Der Einfluss der großen Technologiekonzerne behindert die Regulierung von KI: Eine Bedrohung für öffentliche Interessen

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- Die Lobbyarbeit der großen Technologiekonzerne behindert die Regulierung von KI und birgt Risiken für das öffentliche Interesse.
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- Voreingenommene Algorithmen in KI-Systemen haben reale Konsequenzen und betreffen schutzbedürftige Personen.
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- Die Dominanz der Tech-Giganten bei den Basismodellen gibt Anlass zu Bedenken hinsichtlich ethischer Überlegungen und Monopolen in der KI-Entwicklung.
Mit der zunehmenden Integration von Systemen der künstlichen Intelligenz (KI) in verschiedene Bereiche der Gesellschaft wachsen auch die Bedenken hinsichtlich ihrer Risiken und potenziellen Gefährdung von Grundrechten. Die KI-Revolution, die vor allem von großen Technologiekonzernen vorangetrieben wird, stößt jedoch auf Widerstand durch Lobbyarbeit, die darauf abzielt, die zum Schutz der Öffentlichkeit erlassenen Regulierungen zu verhindern.
Reale Folgen voreingenommener Algorithmen
Die sozialen Auswirkungen von KI sind kein fernes Zukunftsszenario, sondern bittere Realität. Zahlreiche Beispiele, von den Niederlanden und Großbritannien bis Australien, zeigen, wie voreingenommene Algorithmen Tausende von Menschen fälschlicherweise des Sozialbetrugs beschuldigt haben. Die Folgen waren verheerend, insbesondere für Menschen mit niedrigem Einkommen und Migrationshintergrund, und führten zu finanzieller Verschuldung, Obdachlosigkeit und psychischen Problemen.
In letzter Zeit rücken die hochentwickelten KI-Systeme, sogenannte „Foundation Models“ wie beispielsweise ChatGPT, in den Fokus. Diese komplexen Systeme können vielfältige Zwecke erfüllen, verhalten sich aber oft unvorhersehbar, selbst für ihre Entwickler. Technologiekonzerne wie Google und Microsoft entwickeln sie vorwiegend aufgrund des enormen Umfangs und des erforderlichen Ressourcenaufwands. Diese Unternehmen verfügen über Quasi-Monopole im KI-Sektor und haben Milliarden in Partnerschaften mit Startups investiert, um ihre Dominanz weiter auszubauen.
Ethische Bedenken und schwindende Ethikteams
Besorgniserregend ist, dass viele dieser Tech-Giganten trotz ihres Einflusses ihre Ethikteams kürzlich aufgelöst oder verkleinert haben. Einige dieser Teams hatten Bedenken hinsichtlich der Gefahren der von ihnen entwickelten KI-Systeme geäußert. Dies wirft Fragen zu den ethischen Aspekten der KI-Branche auf.
In Anerkennung der potenziellen Risiken von Stiftungsmodellen ergriff das Europäische Parlament im Frühjahr Maßnahmen, um Unternehmen, die an deren Entwicklung beteiligt sind, bestimmte Pflichten aufzuerlegen. Diese Pflichten stellen im Wesentlichen eine Sorgfaltspflicht dar. Unternehmen müssen nachweisen, dass sie alle notwendigen Maßnahmen ergriffen haben, um Risiken für Grundrechte zu minimieren, die Qualität der Trainingsdaten sicherzustellen und die Umweltauswirkungen des Energie- und Wasserverbrauchs von Rechenzentren zu reduzieren.
Lobbybemühungen der großen Technologiekonzerne
Während sich Technologieunternehmen öffentlich für eine Regulierung von KI einsetzen, wehren sie sich hinter den Kulissen vehement gegen jegliche Regulierung grundlegender Modelle. Untersuchungen des Corporate Europe Observatory zeigen, dass die großen Technologiekonzerne umfangreiche Lobbyarbeit betrieben haben, um die regulatorischen Rahmenbedingungen zu beeinflussen. In diesem Jahr standen 66 % der Treffen mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments zum Thema KI im Zeichen von Unternehmensinteressen – ein Anstieg gegenüber 56 % im Zeitraum von 2019 bis 2022.
Nachdem die Absicht des Europäischen Parlaments zur Regulierung von Foundation-Modellen bekannt wurde, verlagerte die Tech-Branche ihre Lobbyarbeit umgehend auf die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten. In diesem Jahr nahmen 86 % der hochrangigen Treffen von Kommissionsbeamten zum Thema KI an Treffen mit Vertretern der Industrie teil. Die Vorstandsvorsitzenden von Google, OpenAI und Microsoft tauschten sich persönlich mit europäischen Entscheidungsträgern auf höchster Ebene aus.
Unterstützung aus unerwarteten Quellen
Überraschenderweise erhielten die großen Technologiekonzerne auch Unterstützung von den europäischen KI-Startups Mistral AI und Aleph Alpha, die Druck auf ihre jeweiligen nationalen Regierungen (Frankreich und Deutschland) ausübten. Mistral AI richtete ein Lobbybüro in Brüssel ein, das vom ehemaligen französischen Staatssekretär für den digitalen Wandel, Cédric O, geleitet wurde, der für seinen Einfluss auf den französischendent Emmanuel Macron bekannt ist.
Der Widerstand von Technologiekonzernen und einigen Mitgliedstaaten hat die Trilogverhandlungen der EU-Institutionen erheblich erschwert. Selbst nach einer Einigung müssen während der Umsetzungsphase noch wichtige Entscheidungen getroffen werden, sodass die großen Technologiekonzerne weiterhin Einfluss auf den Prozess nehmen können.
Der Einfluss der großen Technologiekonzerne im Regulierungsbereich wirft eine entscheidende Frage auf: Sind sie zu mächtig geworden, um wirksam reguliert zu werden? Dank ihrer Lobbyarbeit und ihres privilegierten Zugangs zu Machtpositionen konnten sie oft Regulierungen verhindern, die ihre umstrittenen Geschäftspraktiken hätten eindämmen können. Ähnlich wie die Tabakindustrie aufgrund jahrelanger manipulativer Taktiken vom Lobbying bei Gesundheitsbehörden ausgeschlossen wurde, mehren sich nun die Rufe, die Lobbyarbeit der großen Technologiekonzerne einzuschränken, wenn öffentliche Interessen auf dem Spiel stehen.
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