Die Debatte um den amerikanischen Traum: Ist er tot oder entwickelt er sich nur weiter?

- Der amerikanische Traum, der historisch gesehen den sozialen Aufstieg in den USA symbolisierte, wird in der heutigen Zeit in Frage gestellt.
- In seinem Buch „Ours Was the Shining Future“ beschreibt David Leonhardt eine Phase der Stagnation in den USA, die durch stagnierende Einkommen, zunehmende Vermögensungleichheit und abnehmende soziale Mobilität gekennzeichnet war.
- Das Buch führt diesen Niedergang auf eine Verlagerung vom demokratischen Kapitalismus hin zu einem stärker von Konzernen dominierten, kurzfristig orientierten Ansatz sowie auf kulturelle und politische Veränderungen zurück, die den Durchschnittsamerikaner abgehängt haben.
Der Amerikanische Traum, ein Begriff, der vom Historiker James Truslow Adams während der Großen Depression geprägt wurde, ist seit Langem gleichbedeutend mit dem Ideal des sozialen Aufstiegs. Er basiert auf dem Glauben, dass jeder US-Bürger durch harte Arbeit nicht nur Erfolg haben, sondern auch den sozioökonomischen Status seiner Eltern übertreffen kann und war für viele ein Hoffnungsschimmer.
Adams stellte in seinem 1931 erschienenen Werk „Das Epos Amerikas“ der damaligen wirtschaftlichen Not einen unerschütterlichen Optimismus gegenüber, verkörpert durch die Erfolgsgeschichte der russischen Einwanderin und Schriftstellerin Mary Antin. Doch im 21. Jahrhundert und angesichts der sich wandelnden sozioökonomischen Landschaft Amerikas stellt sich die Frage: Lebt der amerikanische Traum noch, oder hat er sich zu etwas Unkenntlichem gewandelt?
Die große amerikanische Stagnation
Springen wir in die Gegenwart, so zeichnet David Leonhardts kritische Analyse in „Ours Was the Shining Future“ ein eher düsteres Bild des einst strahlenden amerikanischen Traums.
Die letzten fünfzig Jahre in den USA waren geprägt von stagnierenden Einkommen, wachsender Vermögensungleichheit und sinkender sozialer Mobilität – ein krasser Gegensatz zur Nachkriegszeit, als die meisten Kinder mehr verdienten als ihre Eltern. Leonhardt spricht von der „Großen Amerikanischen Stagnation“, einer Zeit, in der der Traum eher mythisch als erreichbar erscheint.
Die von Raj Chetty (Harvard) entwickelten und von Leonhardt bekannt gemachten Forschungsergebnisse zeigen einen deutlichen Rückgang der sozialen Mobilität über die Generationen hinweg. Während beeindruckende 92 % der 1940 Geborenen ein höheres Einkommen als ihre Eltern erzielten, lag diese Chance bei den 1980 Geborenen lediglich bei 50 %.
Diese Abwärtsspirale hat weitreichende Folgen, von einem abnehmenden Engagement bei globalen Krisen wie dem Klimawandel bis hin zu einem Anstieg antidemokratischer Bewegungen und rassistischer Intoleranz innerhalb der USA.
Der amerikanische Traum: Niedergang und mögliche Wiederbelebung
Leonhardts Buch versucht, die Gründe für den Niedergang des amerikanischen Traums zu analysieren. Er verweist auf einen Wandel vom demokratischen Kapitalismus hin zu einer von Konzerninteressen und kurzfristigen Gewinnen geprägten Laissez-faire-Mentalität. Dies, gepaart mit kulturellen und politischen Veränderungen, hat die arbeitende Bevölkerung Amerikas abgehängt.
Leonhardt kritisiert die Demokratische Partei dafür, dass sie sozialkonservative Wählergruppen verprellt und wichtige Wirtschaftsreformen nicht umgesetzt hat. Darüber hinaus untersucht er, wie das Mantra „Gier ist gut“ und ungezügelte Marktkräfte zum Niedergang des Landes beigetragen haben.
Doch die Geschichte umfasst mehr als Wirtschaftspolitik und politische Umbrüche. Die Entwicklung des amerikanischen Traums wird auch von gesellschaftlichen Dynamiken geprägt, darunter der Wandel der Arbeiterbewegung und die Entwicklung der Geschlechter- und Rassenpolitik.
Leonhardt untersucht, wie der Tod von Schlüsselfiguren wie Martin Luther King Jr. und Robert F. Kennedy die Bildung einer liberalen Koalition verhinderte, die sich über Klassen- und Farbgrenzen hinweg hätte vereinen können.
Der amtierendedent Joe Biden versucht mit seinem Engagement für Industriepolitik und Umverteilung des Reichtums, diesen Abwärtstrend umzukehren. Obwohl die US-Wirtschaft Anzeichen einer Erholung zeigt, bleibt abzuwarten, ob diese Bemühungen den amerikanischen Traum wiederbeleben und bei den Wählern der bevorstehendendentAnklang finden werden.
Angesichts derdentsteht das Schicksal des amerikanischen Traums auf dem Spiel. „Ours Was the Shining Future“ liefert vielleicht keine defiAntwort, regt aber zweifellos eine wichtige Diskussion an.
Der amerikanische Traum in seiner traditionellen Form mag angesichts der Herausforderungen der Moderne ins Wanken geraten. Doch seine Weiterentwicklung, nicht sein Untergang, könnte das nächste Kapitel der amerikanischen Geschichte defi. Ob sich dieser Traum den veränderten Zeiten anpasst oder in den Annalen der Geschichte verschwindet, ist eine Geschichte, die noch geschrieben wird.
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