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Asiatische Regierungen verabschieden sich in einem schnelleren Tempo vom Dollar

VonShummas HumayunShummas Humayun
3 Minuten Lesezeit
Asiatische Regierungen verabschieden sich in immer kürzeren Abständen vom Dollar.
  • Asiatische Nationen verlagern mehr Handel und Investitionen in ihre eigenen Währungen, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern.
  • Der Anteil des Dollars an den weltweiten Währungsreserven ist von über 70 Prozent im Jahr 2000 auf 57,8 Prozent im Jahr 2024 gesunken.
  • Regierungen und Investoren sichern sich gegen Dollarrisiken ab und bauen alternative Zahlungssysteme auf, aber der US-Dollar führt nach wie vor die globalen Währungsreserven an.

Asien verringert seine Abhängigkeit vom US-Dollar stetig, angetrieben durch geopolitische Unsicherheiten, Veränderungen in der Geldpolitik und zunehmende Bemühungen zur Absicherung von Währungsrisiken.

Der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) hat seinen Strategieplan für die Wirtschaftsgemeinschaft 2026–2030 vorgestellt. Ziel des Plans ist es, Handel und Investitionen in den jeweiligen Landeswährungen. Er hebt Maßnahmen hervor, die die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen abmildern sollen, indem Zahlungen in den Heimatwährungen unterstützt und die Zahlungsverbindungen in der Region verbessert werden.

Dieser Trend ist in Asien am deutlichsten zu beobachten, aber er ist global. Der Anteil des Dollars an den weltweiten Devisenreserven ist von über 70 Prozent im Jahr 2000 auf 57,8 Prozent im Jahr 2024 gesunken. Besonders auffällig war der starke Kursverfall des Dollars im April aufgrund der Unsicherheit über die US-Politik. Seit Januar ist der handelsgewichtete Dollar-Index um mehr als 8 Prozent gefallen.

Experten weisen darauf hin, dass die Entdollarisierung kein neues Phänomen ist. Neu ist jedoch die zunehmende Auffassung, dass der Dollar in Handelsstreitigkeiten und Sanktionen als Instrument oder gar Waffe eingesetzt werden kann. Mitul Kotecha, Leiter des Bereichs Devisenhandel und Schwellenländerstrategie bei Barclays, erklärt, diese Erkenntnis habe Investoren und politische Entscheidungsträger dazu veranlasst, ihre hohen Dollarbestände zu überdenken. 

„Die Länder beobachten, dass der Dollar als eine Art Waffe im Handel, bei direkten Sanktionen usw. eingesetzt wurde und werden kann. Das ist die eigentliche Veränderung der letzten Monate“, sagte er gegenüber CNBC.

Asiatische Unternehmen wenden sich vom Dollar ab

Asiatische Regierungen und Unternehmen drängen verstärkt auf Transaktionen in ihren eigenen Währungen, um ihr Risiko gegenüber Dollar-Schwankungen zu reduzieren. Lin Li, Leiterin der globalen Marktforschung für Asien bei MUFG, erklärt, dass die Entdollarisierung in Asien vor allem durch den Wunsch getrieben wird, Risiken durch die Verwendung lokaler Währungen als Haupttauschmittel zu minimieren.

Analysten der Bank of America ergänzen, dass zwei Hauptfaktoren diese Entwicklung in ASEAN vorantreiben: Haushalte und Unternehmen tauschen US-Dollar-Ersparnisse wieder in Landeswährung um, und große Investoren sichern ihre Fremdwährungsrisiken zunehmend ab. Beide Trends schwächen die Vormachtstellung des Dollars in der Region.

Über Südostasien hinaus arbeiten die BRICS-Staaten, insbesondere China und Indien, an einer eigenen grenzüberschreitenden Zahlungsplattform, um traditionelle Netzwerke wie SWIFT zu umgehen und die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern. China hat zudem seine Bemühungen verstärkt, den bilateralen Handel direkt in Yuan abzuwickeln.

Kotecha von Barclays beschreibt die Entdollarisierung als „einen andauernden, langsamen Prozess“. Er verweist auf zwei Indikatoren: Daten der Zentralbankreserven, die einen allmählichen Rückgang der Dollarbestände zeigen, und Handelsdaten, die eine steigende Anzahl von Geschäften in Landeswährung widerspiegeln. Er fügt hinzu, dass Volkswirtschaften wie Singapur, Südkorea, Taiwan, Hongkong und China über beträchtliche Auslandsvermögen verfügen, was ihnen mehr Spielraum gibt, Gewinne in ihrer eigenen Währung zu transferieren.

Asiatische Investoren sichern sich derweil gegen Dollar-Volatilität durch Hedging ab. Beim Hedging ihrer Dollar-Positionen verkaufen sie US-Dollar und kaufen lokale oder andere Währungen, wodurch deren Wert gegenüber dem Dollar steigt.

Laut Schätzungen von Nomura sichern japanische Lebensversicherer rund 44 Prozent ihres Dollar-Währungsrisikos ab; dieser Wert stieg im April und Mai auf etwa 48 Prozent. In Taiwan ist die Absicherungsquote mit rund 70 Prozent sogar noch höher.

Dies wirft eine Frage auf: Ist diese Abkehr vom Dollar vorübergehend oder der Beginn eines langfristigen Wandels? Cedric Chehab, Chefökonom bei BMI Research, vermutet, dass es sich weiterhin um einen zyklischen Trend handeln könnte, sofern die USA nicht zu härteren Sanktionen greifen, die Zentralbanken davon abhalten, hohe Dollarbestände zu halten.

Trotz dieser Entwicklungen warnen Branchenbeobachter davor, dass die Rolle des Dollars als wichtigste Reservewährung der Welt schwer zu ersetzen sein wird. Derzeit bleibt der US-Dollar ein zentraler Bestandteil des globalen Finanzwesens, und selbst bei einem Kursrückgang übertrifft er alle anderen Währungen noch immer deutlich.

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