Bitcoin stieg am Mittwoch über 108.000 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Wochen, da die Händler die erneuten Unruhen im Nahen Osten und den US-Aktienmarkt, der knapp unter seinen Allzeithochs blieb, ignorierten.
Die weltweit erste Kryptowährung erreichte ohne Zögern ihren Tageshöchststand, obwohl Altcoins wie Ether und Solana am Nachmittag leicht nachgaben.
Unterdessen sorgten Abgeordnete und Aufsichtsbehörden in Washington, D.C. für Aufsehen und könnten der Entwicklung zusätzlichen Schwung verleihen. Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve, erklärte am selben Tag vor dem Bankenausschuss des Senats, Stablecoins hätten „einen langen Weg zurückgelegt“ und seien nun fester Bestandteil des „traditionellen Finanzsystems“
Powells Eingeständnis, dass Krypto nicht mehr nur ein Nebenschauplatz ist, erfolgte am selben Tag, an dem der Chef der Federal Housing Finance Agency, Billy Pulte, Fannie Mae und Freddie Mac anwies, zu prüfen, wie Krypto-Assets wie Bitcoinzur Erlangung von Hypothekenrechten verwendet werden könnten.
Billys Familie gründete die Pulte Group, einen der größten Hausbaukonzerne des Landes, und sein Einfluss auf den Wohnungssektor ist beträchtlich. Diese Anweisung könnte als grünes Licht für digitale Vermögenswerte in der US-Immobilienfinanzierung gesehen werden.
Trumps Krypto-ETF an der NYSE steht vor einer wichtigen Entscheidung
An der New Yorker Börse wird ein Vorschlag vorangetrieben, derdent Donald Trumps Plattform „Truth Social“ in Verbindung steht. Die Börse hat einen Antrag auf Regeländerung eingereicht, der die Notierung eines Bitcoin und Ethereum -ETFs ermöglichen würde, der direkt mit Trumps Unternehmen verknüpft ist.
Wenn die US-Börsenaufsicht SEC grünes Licht gibt, könnte der ETF innerhalb von 90 Tagen starten und die Bemühungen der Regierung verstärken, Kryptowährungen stärker in den Fokus der Wall Street zu rücken. Trump, der nun wieder im Weißen Haus sitzt, hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, Kryptowährungen einen größeren Bestandteil des amerikanischen Finanzsystems zu verleihen, und dieser ETF wäre einer der bedeutendsten Schritte in diese Richtung.
Die On-Chain-Analyse zeigt eine matic Spaltung im Marktverhalten. Kleinanleger mit Wallets unter 1 BTC haben kontinuierlich verkauft. Der Bestand dieser Adressen sank auf 1,69 Millionen BTC, ein Rückgang um 54.500 BTC im Vergleich zum Vorjahr, mit durchschnittlichen täglichen Abflüssen von 220 BTC.

In den vergangenen zwölf Monaten korrelierten die Bewegungen dieser Wallets mit -0,89 mit dem Preis. Das bedeutet, je mehr verkauft wurde, desto höher stieg der Preis. Gleichzeitig kontrollieren große Wallets mit mindestens 1.000 BTC nun 16,57 Millionen BTC, nachdem sie innerhalb eines Jahres über 507.000 BTC hinzugewonnen haben. Diese Wallets absorbieren täglich rund 1.460 BTC und weisen eine Korrelation von +0,86 zum Preis auf, was bedeutet, dass ihre Aktivität mit steigenden Kursen trac.
Dieses Ungleichgewicht ist eklatant. Institutionelle Anleger nehmen fast siebenmal so viel ein, wie Privatanleger abgeben. Hinzu kommt, dass nach dem Halving täglich nur noch 450 BTC geschürft werden, wodurch der Angebotsdruck deutlich wird. Doch diesmal ist anders: Kleinanleger sind nicht wieder eingestiegen.
Noch gibt es keine Panikkäufe von Privatanlegern, keine Hysterie wie bei früheren Haussephasen. Stattdessen verkaufen einzelne Aktionäre weiterhin ihre Anteile, was darauf hindeutet, dass die aktuelle Rallye ihren Höhepunkt möglicherweise noch lange nicht erreicht hat.
Binance, Stablecoins und wichtige Unterstützungsniveaus zeigen, was als Nächstes kommt
Auf Binanceereignete sich am 24. Juni eine bedeutende Bewegung. Das Netto-Taker-Volumen überstieg 100 Millionen US-Dollar – ein Wert, der seit dem 9. Juni nicht mehr erreicht worden war. Solche Ereignisse treten üblicherweise auf, wenn übermäßig gehebelte Short-Positionen aufgelöst werden oder wenn Privatanleger massiv einsteigen. Diese Ausbrüche können kurzfristige Käufe ankurbeln, garantieren aber keine nachhaltige Nachfrage. Zudem fiel diese Aktivität mit einem Abfluss von Stablecoins in Höhe von 1,25 Milliarden US-Dollar von Derivatebörsen zusammen – dem größten Abfluss seit Mitte Mai.

Eine weitere Kennzahl, die Händler genau beobachten, ist der realisierte Preis, auch Einstandspreis genannt, von Kurzzeithaltern (STH). Diese Wallets, die Bitcoin weniger als sechs Monate halten, repräsentieren über 40 % der gesamten Marktkapitalisierung von Bitcoin. Daher sind ihre Einstiegszeitpunkte entscheidend.
Aktuell notieren Wallets der Altersgruppe 1 Woche bis 1 Monat bei 106.200 US-Dollar, während die der Altersgruppe 1 bis 3 Monate bei 95.000 US-Dollar liegen. Wallets, die vor 3 bis 6 Monaten angelegt wurden, notieren bei 93.300 US-Dollar. Unter Berücksichtigung dieser Werte ergibt sich ein durchschnittlicher Einstandspreis von rund 97.700 US-Dollar.
Hier wird die Lage heikel. Der Bitcoin-Kurs pendelt aktuell um die 100.000-Dollar-Marke – ein Niveau, das sowohl emotional als auch technisch von Bedeutung ist. Sollte der Kurs unter 97.000 Dollar fallen, könnte dies eine Kettenreaktion panischer Verkäufe auslösen, insbesondere von Langzeitinvestoren, die ohnehin schon verunsichert sind. Es handelt sich um eine enge und gefährliche Spanne.

