Die australische Wertpapier- und Investitionskommission (ASIC) hat eine Finanzberaterin wegen Kryptobetrugs für zehn Jahre gesperrt. In einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung warf die Aufsichtsbehörde Glenda Maree Rogan vor, Kundengelder durch betrügerische Kryptoinvestitionen veruntreut zu haben.
Laut ASIC transferierte Rogan zwischen März 2022 und Juni 2023 14,8 Millionen australische Dollar (umgerechnet etwa 9,6 Millionen US-Dollar) an Kundengelder an das Krypto-Investitionsbetrugsunternehmen „The Financial Center“. Zu dieser Zeit war sie als Finanzberaterin und Kundenbetreuerin für die Fincare-Unternehmensgruppe tätig.
Sie war außerdem eine autorisierte Vertreterin von Private Wealth Pty Ltd und täuschte Kunden über die Art und die Risiken ihrer Anlagen, während sie diese als Vertreterin von Fincare beriet.
Durch ihre falschen Darstellungen und Aussagen, unter anderem behauptete sie gegenüber Kunden, diese würden in ein hochverzinsliches Festzinskonto investieren, veranlasste sie einige dieser Kunden dazu, Geld auf Konten unter ihrer Kontrolle zu überweisen.
Berichten zufolge wandelte sie den Großteil der Gelder in Kryptowährungen um und überwies diese an Wallets, die vom Financial Centre benannt worden waren. Die australische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde ASIC hat das Financial Centre als nicht lizenziertes Unternehmen auf die schwarze Liste gesetzt und angemerkt, dass Rogan bereits 2022 Verdacht hinsichtlich der Plattform hätte hegen müssen.
Aus diesem Grund hat die Aufsichtsbehörde Rogan für zehn Jahre von der Tätigkeit im Finanzdienstleistungssektor ausgeschlossen. Dies bedeutet, dass sie keine Funktion im Bereich Finanzdienstleistungen ausüben oder ein Unternehmen kontrollieren darf, das Finanzdienstleistungen erbringt.
In der Pressemitteilung hieß es:
„ASIC stellte fest, dass Frau Rogan gegen ein Finanzdienstleistungsgesetz verstoßen hat, indem sie irreführende oder täuschende Handlungen begangen hat, und befand außerdem, dass sie Grund zu der Annahme habe, dass Frau Rogan keine geeignete Person sei und nicht kompetent genug sei, um in der australischen Finanzdienstleistungsbranche tätig zu sein.“
Obwohl das Verbot bereits seit dem 6. Juni 2025 in Kraft ist, wies die Aufsichtsbehörde darauf hin, dass Rogan noch Berufung einlegen kann und die Ermittlungen andauern. Betroffene desdent wurden aufgefordert, Beschwerden bei der australischen Finanzbeschwerdestelle einzureichen.
Australische Aufsichtsbehörden gehen verstärkt gegen Krypto-bezogene Straftaten und Betrug vor
Die Maßnahmen der ASIC sind Teil landesweiter Bemühungen zur Bekämpfung von Anlagebetrug und Kryptokriminalität in Australien. Die Aufsichtsbehörde hat hierbei eine Vorreiterrolle eingenommen und bis Ende Februar über 10.000 Webseiten mit Anlagebetrugsangeboten abgeschaltet, darunter über 1.200 im Zusammenhang mit Kryptowährungen.
Im vergangenen Monat erhob die ASIC auch Anklage gegen den ehemaligen Manager der Kryptobörse ACX.io, Liang „Allan“ Guo, wegen des Zusammenbruchs der Börse. Der Zusammenbruch von ACX hat Nutzern Verluste in Millionenhöhe beschert, während Guo das Land verlassen hat.
Interessanterweise ist es nicht nur die ASIC, die gegen Kryptokriminalität und andere Betrugsmaschen vorgeht. Auch das australische Zentrum für Transaktionsberichte und -analysen (AUSTRAC) hat kürzlich neue Anforderungen für Betreiber von Krypto-Geldautomaten eingeführt.
Die neuen Regeln begrenzen Abhebungen und Einzahlungen auf 5.000 AU$, was etwa 3.250 US$ entspricht. Sie verpflichten die Geldautomaten außerdem dazu, Warnmeldungen anzuzeigen, um Benutzer vor Betrug zu schützen, und verschärfen gleichzeitig die Anforderungen an die Kundenidentifizierung (KYC) und die Bekämpfung von Geldwäsche.
Interessanterweise verweigerte AUSTRAC die Verlängerung der Lizenz des Krypto-Geldautomatenbetreibers Harro's Empire aufgrund von Bedenken hinsichtlich des Missbrauchs seiner Geldautomaten.
Die australische Polizei hat kürzlich vier Personen wegen Geldwäsche mit Kryptowährungen angeklagt. Laut Polizeiangaben soll die kriminelle Bande rund 125 Millionen US-Dollar mit Kryptowährungen gewaschen haben.
Die Akzeptanz von Kryptowährungen in Australien wächst weiter
Auch wenn die jüngsten Regulierungsmaßnahmen den Eindruck erwecken könnten, dass in Australien hart gegen Kryptowährungen vorgegangen wird, entspricht die Realität dem nicht. Tatsächlich ist die verstärkte Regulierung eine Reaktion auf die zunehmende Verbreitung von Kryptowährungen im Land, die einige Betrüger auszunutzen versuchen.
Australien verfügt beispielsweise mittlerweile über fast 2.000 Krypto-Geldautomaten, eine beträchtliche Anzahl im Vergleich zu den 23 im Jahr 2019. Diese Geldautomaten verarbeiten jährlich etwa 150.000 Transaktionen, wobei 72 % der Nutzung von Personen über 50 Jahren erfolgt.
Interessanterweise besitzen oder besaßen laut einer Umfrage Anfang dieses Jahres mehr als 30 % der Australier Krypto-Assets, weitere 14,3 % sind daran interessiert, in Kryptowährungen zu investieren.

