind zwei Rekordabflusstage innerhalb eines Jahres eine Entwicklung, die man im Auge behalten sollte. 

Der PPI-Druck, der den Zinshandel beendete 

Die eigentliche Geschichte dreht sich hier jedoch nicht um Bitcoin selbst, sondern um die Zinssätze. Ein Blick auf die Daten zeigt deutlich, dass die Umkehr der Kapitalströme um den 13. Mai begann, was auch mit dem Erzeugerpreisindex (PPI) vom April zusammenfiel. Die Großhandelsinflation fiel mit 6 % im Jahresvergleich deutlich höher aus als erwartet (Analysten hatten mit knapp 3,8 % gerechnet) und erreichte damit den höchsten Wert seit über zwei Jahren. Die Erwartungen an zukünftige Zinssätze sanken daraufhin fast unmittelbar. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juni fiel laut dem CME FedWatch-Tool von rund 62 % vor Bekanntgabe der Ergebnisse auf rund 38 %. Innerhalb weniger Tage stellten die Märkte die Zinssenkungsprognosen vollständig ein. 

Billigeres Geld, lockerere Liquidität, risikoreiche Anlagen sind gefragt – das war größtenteils die Marktstimmung im April, in dem Bitcoin an Dynamik gewann. Ohne die Zinssenkungen verliert die These, die Bitcoin im März und April nach oben trieb, ihre Gültigkeit. Institutionen haben kein neues Urteil über Bitcoingefällt, sondern über die US-Notenbank (Fed), und Bitcoin befand sich zufällig in diesem Zinssatzbereich. 

IBIT ist die Ausgangstür 

Wenn ein Makrofonds schnell aus dem Zinsgeschäft aussteigen möchte, ist IBIT der einfachste und liquideste Weg. Keine Selbstverwahrung, keine Wallets, keine Wartezeiten aufgrund von Abwicklungsproblemen. Sie verkaufen Anteile wie jeden anderen ETF, und fertig. Dieser Komfort hat aber auch Vorteile: Die gleiche Infrastruktur, die IBIT zum einfachsten Einstieg für institutionelle Anleger gemacht hat, ermöglicht auch den einfachsten Ausstieg.

Eine nahezu rekordverdächtige Einlösungswelle deutet also weniger auf Panik um Bitcoin hin, sondern vielmehr auf ein Echtzeitverständnis dafür, wie schnell sich der Kurswechsel vollzieht.

Wenn die Mittelzuflüsse eines Fonds die gesamte Erzählung verändern

Der grundlegende Wandel liegt im Ort der Preisfindung. Früher wurde die Geschichte von Bitcoinan Kryptobörsen geschrieben. Heute findet sie zunehmend im ETF-Handel statt. Spotfonds halten zusammen knapp 1,3 Millionen BTC, fast 7 % des Umlaufbestands, und allein IBIT verzeichnet seit seiner Einführung kumulierte Zuflüsse von rund 64 Milliarden US-Dollar.

Wenn so viel Kapital über wenige regulierte Vehikel fließt, wird der tägliche Mittelzufluss eines einzelnen Fonds nicht länger zur Randnotiz, sondern zur Schlagzeile. Deshalb kann der Abfluss von 527,84 Millionen Dollar aus einem ETF die Richtung für den gesamten Markt vorgeben. Das Geld fand den schnellsten Weg. Der Markt reagierte auf die Zahl. Die Berichterstattung folgte dem Abfluss.

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Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Anush Jafer

Anush Jafer

Anush ist Krypto-Analyst und Journalist mit vier Jahren Branchenerfahrung. Er berichtet über Stablecoins, On-Chain-Analysen, regulatorische Entwicklungen und makroökonomische Entwicklungen im Kryptobereich. Außerdem moderiert er die Live-Markt-Streams und Podcasts von Cryptopolitan.

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