Die amerikanische Wirtschaft spielt derzeit ein seltsames Spiel: Es sieht so aus, als würde sie sich verlangsamen, aber die Wahrscheinlichkeit einer ausgewachsenen Rezession wird immer geringer.
Das Conference Board erklärte, dass sich das Wachstum zwar weiterhin verlangsame, wir aber wohl nicht so bald in eine Rezession stürzen werden. Für Anleger in risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen sind das gute Nachrichten.
Was genau hat das Conference Board also gesagt? Ihre Frühindikatoren ( LEI), die im Grunde eine Reihe verschiedener Wirtschaftsfaktoren zusammenfassen, sanken im Juli um 0,6 %.

Das klingt vielleicht zunächst schlecht, ist aber tatsächlich etwas besser als im Juni, als der Rückgang lediglich 0,2 % betrug. Der LEI befindet sich seit seinem Höchststand im zweiten Quartal 2022 im Sinkflug.
Aber auch wenn die Zahlen immer noch fallen, verlangsamt sich das Tempo, was bedeutet, dass die Wirtschaft noch nicht direkt auf eine Mauer zusteuert.
Was ist da wirklich los?
Der LEI setzt sich aus Faktoren zusammen, die üblicherweise Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung geben. Dazu gehören beispielsweise die durchschnittliche Arbeitszeit im verarbeitenden Gewerbe, die Zahl der Arbeitslosenanträge, Neuaufträge im verarbeitenden Gewerbe, Aktienkurse und Kreditbedingungen.
Wenn man all diese Faktoren zusammen betrachtet, erhält man eine recht gute Vorstellung davon, ob die Wirtschaft vor einem Einbruch steht oder nicht. Traditionell gilt: Wenn diese Indikatoren zwei Quartale in Folge fallen, ist das ein Zeichen für eine bevorstehende Rezession.
Aber die Sache hat einen Haken: Obwohl der LEI weiterhin rückläufig ist, fällt der Rückgang nicht mehr so stark aus wie zuvor. Die annualisierte Veränderung des LEI über sechs Monate verringerte sich im Juli auf -2,1 %, verglichen mit -3,1 % im Juni.

Das dürfte so manchen Optimisten unter den Risikoinvestoren etwas beruhigen. Nachdem Aktien und Kryptowährungen zuletzt stark gefallen sind, könnten diese aktuellen Daten genau die Bestätigung sein, nach der sie gesucht haben.
Sicher, der Markt hat eine Krise durchgemacht, aber wenn das Schlimmste überstanden ist, ist es vielleicht an der Zeit, wieder nach oben zu blicken.
Der Wahnsinn dieses Marktzyklus
Anfang des Monats spitzte sich die Lage zu, als die US-Arbeitsmarktdaten zeigten, dass die Schaffung neuer Stellen im Juli nicht besonders vielversprechend aussah. Viele gerieten in Panik und befürchteten eine Rezession.
Die Zinsstrukturkurve für Staatsanleihen, also die Differenz zwischen kurz- und langfristigen Zinssätzen, zeigte ebenfalls Anzeichen einer möglichen Rezession.
Dies, zusammen mit der sogenannten Sahm-Regel (ein weiterer Indikator, der auf eine Rezession hindeutet, wenn die Lage schlecht aussieht), hat den Markt sehr nervös gemacht.
Und nicht zu vergessen die Auflösung der Yen-Carry-Trades – ja, das hat die Lage auch nicht verbessert. Kurz gesagt: Wenn Anleger Yen zu niedrigen Zinsen leihen, um in höher rentierliche Anlagen zu investieren, und dann plötzlich aussteigen, kann das ein großes Chaos an den Finanzmärkten verursachen.
Genau das ist passiert, und das Ergebnis? Die Aktienkurse brachen ein, und auch Bitcoin blieb von dem Gemetzel nicht verschont und stürzte von 70.000 auf 50.000 Dollar ab.
Doch als wolle man beweisen, wie widerstandsfähig oder einfach nur hartnäckig der Kryptomarkt sein kann, kämpfte sich Bitcoin Dennoch ist das Chaos noch lange nicht vorbei, insbesondere angesichts der vielen Unsicherheiten, die die Wirtschaft belasten.

