Binance hat innerhalb von weniger als zwei Jahren einen weiteren juristischen Rückschlag erlitten. Französische Ermittler gaben heute die Einleitung eines gerichtlichen Ermittlungsverfahrens gegen die weltgrößte Kryptobörse bekannt. Die Vorwürfe umfassen Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Drogenhandel.
Nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft (JUNALCO) beziehen sich die Ermittlungen auf Straftaten, die zwischen 2019 und 2024 begangen wurden.
🚨EILMELDUNG Französische Ermittler haben Ermittlungen gegen BINANCE wegen Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Drogenhandel KIN KIN
— Crypto Beast (@cryptobeastreal) 28. Januar 2025
Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen schwerer Geldwäsche und illegaler Dienstleistungen im Bereich digitaler Vermögenswerte ein. Bereits 2023 führten die lokalen Behörden Vor-Ort-Ermittlungen durch. Sie untersuchten Transaktionen, die im Verdacht standen, von Betrug oder organisierter Kriminalität zu profitieren.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Ermittlungen seien durch Beschwerden von Nutzern ausgelöst worden, die nach Transaktionen auf der Plattform Geld verloren hatten. Hinzu komme, dass die bereitgestellten Informationen fehlerhaft kommuniziert worden seien.
Die französischen Staatsanwälte argumentierten, dass die Plattform ohne die erforderlichen Genehmigungen gehandelt habe.
Den vorliegenden Informationen zufolge erstrecken sich die Ermittlungen nicht nur auf Frankreich, sondern auf alle EU-Länder. Binance hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert.
Binance Aktionäre – Haben sie eine Gewinnchance?
Die Fragen zur Position von Binancein Europa haben zugenommen. Die Börse hat ihre Lizenzen in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien und Deutschland verloren. Die Geschäftsleitung beschloss, bestimmte Lizenzanträge aufgrund strenger Geldwäschebestimmungen zurückzuziehen.
Es gibt auch Anzeichen dafür, dass laufende Untersuchungen in Frankreich die Erlangung einer Genehmigung gemäß den Vorschriften für Märkte für Krypto-Assets (MiCA) etwas erschweren könnten.
Eine strafrechtliche Anklage im Zusammenhang mit Eigentumsverhältnissen könnte den Verlust von Genehmigungen durch französische Behörden zur Folge haben und eine Expansion in Europa erschweren.
Im vergangenen Mai traten zwei neue Eigentümer an seine Stelle. Offenbar besagt das französische Gesetz, dass Diebe nicht die Mehrheit der Aktien eines Unternehmens besitzen dürfen.
Da Zhao alleiniger Eigentümer von Binance France war, hätte er den Betrieb der Börse in Frankreich aufgrund seiner Vorstrafen verhindern können. Laut französischem Handelsregister sind die Anteile an Binance France nun zwischen Yulong Yan und Lihua He aufgeteilt. Beide halten jeweils 50 %.
Binance hat sich in Frankreich etabliert. Das Land hat die Kryptobörse in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen strategischen Knotenpunkt in Europa ausgebaut. Darüber hinaus investierte Binance 104 Millionen US-Dollar in den französischen Kryptomarkt. Allerdings sah sich die Börse in den letzten Jahren in Frankreich mit einigen Herausforderungen konfrontiert.
Die unzähligen Klagen gegen Binance
Die Kryptobörse sieht sich weiterhin mit anderen Verfahren konfrontiert. Im Dezember 2024 gab die australische Unternehmenspolizei bekannt, dass sie Klage gegen Binancelokales Derivategeschäft eingereicht hat. In der Klage wird behauptet, dass Privatkunden fälschlicherweise als Großkunden eingestuft wurden, wodurch ihnen der ihnen zustehende Verbraucherschutz vorenthalten wurde.
Die australische Wertpapier- und Investitionskommission (ASIC) behauptete, das Unternehmen habe Kryptoderivate an 505 Privatanleger verkauft, was etwa 83 % seiner lokalen Kunden entsprach. Diese Anleger seien von Juli 2022 bis April 2023 fälschlicherweise als institutionelle Kunden eingestuft worden.
Zudem wies der Oberste Gerichtshof der USA Mitte des Monats einen Antrag von Binance und dessen Gründer Changpeng Zhao auf Einstellung eines Verfahrens zurück. Investoren hatten gegen die beiden geklagt. Sie warfen der größten Kryptobörse vor, nicht registrierte Token verkauft zu haben, deren Wert erheblich gefallen war.
Das 2. US-Berufungsgericht in Manhattan entschied, dass die US-Wertpapiergesetze auf BinanceAnwendung finden, obwohl es sich nicht um ein US-Unternehmen handelt. Dies liegt daran, dass Token-Käufe von US-Investoren unwiderruflich sind.
Die Richter entschieden, die Berufung von Binance und Zhao gegen das Urteil eines unteren Gerichts nicht anzuhören. Dadurch konnte die Sammelklage fortgesetzt werden.

